Die größten Geschenke der Welt Viermaster, Insel, Bowlingbahn

Kleine Geschenke stärken die Freundschaft. Aber warum nicht mal eine ganze Stadt, eine Insel, eine Freiheitsstatue? Gigantische Gaben gab es verblüffend oft - und keineswegs immer aus schierem Großmut.
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Ein Hochhaus als sowjetisches Geschenk an Polen: 44 Stockwerke im feinsten Zuckerbäckerstil - Stalin wollte sich nach dem Zweiten Weltkrieg nicht lumpen lassen und das neu gewonnene sozialistische Bruderland mit einem besonders großen Geschenk beglücken. Der sowjetische Diktator persönlich, so erzählte es später Palastchronistin Hanna Szczubelek,  habe den polnischen Präsidenten Boleslaw Bierut gefragt, ob er lieber eine U-Bahn, eine Wohnsiedlung oder ein Hochhaus hätte. Eine U-Bahn bräuchten sie in Warschau nicht, und eine Wohnsiedlung würden sie selbst bauen, soll er geantwortet haben. In Wahrheit aber hatte er wohl keine Wahl.

Noch bevor Warschaus Stadtplaner Jozef Sigalin äußern konnte, was er von einem Hochhaus halte, war er bereits angewiesen, den Vorschlag dankend anzunehmen. Das "Geschenk des sowjetischen Volkes an die polnische Nation" wurde ein Tempel des Sozialistischen Klassizismus, 237 Meter hoch - und 1955 fertig. Der Diktator erlebte die Eröffnung nicht mehr, doch vergessen hatte man ihm die Gabe nicht. Das Gebäude hieß offiziell: Kultur- und Wissenschaftspalast Josef Stalin.

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Ein Naturidyll für Bismarck: 25.000 Morgen Wald und 2000 Morgen Ackerland, zusammengenommen mehr als 65 Quadratkilometer - mit dieser großzügigen Gabe erfreute Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen 1871 Otto von Bismarck. Es handelte es sich um die staatliche Domäne Friedrichsruh im Herzogtum Lauenburg, den sogenannten Sachsenwald östlich von Hamburg. Wilhelm bedankte sich damit beim ersten deutschen Reichskanzler für dessen Verdienste um die Reichsgründung; damit war der König von Preußen zum Deutschen Kaiser aufgestiegen.

Drei große Kriege hatte Bismarck dafür austragen müssen - die es ohne ihn nicht gegeben hätte, wie er gegenüber Historiker Heinrich von Sybel bekannte.

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Eine Insel im Persischen Golf machte der Herrscher des Emirats Dubai 2006 Michael Schumacher zum Geschenk. Es sollte ihm den Abschied von der Karriere als Formel-1-Rennfahrer erleichtern. Die Insel gehörte zum ambitionierten Landgewinnungsprojekt The World von Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, bestehend aus gut 250 Aufschüttungen, etwa in Form einer Weltkarte. Das Schumacher zugedachte Eiland entsprach dabei einem Teil der Antarktis.

Ganz uneigennützig war die Schenkung wohl nicht: Für viele Teile seiner Inselwelt suchte der Scheich damals noch Käufer. Die prominente Nachbarschaft hätte ein Anreiz sein können. Infolge der einsetzenden Finanzkrise und des Zusammenbruchs des Immobilienmarktes lag die neue Welt dann allerdings erst einmal brach.

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Wer zu seinem Geburtstag nicht enttäuscht werden möchte, sagt am besten vorher genau, was er will. Eine Moschee wünschte sich König Hassan II. von Marokko zu seinem 60. Geburtstag 1989. Eine richtig große, mit dem größten Minarett der Welt und direkt am - besser noch auf - dem Meer. "Ich wünschte, Casablanca würde beschenkt mit einem großen, schönen Gebäude, auf das es stolz sein könne bis ans Ende der Zeit... Ich möchte diese Moschee auf dem Wasser bauen, weil Gottes Thron über dem Wasser ist...", ließ er sein Volk wissen.

