Motorrad-Messe in Köln Die Neuheiten auf der Intermot 2016

Honda möchte vom Retro-Trend profitieren, KTM zeigt neue Versionen seines Enduro-Flaggschiffs, Kymco will ein neues Segment erfunden haben und BMW erweitert die nineT-Reihe: Die wichtigsten Motorräder der Intermot.
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Auf der Intermot zeigen rund 1000 Hersteller vom 5. bis 9. Oktober Neuheiten für Motorradfahrer. Auf dem Messegelände in Köln werden etwa 200.000 Besucher erwartet. Hier sind die wichtigsten Neuheiten im Überblick.

Foto: Koelnmesse/ Thomas Klerx
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Honda CB1100 RS - Das Update für die 2013 in Europa eingeführte CB1100 mit ihrem Vierzylinder-Motor (89 PS) ist ein weiterer Versuch von Honda, auf den Heritage-Zug aufzuspringen. 2017 wird der Hersteller von diesem Modell die Version CB1100 EX im Klassik-Style sowie einen Cafe Racer, die CB1100 RS, anbieten. Sowohl technisch als auch optisch passt vor allem die CB1100 RS (im Bild) hervorragend in das Retro-Beuteschema: Vergoldete Stereostoßdämpfer mit Ausgleichsbehälter hinten, goldene Öhlinsgabel vorne, dazwischen der luftgekühlte Motorenklassiker - das gibt eine ideale Basis fürs Customizing ab.

Foto: Honda
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Victory Octane - Die Octane ist der Ausreißer in der Victory-Palette: Nur in diesem Modell wird der moderne, flüssigkeitsgekühlte V-Twin-Motor mit Vierventil-Zylinderköpfen, zwei obenliegenden Nockenwellen je Zylinder und Flüssigkeitskühlung verkauft. Die Eckdaten: 1200 Kubik und 104 PS. Die drei weiteren 2017er Victory-Modelle Gunner, Judge und High-Ball werden noch vom älteren luft- und ölgekühlten Victory 106 Freedom V-Twin mit 1731 Kubik Hubraum angetrieben und haben es im Gegensatz zu etlichen auslaufenden Modellen über die Euro4-Hürde geschafft.

Foto: Victory
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Horex Cafe Racer - In Köln stellen die Motorradbauer aus Landsberg am Lech ihre Heritage-Linie vor. Dazu gehören eine zweisitzige Classic und ein sportlicher Einsitzer names Cafe Racer (im Bild). Horex versteht den Cafe Racer mit dem VR6-Reihenmotor und der schwarz-roten Lackierung als moderne Interpretation seines Klassikermodells Regina aus den Fünfzigerjahren: Tradition gebündelt mit modernsten Karbon-Werkstoffen und futuristischen Bauteilen wie dem neuen Digital-Display mit intregriertem großflächigen Navigationssystem.

Foto: Horex
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Kawasaki Ninja 650 "Praktisch im Alltag, sportlich und zugleich tourentauglich" soll die neue Variante in der Ninja-Baureihe laut Kawasaki sein. Die Maschine hat einen Parallel-Twin mit 649 Kubik; ihr Aggregat ist mit dem Antrieb der erfolgreichen ER-6 verwandt und dürfte über 70 PS leisten. Die erste Sitzprobe verspricht eine angenehme Ergnonomie auch für groß gewachsene Fahrer. Das Windschild ist in drei Positionen justierbar und für Touren bietet Kawasaki unter anderem einen Topcase und halbstarre Seitenkoffer an.

Foto: Kawasaki
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Triumph Bonneville Street Racer - Tiefer Lenker, ein angedeuteter Höcker auf der Sitzbank, dazu farblich passend der Mini-Windschild und Lenkerendspiegelchen - die Street Racer scheint wie geschaffen, um am Londoner Ace Café vorzufahren. Dort wurde einst der Begriff Cafe Racer geprägt. Aufgesetzt ist die Bonneville-Variation auf den aktuellen, flüssigkeitsgekühlten Parallel-Twin mit acht Ventilen und 900 Kubik; er leistet zwar nur 55 PS, lebt aber vom beachtlichen maximalen Drehmoment von 80 Nm schon bei 3200 U/min. Ein Drosselkit macht die Street Racer auch für Einsteiger mit Führerscheinklasse A2 fahrbar.

