Dull Men's Club Total normal

Sie sammeln Milchflaschen, fotografieren Briefkästen und verehren Abflussgitter: Die Mitglieder des "Dull Men's Club" sind stolz darauf, nichts Besonderes zu sein. Die zwölf größten Langweiler haben es jetzt zu Kalenderboys gebracht.
1 / 16

Eine Ode an das Gewöhnliche: Im Kalender des "Dull Men's Club" (DMC) sind die zwölf langweiligsten Männer Großbritanniens abgebildet. Auf dem Cover ist der Hinterkopf des DMC-Mitbegründers Leland Carlson zu sehen.

Foto: Joshua Gaunt/ Geoff Robinson Photography
2 / 16

Februar: Ken McCoy
Seit fast 40 Jahren schenkt Ken McCoy seiner Ehefrau Valerie dieselbe Karte zum Valentinstag, er hat sie einst entworfen. Jedes Jahr schreibt er eine neue kleine Liebesbotschaft hinein. Dafür benutzt der 73-Jährige aus Leeds eine Art Geheimcode, "den niemand besser und schneller entschlüsseln kann als meine Frau", sagt McCoy.

Foto: Joshua Gaunt/ Geoff Robinson Photography
3 / 16

März: Archie Workman
"Es gibt unter uns eine ganz eigene Welt, die wir kaum kennen", sagt Archie Workman, 60. Er beschäftigt sich liebend gerne mit Abflussgittern und kann stundenlang Vorträge über die unterschiedlichen Arten halten. "Sie erzählen alle eine ganz eigene Geschichte. Wir können so viel über unser Land lernen, wenn wir unsere Abflussgitter genauer betrachten."

Foto: Joshua Gaunt/ Geoff Robinson Photography
4 / 16

April: Steve Wheeler
"Ich mag gar keine Milch", sagt Steve Wheeler, 66. Das hält ihn aber nicht davon ab, seit drei Jahrzehnten Milchflaschen aus Glas zu horten. Inzwischen besitzt er rund 20.000 Stück, darunter einige, die mehr als 150 Jahre alt sind. In seinem Garten in Malvern, Worcestershire hat Wheeler ein Museum für die Milchflaschen gebaut, der Eintritt ist frei. Jedes Jahr im April reinigen er und seine Frau die Exponate - deshalb ziert Wheeler das April-Kalenderblatt.

Foto: Joshua Gaunt/ Geoff Robinson Photography
5 / 16

Mai: Michael Kennedy
Nur samstags ruht Michael Kennedy. Den Rest der Woche schleppt der 73-Jährige jeden Tag zwei Stunden lang Steine, er will in Handarbeit einen Damm bei Hunstanton in Norfolk bauen. Seit 14 Jahren ist Kennedy schon damit beschäftigt, er hat bisher etwa 9000 Stunden investiert und 200 Tonnen Steine bewegt. "Das ist besser als im Sessel rumzusitzen", sagt Kennedy.

Foto: Joshua Gaunt/ Geoff Robinson Photography
6 / 16

Juni: Peter Willis
Peter Willis aus Worcester hat eine Mission: Der 67-Jährige will so viele Briefkästen wie möglich fotografieren. Rund 2500 hat er schon abgelichtet. "Durch mein Hobby komme ich an Orte, die ich sonst nie entdecken würde", sagt er.

Foto: Joshua Gaunt/ Geoff Robinson Photography
7 / 16

Juli: David Morgan
David Morgan, 72, hat es ins Guiness-Buch der Rekorde geschafft - mit der weltweit größten Sammlung von Leitkegeln. "Es gibt sie in so vielen unterschiedlichen Formen, Größen und Farben", sagt er. 503 unterschiedliche Exemplare hat Morgan in seinem Zuhause in Burford gebunkert. "Sie lagern schön dunkel, damit die Farben nicht verblassen."

Foto: Joshua Gaunt/ Geoff Robinson Photography
8 / 16

August: Roland Stone
Seine Leidenschaft für Busse entdeckte Roland Stone eigenen Angaben zufolge schon als Dreijähriger. "Ich mag, wie sie aussehen und ich verbinde mit ihnen immer, an spannende Orte zu fahren", sagt der 45-Jährige. Inzwischen besitzt er seinen eigenen Doppeldecker und rund 300 Modellbusse.