Nun hätte der König sein Bauvorhaben aus dem Staatshaushalt bestreiten können - der Regierung allerdings fehlten die Mittel. Daher sollte die Bevölkerung spenden. Die Einweihung des 1986 begonnenen Megabaus an den Klippen der Atlantikküste war für den runden Geburtstag geplant. Der Fertigstellungstermin der Hassan-II.-Moschee wurde allerdings um vier Jahre verfehlt.

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Ein Filetgrundstück am Ostufer Manhattans - einen repräsentativeren Baugrund hätten sich die Vereinten Nationen nach ihrer Gründung 1945 kaum wünschen können. Milliardär John D. Rockefeller jr. machte das Gelände der Uno 1946 zum Geschenk: am East River in New York, rund sieben Hektar groß, damals rund 8,5 Millionen Dollar wert. Vergeblich hatte die Uno einen Bauplatz gesucht. Der US-Kongress hatte sie eingeladen, ihr Hauptquartier in den USA zu errichten - doch in New York wie auch in San Francisco, Chicago oder Philadelphia waren die Grundstücke zu teuer.

Das Gelände am East River, eine schmuddelige Gegend mit Heizkraftwerken und Schlachthäusern, hatte sich eine Immobiliengesellschaft gesichert, dann aber den Plan für einen Wolkenkratzer verworfen. Die Eigentümer suchten nach einem Abnehmer - und wussten, wie gern Bürgermeister William O'Dwyer das Uno-Hauptquartier in seiner Stadt wollte. Blieb die Frage des Geldes. Der Bürgermeister ging zu Außenpolitiker Nelson Rockefeller, der wiederum zu seinem Vater, der seine Lebensaufgabe darin sah, das Vermögen seiner Familie zum Wohle der Menschheit einzusetzen.

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Ein Grundstück auf dem Mond schenkte der Verband der Wirtschaftsjunioren 2008 Erwin Huber, damals CSU-Vorsitzender und bayerischer Finanzminister. Möglich wurde das visionäre Präsent dadurch, dass ein cleverer US-Geschäftsmann in den Sechzigerjahren eine Gesetzeslücke zu nutzen wusste. Noch vor der erfolgreichen Mondlandung der Amerikaner hatte er seinen Besitzanspruch ins Grundbuchamt von San Francisco eintragen lassen. Später vermarktete er die Mondoberfläche als 1000 Quadratmeter große Parzellen und verkaufte Lizenzen auch an eine Firma in Oberbayern.

Auf die Frage, was die Jungunternehmer zu der Gabe bewogen haben könnte, bestritt Huber in der "Süddeutschen Zeitung" die Vermutung, dass man ihn mit dem Geschenk vom fernen Himmelskörper womöglich auch auf den selbigen wünsche.

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Die Schwarzmeerhalbinsel Krim, rund 26.000 Quadratkilometer groß und teils mediterran, schenkte der sowjetische KP-Chef Nikita Chruschtschow 1954 den Ukrainern. Deklariert war die Gabe als Geste der langen Verbundenheit zwischen Russland und der Ukraine, 300 Jahre zuvor mit einem Treueeid besiegelt.

Der seltsame Rückgriff des Kommunisten auf die zaristische Vergangenheit lässt vermuten, dass Chruschtschows Motiv in Wahrheit ein anderes war. Bis heute wird darüber gerätselt. Eine mögliche Erklärung entdeckte die Oxford-Historikerin Gwendolyn Sasse in den Aufzeichnungen eines Schriftstellers. Sie führte nur zehn Jahre zurück, in die Zeit, als Chruschtschow noch Parteichef in der Ukraine war. Stalin soll von ihm 1944 die Entsendung von 100.000 Ukrainern zum Wiederaufbau der Sowjetrepublik Russland verlangt haben - obwohl auch die Ukraine schwer unter dem Krieg litt. Chruschtschow hatte laut Zeugen getobt und sann auf angemessene Entschädigung: "Die Leute stelle ich zur Verfügung, doch die Krim kriege ich, egal wie." 