Foto: Triumph
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Aprilia Tuono 125 - Der Hersteller aus der Piaggio-Gruppe präsentiert in Köln ein neues, unverkleidetes Modell für die Leichtkraftrad-Klasse. Das Design orientiert sich stark an der Aprilia Streetfighter Tuono 1100 V4. Der kleine "Donner" hat - so die erste Ansicht am Stand - ein dynamisches Äußeres, ein Bosch-ABS und einen auffällig geschlängelten Krümmer am Einzylinder-Motor; der leistet laut Aprilia-Technikern etwa 15 PS.

Foto: Aprilla
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KTM 1290 Super Adventure S - Das Flaggschiff der KTM-Reiseenduros wird 2017 in den Versionen 1290 Super Adventure S und R gebaut. Die 1290 R ist die Maschine für Extremisten: 160 PS, 21-Zoll-Vorderrad, Drahtspeichenräder, einstellbares WP Suspension-Chassis, gepaart mit dem maximalen elektronischen Assistenzpaket. Die Super Adventure 1290 S (im Bild) ist der straßenorientierte Kompromiss, von dem sich KTM die meisten Verkäufe verspricht: ebenfalls 160 PS und 140 Nm, aber Leichtmetall-Gussräder in 19 Zoll vorn und 17 Zoll hinten. Mit dem "Travel Pack" kommt zusätzlich zur Elektronik-Vollausstattung noch Berganfahrhilfe (HHC) und Motorschleppmoment-Regelung (MSR) dazu.

Foto: KTM
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KTM 1090 Adventure R - Die Österreicher aus Mattighofen bereinigen fürs Modelljahr 2017 ihr Portfolio von "Adventure"-Reisemaschinen. Die kleine 1050er und die beiden 1190er-Maschinen unterhalb des Premiummodells 1290 fliegen aus dem Programm und werden durch die neuen 1090-Modelle ersetzt. Für die 1090 Adventure R hat KTM den V2-Motor mit 1050 Kubikzentimeter auf satte 125 PS aufgebohrt; die Elektronik-Ausstattung ist mit Traktionskontrolle, Standard-Zweikanal-ABS und dem zusätzlichen Offroad-Modus beeindruckend. 21-Zoll-Vorderrad und ein Gewicht von 207 Kilo erleichtern den Geländeeinsatz.

Foto: KTM
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Suzuki GSX R125 ABS - Suzuki baut die GSX-Baureihe nach unten aus und bringt 2017 ein Modell für die Einsteiger-Leichtkraft-Klasse, in der sich bisher nur die anderen großen japanischen Hersteller und KTM tummeln. Die jetzt aufgelegte GSX R125 ABS hat einen Einzylinder-Viertaktmotor mit 124 Kubik, soll - nach ersten Herstellerinformationen auf der Messe - in der europäischen Version 15 PS leisten, sowie das beste Leistungsgewicht und die beste Beschleunigung in der Klasse bieten.

Foto: Suzuki
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Indian Chieftain - Die historische Altmarke Indian, seit 1901 im Motorradgeschäft und seit sechs Jahren im Besitz des Schneemobil-Herstellers Polaris, betreibt wieder Modellpflege auf Basis des modernen Thunder Stroke-V2-Motors mit 1811 Kubik. Die Chieftain hat eine elektrisch verstellbare Scheibe, einen Hartschalenkoffer mit fernbedienbarer Zentralverriegelung und ein neues Infotainment-Modul mit 100 Watt starker Audio-Anlage und einem Navigationssystem. Das rote Monster ist auch in den Farben Black Pearl, Silver Smoke, White Smoke sowie in der Zweifarblackierungen Star Silver / Thunder Black zu haben.

