Digitales Lernen Die besten Beispiele aus aller Welt

Wie bereitet man Schüler auf das digitale Leben vor? Svenia Busson sammelt die besten Beispiele aus aller Welt. Eine Auswahl.
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Svenia Busson sammelt gelungene Digitalprojekte an Schulen, und das Sydney Center for Innovation in Learning in Australien begeistert sie besonders: Die Schule hat nicht einfach Digitaltechnik eingeführt, sondern die Struktur des Unterrichtens geändert. Lernen findet in Open Spaces statt, wo sich Schüler verschiedener Jahrgänge über den Lernstoff austauschen, immer angeregt von ihren Lehrern.

Dabei nutzen sie alle möglichen digitalen Hilfsmittel zur Recherche und zum gemeinsamen Bearbeiten des Stoffes. Sämtliche Unterrichtsmaterialien werden auf schuleigenen Servern organisiert.

Foto: SCIL
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Seppo ist eine Software, mit der Lehrer Lernspiele gestalten können. Ob für den Geschichtsunterricht in der Heimatstadt oder bei einer Stadtrallye auf Klassenreise: Mit diesem Angebot aus Finnland können die Schüler unterwegs lernen.

Das Spiel lotst sie mit ihren Smartphones an bestimmte Orte, etwa Sehenswürdigkeiten, stellt ihnen Aufgaben und verrät die richtigen Lösungen. Der Gründer Riku Alkio war selbst Geschichtslehrer und hat die App nach eigenen Erfahrungen gestaltet.

Foto: Seppo
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Classting ist eine Schul-Plattform, die inzwischen an den meisten koreanischen Schulen verwendet wird, deren Abschluss dem Abitur vergleichbar ist. Mit Classting können zwischen Lehrern, Schülern und Eltern Lehrmaterialien ausgetauscht und bearbeitet werden. Außerdem bietet es Chatfunktionen:

Der Gründer Dave Choo, selbst Lehrer, war unzufrieden mit der schlechten Kommunikation an den Schulen. Classting sollte vor allem dieses Problem lösen. Die Software ist spielerisch gestaltet und wird auch außerhalb Südkoreas vermarktet.

Foto: Classting
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Im Finnischen Aalto fand Busson - hier beim Digital Summit der Körber-Stiftung in Hamburg - eine Schule, deren Unterrichtsorte über den Stadtkern verstreut sind: Französisch wird in der französischen Bibliothek unterrichtet, Geschichte im historischen Museum, andere Kurse an der Universität. In der Schule selbst treffen sich Schüler und Lehrer zum Start in den Tag, dann werden sie von einer App zu ihren nächsten Kursen geführt.

"Die Schule öffnet sich in die Gesellschaft. Das Lernen wird sinnlich erfahrbar, Schüler und Lehrer bleiben in Bewegung, und die speziellen Lernorte bieten ganz besondere Möglichkeiten", so Busson. Besonders digital erscheint das Konzept nicht, aber ein Computer übernimmt die Ortsplanung in Echtzeit und navigiert Schüler und Lehrer per App.

Foto: Körber-Stiftung/Jann Wilken
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Vahan ist ein internetbasierter Service in Indien, mit dem möglichst viele Menschen die Gelegenheit bekommen sollen, Englisch zu lernen – die Voraussetzung, um in dem Land sozial aufzusteigen. Der Clou: Ein Konversationstraining, das übers Telefon funktioniert, einschließlich Spracherkennung.

Die Nutzer benötigen also kein teures Smartphone, um den Dienst zu nutzen. Der Gründer, Madhav Krishna, vermarktet dieselbe Software an Firmen. Dort dient sie dem Kundendialog und der Fortbildung der Mitarbeiter.

Foto: HEIKKI SAUKKOMAA/ ASSOCIATED PRESS
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Estland hat im Jahr 2014 entschieden, wie die Schulen des Landes blitzschnell mit Digitalgeräten ausgerüstet werden: Jeder Schüler bringt einfach sein eigenes mit. Das Konzept "Bring your own device" funktioniert hier deshalb, weil im technikfreundlichen Estland sowieso fast jeder Haushalt Handy, Tablet oder Laptop hat – oft mehrere davon. Für Schüler, die kein eigenes Gerät besitzen, schaffen die Schulen welche an.

Foto: Sean Gallup/ Getty Images
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Noch eine Lernplattform: Siyavula aus Südafrika ist spezialisiert auf Mathematik und passt den Schwierigkeitsgrad der Übungen automatisch den Fähigkeiten des Nutzers an. Zum Angebot gehören ebenfalls kostenlose Online-Mathebücher (Foto).

Foto: Siyavula
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Zum Manaiakalani Network in Neuseeland gehören zwölf öffentliche Schulen, die mit einer eigenen Internetplattform das Motto "Learn, Create, Share" umsetzen: Der erlernte Stoff wird von den Schülern kreativ verarbeitet, oft mit digitalen Hilfsmitteln.

Zum Beispiel nehmen sie einen Rap-Song über Nelson Mandela auf oder drehen Videos. Diese Werke und auch ihre Zwischenergebnisse teilen sie in einem öffentlichen Blog und diskutieren darüber - nicht nur mit Schülern aus dem Schulnetzwerk, sondern mit der ganzen Welt.

Foto: manaiakalani.org
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Rethink Education, ebenfalls aus Südafrika, bringt den Schulstoff des Landes auf Smartphone-Bildschirme. Das Start-up bietet seine Kurse – einschließlich Auswertungsmöglichkeiten für die Lehrer – direkt den Schulen an. Die meisten geben die Kosten an die Eltern weiter. Ein Mathe-Paket für ein Schuljahr kostet so für einen Schüler umgerechnet rund 20 Dollar. Aber auch Einzelnutzer können sich bei dem Dienst anmelden. Das ist meist sogar kostenlos, das Lernmaterial trägt dann aber das Logo einer sponsernden Firma.

Foto: Rethink Education
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Die App Edkimo kommt aus Deutschland: Sie ermöglicht es, auf digitalem Weg Feedback einzuholen. Mit wenigen Klicks kann ein Lehrer Fragebögen gestalten, die an Computern oder Mobilgeräten beantwortet werden. Sie lassen sich an alle möglichen Lernsituationen anpassen, von der Grundschule bis zu Erwachsenenbildung.

Die Auswertung erledigt die Software gleich mit. Privatpersonen bekommen einen kostenlosen Testzugang, ansonsten richtet sich das Start-up direkt an die Schulen und verkauft Jahreslizenzen.

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Am Beispiel der Hellerup Skole im dänischen Gentofte zeigt Svenia Busson, dass die digitalen Unterrichtshilfen am meisten bringen, wenn ihnen ein pädagogisches Konzept zugrunde liegt, das auch die anderen Bereiche schulischen Lernens umfasst. Wie viele Schulen in Dänemark werden an der Hellerup Skole auch Lernergebnisse und Unterrichtsmaterialien über einen Server mit Schülern und Eltern ausgetauscht.

Der Geist der Schule zeigt sich schon an der Gestaltung des Schulgebäudes, die offen und luftig ist. Ebenso kooperativ ist die Arbeit an der Schule, die zur Hälfte der Zeit nicht einzelne Fächer unterrichtet, sondern den Stoff in Projektarbeit vermittelt.

Foto: Svenia Busson