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Einen der letzten Großsegler der Welt hielt der griechische Reeder und Multimillionär Aristoteles Onassis 1956 für ein angemessenes Hochzeitsgeschenk zur Vermählung der Schauspielerin Grace Kelly mit dem Monaco-Fürsten Rainier III. Der gut 70 Meter lange und 13 Meter breite Viermaster wurde einst hergerichtet als schwimmender Palast für den Herzog von Westminster und nun noch einmal komplett aufgefrischt.

Allerdings: Die Braut hat das Geschenk nie bekommen. Denn dem Vernehmen nach wurde Onassis zur Hochzeit gar nicht eingeladen.  Das enge Freundschaftsverhältnis zu Rainier, in dessen Zwergstaat der Grieche das Hauptquartier seiner Reederei errichtet hatte und mithin die Geschäfte des Fürstentums dominierte, war stark abgekühlt. Grace hatte sich zur Hochzeit etwas anderes gewünscht: Das Taubenschießen, damals Lieblingssport der Millionäre in Monaco, solle verboten werden. Damit allerdings hatte sie wohl zu viel verlangt: Ein solches Gesetz war politisch nicht durchzusetzen und am Widerstand von Monacos Hauptfinanzier gescheitert - Onassis.

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Flotte Jacht ohne Masten: Die "Fortuna II", gut 40 Meter lang und bis zu 130 km/h schnell, schien das ideale Geschenk für Juan Carlos zu sein. Unternehmer aus Palma de Mallorca und Umgebung bereiteten dem spanischen König im Jahr 2000 diese Freude. Für den Kaufpreis von rund 18 Millionen Euro hatten sie zusammengelegt, weil Juan Carlos' früheres Boot "Fortuna", ein Geschenk des saudischen Königs Fahd, in die Jahre gekommen war. So bedankten die Geschäftsleute sich für die Treue der Königsfamilie, die alljährlich ihren Sommerurlaub auf Mallorca verbrachte und zum Werbeträger wurde.

Dass ein Geschenk auch eine Verpflichtung sein kann, musste der Monarch 2013 erfahren, als er angesichts der Wirtschaftskrise auf die Jacht verzichten und den Verkaufserlös dem Staat zuführen wollte: Die Unternehmer forderten das Schiff zurück. Als Erklärung gaben sie an, dass dieses Geschenk klar zweckgebunden gewesen sei - der Erlös also der Tourismus-Förderung der Insel dienen müsse. Am Ende wurde die Yacht für 2,2 Millionen Euro verscherbelt. Und die Königsfamilie, jetzt mit neuem Oberhaupt Felipe VI., urlaubt weiterhin auf Malle.

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Mit einer Bowlingbahn wollten Anhänger aus seiner Heimat Missouri dem US-Präsidenten Harry S. Truman 1947 eine Freude zum 63. Geburtstag machen. Sie ließen die Bahn im Keller des Weißen Hauses installieren. Was sie wohl nicht wussten: Truman spielte viel lieber Poker und bevorzugte auch Hufeisenwerfen. Aus Bowling machte er sich nichts, warf die erste Kugel trotzdem und traf immerhin sieben Pins.

Seine Mitarbeiter freuten sich umso mehr über die neue Spielstätte - ebenso seine Nachfolger. Präsident Eisenhower verlegte die Bowlingbahn aus Platzgründen ins benachbarte Old Executive Office Building: dort wurde sie schließlich von Lyndon B. Johnson und dessen Gattin rege genutzt. Richard Nixon, begeisterter Bowler, ließ während seiner Amtszeit eine weitere bauen - und von Freunden bezahlen.