Foto: Indian Motorcycles
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BMW - Neben einem Facelift für die K 1600 GT hat BMW in Köln auch die Produktlinie mit dem S 1000-Vierzylindermotor auf den letzten Stand gebracht. Die drei Modelle Roadster R (links), Adventure Sportler XR (Mitte) und Supersportler RR sind jetzt auf Euro4-Norm getrimmt, in vielen Details aufgefrischt und noch mehr geschärft worden. Sowohl die S 1000 R als auch die XR leisten nun fünf PS mehr und liegen bei 165 PS bei 11.000 U/min; die Roadster R hat jetzt serienmäßig einen HP Titan-Endschalldämpfer und bringt zwei Kilogramm weniger auf die Waage. Unterm Strich: Modellpflege, um nicht zu sagen eine schöpferische Pause bei der bayerischen Vierzylinderentwicklung.

Foto: BMW
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Kymco AK550 - Der Hersteller aus Taiwan macht mit seinem "Super Touring-Roller" nach eigenem Bekunden ein völlig neues Crossover-Segment auf und verpasst seinem künftigen Flaggschiff sowohl "Komfort und Funktionalität eines Rollers" als auch "Dynamik eines Motorrads". Auf den ersten Blick sieht der AK550 ansprechend aus und auf dem Papier klingen die Daten interessant: neuer Zweizylinder-Motor, 53,5 PS Leistung, ein Drehmoment von fast 56 Nm bei einem Gewicht von 226 Kilo. Das 160er Hinterrad läuft in einer Zweiarmschwinge mit offenem Antriebsriemen. Kymco bietet zudem zwei Fahrmodi: Normal und Regen.

Foto: Kymco
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Husqvarna 701 Enduro - Der Traditionshersteller mit dem schwedischen Namen, der jetzt in österreichischen Händen ist, zeigt in Köln eine neue Generation von extrem potenten Einzylinder-Motoren, die Euro4-kompatibel sind, 74 PS und dazu 71 Nm Drehmoment leisten und Ride-by-Wire Elektronik bieten. Verbaut wird das Husqvarna-Herz in eine bissige 701 Supermoto und eine auch für die Straße zugelassene 701 Enduro (siehe Bild). Husqvarna peilt mit der 701 Enduro mit Bosch-ABS, 21-Zoll-Vorderrad und einem Gewicht um die 140 Kilo sowohl Pendler im Stadtverkehr als auch Freizeitsportler als Käufer an.

Foto: Husqvarna
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Yamaha SCR 950 Die Maschine ist ein weiteres Mitglied der Sport Heritage-Linie von Yamaha. Die eigenwillige Mischung aus Scrambler und Bobber mit breitem Lenker und relativ weit vorne liegenden Fußrasten basiert fast vollständig auf der bewährten XV 950 mit dem komplett geschwärzten Zweizylinder-V-Motor. Das Aggregat ist der letzte luftgekühlte Motor im Yamaha-Portfolio, wurde jetzt für Euro4 fit gemacht und dürfte in der SCR 950 knapp über 50 PS leisten. Außerdem im Retro-Package enthalten: Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, Alu-Speichenfelgen, Faltenbälge und hochgezogener Schalldämpfer.

Foto: Yamaha
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Honda CBR1000RR Fireblade SP2 - Auch auf der Intermot 2016 stellt Honda einen leicht veränderten Fireblade-Supersportler vor und lässt seine Anhänger damit gnadenlos auf eine völlig neue Interpretation dieses Modells warten. Viele sind inzwischen zur BMW S1000RR abgewandert. Dabei ist auch die neue CBR1000RR Fireblade SP2 ein gelungenes Motorrad. Die Daten dazu: 192 PS, 114 Nm Drehmoment, Karbonteile, Marchesini-Felgen, Race-Kits von Hondas HRC-Rennsportabteilung, voll programmierbares Riding Mode Select Sytem, dabei aber homologiert für die Straße.

Foto: Honda
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Ducati Supersport S - Ein Wunderkind soll sie sein, die neue Ducati Supersport: Leicht zu führen in der Stadt, schlank und böse auf der Landsstraße, und zugleich komfortabel auf der Langstrecke. Optisch angelehnt an die Panigale Superbike-Familie soll es diese Maschine also irgendwie allen recht machen. Technisch greift Ducati dafür in den bewährten Baukasten in Bologna: 113 PS und ein Drehmoment von 96,7 Nm leistet der 937-Kubik-Testastretta 11-Grad-Motor; das Elektronik-Paket beinhaltet außer ABS und Traktionskontrolle die bei Ducati üblichen Fahr-Modi Sport, Touring und Urban. Die S-Version (im Bild) der Supersport hat zudem edlere Brembo- und Öhlins-Bauteile und einen Quickshifter.