Foto: Joshua Gaunt/ Geoff Robinson Photography
9 / 16

September: Neil Brittlebank
Es begann 1990: Neil Brittlebank erfuhr, dass das Bergwerk abgerissen werden sollte, in dem er 32 Jahre lang gearbeitet hatte. Er fuhr hin, sah all die Steine herumliegen und wusste, sie würden zerstört. "Ich dachte, das sei eine Schande, also habe ich gefragt, ob ich einige davon mitnehmen könne", sagt der 78-Jährige aus East Ardsley. Inzwischen umfasst Brittlebanks Sammlung mehr als tausend Exemplare, der älteste Stein ist von 1892. "Jeder einzelne erzählt eine Geschichte. Es ist eine Schande, sie nicht zu bewahren."

Foto: Joshua Gaunt/ Geoff Robinson Photography
10 / 16

Oktober: John Richards
Mal sitzt es an der falschen Stelle, mal wird es schlicht vergessen und dann wieder herausgeholt, wenn es gar nicht gebraucht wird: Das Apostroph hat es John Richards angetan. Der ehemalige Journalist gründete die "Apostrophe Protection Society", die sich für den richtigen Gebrauch dieses Satzzeichens einsetzt. Es müsse beschützt werden, sagt Richards. "Es ist fürwahr eine gefährdete Spezies."

Foto: Joshua Gaunt/ Geoff Robinson Photography
11 / 16

November: Stan Hardwick
Wenn er wollte, könnte Stan Hardwick jeden Tag des Jahres einen anderen Rasenmäher benutzen - so umfassend ist die Sammlung des ehemaligen Greenkeepers. Die meisten Geräte lagern in einem zweistöckigen Gartenschuppen, seine Lieblinge dürfen im Wohnzimmer stehen. "Das ist praktischer für Besucher, die sich die Rasenmäher ansehen wollen", sagt Hardwick. Er lebt mit seiner Ehefrau Margaret in Filey, Yorkshire.

Foto: Joshua Gaunt/ Geoff Robinson Photography
12 / 16

Dezember: Hugh Barker
Geht es nach Hugh Barker, würde der Union Jack neu gestaltet: als Flagge mit dem Bild einer Hecke. Barker reist durch das Land, fotografiert bemerkenswerte Hecken und interviewt ihre Besitzer. Seine gesammelten Erkenntnisse hat er in einem Buch veröffentlicht: "Hedge Britannia".

Foto: Joshua Gaunt/ Geoff Robinson Photography
13 / 16

Januar: Kevin Beresford
Kevin Beresford, 62, ist Präsident der "Roundabout Appreciation Society". Die Mitglieder treffen sich zweimal im Monat in einem Pub in der Stadt Redditch und quatschen über ihr größtes Hobby: Kreisel. Für ihn seien sie ein Quell der Freude und eine Oase der Ruhe, sagt Beresford. Erst kürzlich hat er selbst einen Kalender mit den zwölf schönsten Verkehrsinseln des Landes herausgegeben.

Foto: Joshua Gaunt/ Geoff Robinson Photography
14 / 16

Die zwölf langweiligsten Männer Großbritanniens auf einen Blick: Der Kalender des Dull Men's Club erscheint zunächst in einer Auflage von 2000 Stück. Mitgründer Leland Carlson geht aber davon aus, dass nachproduziert werden muss.

Foto: Joshua Gaunt/ Geoff Robinson Photography
15 / 16

Leland Carlson hatte im Namen des Dull Men's Club zu einer Veröffentlichungsparty nach Birmingham eingeladen. Dort enthüllte er höchst feierlich unter diesem weißen Tuch den Kalender für das Jahr 2015. Die anwesenden Herren bekamen ein Exemplar überreicht und dazu...

Foto: Jonathan Sears-Corfield
16 / 16

...noch eine Bestätigung über ihre Mitgliedschaft im Klub der Langweiler. Hier freut sich David Morgan, Leitkegel-Sammler und Coverboy im Juli, über seine Urkunde. Morgan habe "bemerkenswerte Fähigkeiten darin gezeigt, das Gewöhnliche zu feiern", steht auf dem Blatt. "Er ist hiermit offiziell langweilig."

Foto: Jonathan Sears-Corfield