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Ein Privatflugzeug - das hatte sich Joseph-Désiré Mobutu gewünscht. Schließlich war der kongolesische Armeegeneral in einem großen Land unterwegs. Ganz im Sinne der USA und der belgischen Kolonialmacht hatte er zu Beginn der Sechzigerjahre geholfen, den Premierminister Lumumba zu stürzen. US-Präsident John F. Kennedy belohnte ihn 1963 mit einer zweimotorigen und mit VIP-Interior ausgestatten DC-3.

Besonders glücklich war der spätere Diktator über sein 100.000-Dollar-Geschenk indes nicht. Noch 13 Jahre später beklagte er sich bei US-Außenminister Henry Kissinger, es sei im Gespräch mit Kennedy doch eigentlich um einen kleinen Düsenjet gegangen. Ein US-Oberst aber habe ihm erklärt, was er wirklich brauche, sei eine DC-3. Kissinger schien nicht überrascht, dass man Mobutu eine 18 Jahre alte Transportmaschine aus dem Depot geliefert hatte. "Sie wollen immer ihre alten Geräte loswerden", kommentierte er trocken.

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Einen 60 Millionen US-Dollar teuren Airbus 319 samt luxuriöser Innenausstattung schenkte der indische Industrielle Mukesh Ambani 2007 seiner Frau Nita zum Geburtstag. Ob er damit etwas gutzumachen hatte, ist nicht überliefert.

Bekannt ist aber, dass der Petrochemie-Tycoon seinen wirtschaftlichen Erfolg gern zur Schau stellt. Für seine sechsköpfige Familie ließ er in der Finanzmetropole Mumbai das bis dahin teuerste Privathaus der Welt errichten: ein 27-stöckiges Hochhaus mit Hubschrauberlandeplatz, Kino, Swimmingpool, Fitnessstudio und Wohnraum für 600 Angestellte.

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Gut Neudeck in Ostpreußen war zweifellos das größte Geschenk, das Paul von Hindenburg 1927 zu seinem 80. Geburtstag bekam - und jenes, das dem damaligen Reichspräsidenten am meisten Kopfzerbrechen bereitete. Offiziell als "Geschenk des deutschen Volkes" deklariert, hatten Großindustrielle und der Reichslandbund zusammengelegt, um das einstige, zuletzt hoffnungslos überschuldete Anwesen der Familie wieder in deren Besitz zurückzuführen: clevererweise unter Umgehung der Schenkungssteuer sogleich auf Sohn Oskar eingetragen, um auch die Erbschaftssteuer zu sparen.

Doch auch wenn die Reichskanzlei und das Büro des Reichspräsidenten den Verdacht, die großzügige Gabe könnte mit einer politischen Einflussnahme in Zusammenhang stehen, als "gegenstandslos" zurückwiesen: Der Vorgang blieb anrüchig, vor allem mit Blick auf die in den Folgejahren staatlicherseits gewährten Finanzhilfen für die hoch verschuldeten ostelbischen Rittergüter. Im August 1933 schenkte ihm Hermann Göring, der neue Ministerpräsident von Preußen, auch noch die benachbarte Domäne Langenau dazu.

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Diese Tempelanlage, heute in Madrid zu bewundern, verschenkte die ägyptische Regierung 1968 an Spanien. Wo sie ursprünglich stand, hatte sie nicht bleiben können: 1960 hatte Ägypten mit dem Bau des Assuan-Staudamms begonnen - und das historische Relikt in der Umgebung von Debod bereits unter Wasser gesetzt. Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen mochte das nicht mit ansehen und rief zur Rettung der einzigartigen Architekturdenkmäler am Nil auf. Viele Staaten schickten Geld und Fachleute. Als Dank entschädigten die Ägypter die Helfer mit dem, wovon sie ausreichend hatten: Kulturdenkmäler. Neben Spanien, Italien und Deutschland bekamen auch die USA ein Stück ab - allerdings kein ganz vollständiges...

