Kopfschutz im Fußball Helm auf!

Zweimal innerhalb von vier Tagen hat Christoph Kramer einen Schlag ins Gesicht bekommen. Nun Mediziner dem Gladbacher zum Tragen einer Kopfbedeckung. Kramer wäre nicht der einzige Fußballer, wie diese Bilder zeigen.
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"Ist das hier das Finale?" - Christoph Kramer und seine Gerhirnerschütterung im WM-Endspiel bleiben unvergessen. In dieser Woche hat es den Mönchengladbacher gleich zweimal erwischt: Am vierten Spieltag traf ihn Naby Keita (RB Leipzig) mit den Stollen im Gesicht, Kramers Lippe musste genäht werden. Drei Tage später war nach einem Zweikampf mit Anastasios Donis (VfB Stuttgart) die Stirn dran, zudem gab es ein ordentliches Veilchen. Nun empfehlen erste Experten dem Mittelfeldspieler, bei Spielen einen Kopfschutz zu tragen.

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In Deutschland hat sich bislang erst ein Profi für den dauerhaften Einsatz eines Kopfschutzes entschieden. Klaus Gjasula, Kapitän des Halleschen FC, trägt seit 2013 einen Helm, der auch die Wangenknochen bedeckt. Zunächst war er medizinisch darauf angewiesen. Doch nach der Genesung trug Gjasula die Kopfbedeckung einfach weiter.

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Der bekannteste Helmträger ist allerdings ein anderer: Petr Cech vom FC Arsenal. Im Oktober 2006 erlitt der damalige Chelsea-Keeper im Ligaspiel gegen den FC Reading einen Schädelbasisbruch. Seit seiner Rückkehr aufs Spielfeld trägt er einen Kunststoffhelm, der sich am Kopfschutz von Rugby-Spielern orientiert.

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Bei der EM 2016 sorgte Vedran Corluka für Aufsehen: Schon im ersten Gruppenspiel gegen die Türkei hatte sich der kroatische Verteidiger am Kopf verletzt. Immer wieder blutete der Verband durch, doch Corluka spielte weiter. In der zweiten Partie gegen Tschechien platzte die Wunde erneut auf. So kam Corluka nach der Halbzeitpause mit einer Wasserballkappe über seinem Verband zurück aufs Feld.

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Der finnische Verteidiger Hannu Tihinen (ganz rechts, hier im Dress des FC Zürich) erlitt im Laufe seiner Karriere sechs Gehirnerschütterungen. Deshalb entschied auch er sich für einen Kopfschutz. Tihinens Stirnband war allerdings deutlich unauffälliger als die Modelle von Gjasula, Cech oder Corluka.

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Auch Englands Fußballlegende Wayne Rooney setzte 2013 auf ein Rugby-Stirnband. Damals stürmte er noch für Manchester United und hatte sich im Training eine große Kopfwunde zugezogen. Zwei Wochen später bei seinem Comeback gegen Crystal Palace versteckte er sie unter dem Schutz. Gestört hat ihn die Kopfbedeckung nicht: Beim 2:0-Sieg verwandelte er einen direkten Freistoß.

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Nein, das ist kein Römer aus einem der Asterix-Filme. Carles Puyol nutzte 2012 beim Spiel seines FC Barcelona gegen Getafe eine Art Stirnbandhelm mit Schläfenschutz. Es war sein erster Einsatz, nachdem er sich den Wangenknochen gebrochen hatte.

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Bas Dost nutzte während seiner Zeit beim SC Heerenveen ein Modell, dass ein Mix aus Kopf und Gesichtsschutz darstellte. Die Maske reichte von der Nase über die Stirn bis zum Vorderkopf - ein Hauch vom Phantom der Oper.

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Oberkieferbruch, Nasenbeinbruch und Gehirnerschütterung - klingt nicht nach einer Diagnose, bei der man eine Woche später ein Champions-League-Halbfinale bestreiten sollte, oder? Robert Lewandowski sah das 2015 anders und trat mit den Bayern gegen Barcelona an. Eine schwarze Gesichtsmaske schützte ihn.

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Ein seltenes Maskenduell und das Sportfoto des Jahres 2009: Der Chemnitzer Anton Müller und Denis Novacic (Türkiyemspor Berlin) stiegen Rücken an Rücken zum Kopfballduell hoch - ihre Gesichtsmasken boten dabei aber keinen Schutz. Hätten Sie doch bloß auf Wayne Rooneys Stirnband gesetzt.

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Edgar Davids machte eine andere Art des Gesichtsschutzes populär: die Sportbrille. Sie entwickelte sich schnell zum Markenzeichen des Niederländers, war aber kein Marketing-Gag. Aufgrund einer Augenoperation und einer Kontaktlinsen-Unverträglichkeit blieb Davids keine andere Wahl, als mit Brille zu spielen.

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Der Vater aller Turbanverbände war kein echter Schutz, eher eine temporäre Sicherheitsmaßnahme: Im DFB-Pokalfinale 1982 zog sich Dieter Hoeneß eine stark blutende Platzwunde zu, nach der ersten Hälfte musste sie genäht werden. Auswechseln lassen? Für Hoeneß keine Option, immerhin lagen seine Bayern 0:2 gegen Nürnberg zurück. So blieb er auf dem Feld, erzielte einen Kopfballtreffer und bereitete ein weiteres Tor vor - ebenfalls per Kopf. Am Ende stand es 4:2.

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Terence Ian "Terry" Butcher trug 1989 im WM-Qualifikationsspiel England gegen Schweden eine ähnliche Kategorie Kopfbedeckung wie Uli Hoeneß: weniger präventiv, eine reine Notmaßnahme. Womöglich wirkte in der Fußballgeschichte kaum ein Druckverband weniger als dieser. Butcher kämpfte sich jedoch durch die entscheidende Partie und hatte großen Anteil an Englands WM-Teilnahme. Am Ende des Spiels sah er aus wie ein Schlachter nach getaner Arbeit - nicht ganz unpassend bei dem Namen.

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