Foto: Ducati
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E-Schwalbe - Der Elektrofahrzeugbauer Govecs bringt mit der neuen Schwalbe einen DDR-Klassiker jetzt elektrifiziert auf die Straße zurück. Die E-Schwalbe ist 47 km/h schnell und soll eine Reichweite von etwa 100 Kilometern bieten. Der Clou: Sie ist mit dem KFZ-Führerschein zu fahren. Den Antrieb entwickelt hat Govecs zusammen mit Bosch; das Ladekabel ist in das Fahrzeug integriert. Ein Ladevorgang bis zu 80 Prozent Akkukapazität soll laut Hersteller "ein bis zwei Stunden" dauern. Ungewöhnlich ist das Betreuungskonzept: Wer eine Schwalbe besitzt, muss zur Inspektion nicht in die Werkstatt - eine Servicekraft kommt auf Termin zum Kunden.

Foto: Jochen Vorfelder
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BMW R nineT Racer - Auch die R nineT Racer wird 2017 mit dem 1170-Kubik-Boxermotor mit 110 PS und einem maximalen Drehmoment von 116 Nm bei 6000 min ausgeliefert. Mit einem neuen Motor-Mapping, einem Aktivkohlefilter für die Tankentlüftung und einer veränderten Abgasanlage und geändertem Katalysator sind alle nineT-Motoren Euro4-fit. Mit dem Cafe-Racer-Höcker und der klassischen Halbschalenverkleidung ist die Racer die aktuelle Reminiszenz von BMW an den hauseigenen Klassiker R 90 S - und eine Antwort an die edle Konkurrenz aus England, die Triumph Thruxton R. Auch die Engländer verbauen seit diesem Jahr eine Solo-Sitzbank und den markanten Rundscheinwerfer.

Foto: BMW
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BMW R nineT Pure - Der Siegeszug der BMW Heritage-Linie und der R nineT mit ihrem fast schon in den Ruhestand geschickten, luftgekühlten Boxer mit 110 PS soll sich 2017 fortsetzen: In Köln werden auf der Intermot gleich zwei neue Modelle der Baureihe vorgestellt. Neben der bereits erwähnten nineT Racer soll die nineT Pure laut BMW "den puristischen, klassischen Roadster" verkörpern. Kombiniert wird dieser Ansatz mit aktueller Technik: ABS, ASC (Automatische Stabilitätskontrolle), Fünfspeichen-Leichtmetall-Gussräder und 320-Millimeter-Doppelscheibenbremse vorne.

Foto: BMW
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Suzuki GSX-R 1000 - Die Japaner haben ihre GSX-R 1000 fürs Modelljahr 2017 komplett überarbeitet. Die neue Modellgeneration (in der R- und der Standard-Version, letztere hier im Bild) bietet das volle Elektronikpaket mit Einsprengseln aus der erfolgreichen Suzuki-Rennsportabteilung: Unter anderem Gyrosensoren, Traktionskontrolle, Quickshifter, Launch Control und elektronisch gesteuerte Drosselklappen. Hinzu kommt ein mechanisches System aus dem Rennsport zur variablen Ventilsteuerung; man spricht hinter vorgehaltener Hand von 200 PS.

Foto: Suzuki
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Kawasaki H2 Carbon - Den Mega-Sportler H2, der kompressorgeladen in der H2R-Version für die Rennstrecke 310 PS leistet, hat Kawasaki fürs kommende Jahr mit einer kohlefaserverstärkten Verkleidung veredelt. Von der Special Edition H2 Carbon gibt es weltweit nur eine limitierte Auflage von hundert Stück. Bei allen H2-Modelle hat Kawasaki ein komplexes elektronisches Management System verbaut, das die jeweiligen Einzelkomponenten wie ABS, Launch-, Traktions- und Wheelie-Kontrolle, Quickshifter, Neigungsmesser sowie Kurvenbrems- und Motorbremssysteme koordiniert.

Foto: Jochen Vorfelder