Foto: Alberto Martin/ dpa
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Der Tempel von Dendur, 1965 Dankesgabe der ägyptischen Regierung an die engagierte Witwe von US-Präsident Kennedy, fand seinen Platz in Metropolitan Museum in New York. Das acht Meter hohe Bauwerk war um 15 v. Christus von Kaiser Augustus in Auftrag gegeben worden. In mehr als 600 Einzelteilen zerlegt wurde das 800 Tonnen schwere Kunstwerk über den Atlantik verschifft und wieder zusammengesetzt.

Ein Stein aber fehlte. Zu einem Politikum wurde die unerklärliche Lücke oben rechts im Tempel erst, nachdem man den 125-Kilo-Brocken wiederentdeckt hatte: Ein Würzburger Ägyptologenpaar identifizierte 1997 einen im oberfränkischen Kloster Banz gelagerten Sandsteinquader als das vermisste Stück. Dorthin gelangt war er bereits ein Jahrhundert zuvor: Herzog Maximilian von Bayern hatte den Stein 1838 auf seiner Orientreise in Dendur als Souvenir mitgehen lassen. Zwischen New York und Franken entbrannte nach Bekanntwerden ein jahrelanger Streit um die Auslieferung des Brockens.

Foto: Brooklyn Museum
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Der Nachbau der Empfangshalle des Königspalastes von Mandalay war ein Geschenk der burmesischen Regierung an ein deutsches Unternehmen, angeblich für Verdienste "um die Industrialisierung des Landes". Ein Frachter brachte den mit Schnitzereien verzierten Pavillon ins Rheingau, wo das architektonische Juwel mit dem Titel "Brücke der Freundschaft" unweit von Schloss Reichartshausen errichtet wurde.

Ansässig war dort das Unternehmen Fritz Werner, das Waffen und Munition lieferte - auch dann noch, als nach dem Putsch von General Ne Win 1962 andere westliche Unternehmen das Land verlassen hatten. Mit dem Pavillon bedankte sich der Diktator bei der ab Mitte der Sechzigerjahre bundeseigenen Firma. Sie produzierte sogar noch weiter in Burma, als das Militärregime 1988 mit Waffen und Munition aus der Fritz-Werner-Produktion gegen die Opposition vorging.

Foto: 3D Culture
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Zwei Syenitpfeiler, 23 Meter hoch und je 222 Tonnen schwer, verschenkte Ägyptens Pascha und Vizekönig Mohammed Ali im November 1830 an Frankreichs König Louis Philippe. Er wollte sich damit für die Hilfe der Franzosen bei der Modernisierung des Landes bedanken. Ihre Belohnung hatten sich die Europäer selbst aussuchen dürfen und entschieden sich für die Obelisken, die im 13. Jahrhundert v. Chr. in den Steinbrüchen von Assuan jeweils aus einem Stück geschlagen und vor der Tempelanlage von Ramses II. in Luxor errichtet worden waren.

Abholen sollten sich die Franzosen ihr unhandliches Geschenk allerdings selbst vom Oberlauf des Nils, 750 Kilometer von der Küste entfernt. Bis der erste Obelisk auf dem Place de la Concorde stand, vergingen sechs Jahre. Mit diesem nervenaufreibenden Kraftakt verging den Franzosen die Lust, sich auch noch den zweiten zu holen. 1981 gab Staatspräsident Francois Mitterrand diesen Teil des Präsents offiziell an Ägypten zurück.

Foto: © Charles Platiau / Reuters/ REUTERS
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Die Columne pro Caelo, zu deutsch: Himmelssäule, auf der Kölner Domplatte war 1984 quasi ein Geschenk des Himmels. Denn offiziell wollte sich niemand zu der massigen Gabe, fast zehn Meter hoch und mehr als 60 Tonnen schwer, an die Stadt bekennen.  Der Mönchengladbacher Bildhauer Heinz Mack hatte den Monolithen aus portugiesischem Granit gestaltet - eigentlich weil der lokale Lions Club damit ein Zeichen seiner Aktivität in der Stadt setzen wollte.

