Die Wilts und die "Freydis" "Von wegen mit allen Wassern gewaschen"

Mehr als 248.000 Seemeilen sind Heide und Erich Wilts aus Heidelberg mit ihrem Boot "Freydis" um die Welt gesegelt. Als das Atomkraftwerk Fukushima explodiert, ankert es in der Iwaki-Sun-Marina. Es übersteht den Tsunami und die Beben, bis ein Taifun kommt.
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Heide und Erich Wilts in ihrem Haus in Heidelberg: Hinter ihnen hängt ein riesiger Stoßzahn. In einer beleuchteten Vitrine lagern die Zeugnisse von ihrem Leben als Aussteiger - ein versteinerter Haifischwirbel, Pottwalzähne, Riesenmuscheln, sogar ein Walpenis liegt da.

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Die unbeschädigte "Freydis" im Dezember 2010 im Hafen: Mehr als 30 Jahre lang war sie das Zuhause von Erich und Heide Wilts. Sie segelten um das Kap Hoorn, nach Feuerland, Australien und als erste Deutsche in die Antarktis, bei ihrer sieben Jahre andauernden Umrundung liefen sie gar die einzelnen Inseln an. Manchmal sahen sie fünf, sechs Wochen lang nur Wasser, oft saßen sie neben Albatrossen und Königspinguinen, die noch nie einen Menschen gesehen haben.

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Die "Freydis" auf dem Weg vom Kap Hoorn in die Antarktis

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Ende eines Traums: Die "Freydis" an der Küste Iwakis

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Bergung der "Freydis" vor der Steilküste: Es gibt nicht viele Segelschiffe in Japan, und nur ein einziges, das rot ist.

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Alles, was Heide und Erich Wilts in den vergangenen Jahrzehnten über Japaner gelernt haben, bewahrheitet sich nun: Anstatt zu jammern, stellen sie sich ihrem Schicksal, packen an, halten zusammen - und helfen dem deutschen Ehepaar wie selbstverständlich.

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Die "Freydis" nach den Beben und vor den Taifunen: Heide und Erich Wilts pumpen das Boot leer, im Innern herrscht Chaos, aber es scheint funktionsfähig.

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Erich Wilts auf der "Freydis": Zehn Tage schuften er und seine Frau in Japan, bergen Vorpiek, Anker und Kette, aber unterstützen auch Freunde und suchen im Schlamm nach Opfern.

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Beim Versuch, die "Freydis" zu bergen: Mit doppelten Leinen und zusätzlichen Ketten sichern Heide und Erich Wilts die "Freydis" gegen mögliche Taifune. An der ganzen Küste gibt es keinen Travellift, der mehr als 20 Tonnen hebt.

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Die "Freydis", nachdem zwei Taifune über Japan wüteten: Sie schmettern das Expeditionsboot gegen die Felsen, nur der Mast ragt ungebrochen aus dem Meer. In der Kajüte treibt ein Brei aus Öl und Farbe. Die Freydis ist nicht mehr zu retten.

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Mit einem Kran tragen die Japaner die Steilwand ab, an der die "Freydis" gelandet ist, und...

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...teilen das Schiff in drei Stücke, ziehen sie aus dem Wasser.

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Die Zerteilung der "Freydis": Sie soll in Iwaki als Denkmal aufgestellt werden, als Symbol für die 150 Jahre währende Freundschaft zwischen Deutschen und Japanern.

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Hohlraum "Freydis": Blick in das zerteilte Boot

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Was von der "Freydis" übrig blieb: Eine angebrochene Flasche Cognac und kanadisches Geld auf dem Esstisch der Wilts in Heidelberg. Links die Karte, die dem Paket beilag. Sonst konnten nur noch zwei einzelne Schuhe aus dem Innern des Bootes gerettet werden, einer von Erich Wilts, der andere von seiner Frau Heide.

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Erich und Heide Wilts auf der "Freydis": Sie waren 49 Jahre alt, als sie ihre gut bezahlten Jobs als Oberärztin und Diplom-Kaufmann hinwarfen. Sie hatten keine Kinder, Geld und Luxus bedeutete ihnen nichts. Seither lebten sie mehr als 30 Jahre lang größtenteils auf der Freydis. Er ist der Mutige, der Lebensoptimist, der Waghalsige. Sie, die für Sicherheit an Bord sorgt. "Wir sind gar nicht mit allen Wassern gewaschen, wie alle glauben." Im Gegenteil, ihr werde schon beim Autofahren kotzübel, sagt sie.

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Frühstück mit Braunbären: Die "Freydis" in Alaska

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Sturm in Feuerland: Mehr als 1000 Menschen haben Erich und Heide Wilts auf der "Freydis" schon mitgenommen.

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Heide Wilts in Alaska: Hier gefiel es den Deutschen so gut, dass sie im Sommer 2011 wieder hinsegeln wollten über die Kommandeur-Inseln und die Aleuten zur Alaska-Halbinsel und zum Golf von Alaska, wo sie die nächsten Jahre verbringen wollten.

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Heide Wilts in Japan: Besonders den Japanern fühlten sie sich immer verbunden, obwohl sie die Sprache nicht beherrschen. Eine "einzigartige Herzenswärme" schlug ihnen entgegen, als sie durch eine Art Bed-and-breakfast-Unterkünfte Kontakte zu Familien im Nordosten des Landes schlossen.

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