Doch kurz vor der feierlichen Übergabe hatte sich die Spitze der Wohltätigkeitsorganisation aus nicht näher genannten Gründen - wohl wegen der künstlerischen Ausführung oder aber wegen falsch kalkulierter Kosten - von dem Objekt distanziert. Es dauerte 29 Jahre, bis sich der Lions Club mit der Anbringung eines Emblems auf der Bronzetafel am Fuß der Stele als Stifter des Kunstwerkes bekannte.

Foto: imago/Hoch Zwei/Angerer
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Die Freiheitsstatue: Mit einer kolossalen, 46 Meter hohen Frauengestalt auf einem etwa ebenso hohen Sockel wollten die Franzosen den USA zu deren 100. Unabhängigkeitstag am 4. Juli 1876 eine im Wortsinne besonders große Freude machen. Der Rechtsprofessor und Politiker Edouard Rene Lefebvre de Laboulaye und der Bildhauer Frederic Auguste Bartholdi hatten den Plan ersonnen, ihrer Begeisterung für die amerikanischen Freiheitsrechte in einem brüderlichen Monumentalwerk Ausdruck zu verleihen.

Der US-Kongress fühlte sich von der freundschaftlichen Geste überrumpelt, sah das Gemeinschaftsprojekt doch die Verpflichtung vor, dass die Amerikaner den Sockel bauten, während die Franzosen an der Statue zimmerten. Steuergelder wollten die Beschenkten dafür nicht ausgeben. Die Finanzierung gelang schließlich nur mit einer aggressiven Spendenkampagne des Verlegers Joseph Pulitzer. Zum großen Feiertag bekamen die Amerikaner jedoch zunächst nur den Unterarm samt Fackel von Miss Liberty zu sehen. In Gänze erschien die Dame mit fast einem Jahrzehnt Verspätung in New York.

Foto: Corbis
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Der 30 Meter hohe Turm mit einer gigantischen Edelstahlträne in der Mitte ist eine Skulptur des georgisch-russischen Bildhauers Surab Zereteli - und ein Geschenk der russischen Regierung ans amerikanische Volk. Auserwählter Standort dafür sollte Jersey City werden. Doch dort tat der Stadtrat, was die New Yorker seinerzeit im Falle der Freiheitsstatue nicht gewagt hatten. Er sagte zu dem überdimensionalen Kitsch: Danke, aber nein danke.

Das Außenpolitik-Magazin "Foreign Policy" würdigte das Kunstwerk als "eine der hässlichsten Statuen der Welt". Doch die US-Regierung scheute davor zurück, es ganz zurückzuweisen. Für das Monument mit dem Titel "To the Struggle Against World Terrorism" fand man schließlich einen Platz am alten Militärhafen von Bayonne, New Jersey. Zur Einweihung am 11. September 2006 kamen Ex-US-Präsident Clinton und Russlands Präsident Putin.

Foto: Sylwia Kapuscinski/ Getty Images
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Mit diesem monumentalen Stahlkoloss beschenkte die Stadt Luxemburg 2004 ihre Nachbarstadt Trier. Die 20 Meter hohe, begehbare Konstruktion wirkt ansatzweise wie eine stilisierte Form des Trojanischen Pferdes und trägt den blumigen Titel "Turm der Träume und Sehnsüchte". Welcher Art diese Sehnsüchte sein könnten, blieb offen. Die Städte jedenfalls versicherten sich bei der feierlichen Übergabe anlässlich einer gemeinsamen Landesgartenschau gegenseitige Freundschaft.

Foto: CC BY-SA 2.0/Berthold Werner
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