Ebola in Guinea Die Zeugen

Mitten im Urwald starb Ende 2014 ein kleines Kind. Ihm folgten mehr als 11.000 Menschen: Die Fotografin Ricci Shryock ist in den Südwesten Guineas gereist, wo die Ebola-Epidemie begann. Seine Aufnahmen erzählen von Schicksal und Hoffnung.
1 / 17

Eine Frau steht im Eingang ihrer Lehmhütte: Das Urwaldgebiet im Südosten Guineas, in dem diese Bilder entstanden, war lange Epizentrum der Ebola-Epidemie. Familien wurden innerhalb weniger Tage ausgelöscht. Seit März 2015 gibt es in der Region keine neuen Fälle.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
2 / 17

Bleib bei mir: Al Hadj Moussa Sanoh mit einem seiner Kinder. Der Imam hat im Oktober und im November drei seiner vier Frauen, drei seiner Kinder und einen Enkel bei der Ebola-Epidemie verloren. Der Kleine, der auf dem Bild zu sehen ist, hatte mehr Glück. Er hat die Infektion überlebt.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
3 / 17

Das Zuhause: Nachdem sein Bruder an Ebola starb, nahm der Imam auch dessen elf Kinder bei sich auf. Vor der Epidemie lebte die Familie von dem, was sie anbaute. Als ein Großteil der Familie erkrankte, konnte sie die Felder jedoch nicht mehr bewirtschaften.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
4 / 17

Identität bescheinigt: Ousman ist erst 6 Jahre alt, auch er zählt zu den Kindern des Geistlichen. Aus Angst, dass Ebolaviren daran haften könnten, wurde das Eigentum der Familie verbrannt - darunter auch die Geburtsurkunden. Die Organisation Save the Children, in deren Auftrag die Fotos entstanden sind, verhalf dem Jungen zu einer neuen Urkunde.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
5 / 17

Auf sich gestellt: Die 27-jährige Nadereba Sanoh hält ihren einjährigen Sohn auf dem Schoß. Er und sein Vater infizierten sich mit Ebola. Das Kind überlebte, der Vater starb. Die Epidemie begann Ende 2013, seitdem sind mehr als 27.000 Menschen erkrankt, mehr als 11.000 starben.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
6 / 17

Waisen: Massou (r.)und ihre kleine Schwester kümmern sich um die Wäsche. Die 15-Jährige wollte Ärztin werden, um ihrer Familie zu unterstützen. Nachdem ihre Eltern an Ebola starben, musste sie die Schule abbrechen. Jetzt hilft sie der zweiten Frau ihres Vaters, ihre zehn Geschwister zu versorgen. Vor seinem Tod bestellte ihr Vater Reisfelder. Anschließend fehlte der Familie das Geld, um die Felder weiter zu bewirtschaften. Jetzt arbeitet das Mädchen für einen geringen Lohn auf anderen Farmen.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
7 / 17

Kinder in einer Schule in Daro: In der Nähe der Ortschaft im Süden Guineas, im Urwald an der Grenze zum Liberia, kam es im Dezember 2013 wahrscheinlich zum erstem Ebola-Fall der verheerenden Epidemie. Ein Kleinkind hatte sich vermutlich beim Verzehr von Buschfleisch mit dem Virus infiziert.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
8 / 17

Mitten im Urwald: Kinder spielen auf einem von Helfern neu gebauten Spielplatz. Noch immer infizieren sich Menschen in Guinea mit dem Virus, in der Woche bis zum 12. Juli gab es 13 neue Ebola-Fälle in der Küstenregion. Erst wenn es 42 Tage lang (doppelte Inkubationszeit) keine Fälle mehr gibt, ist die Gefahr komplett gebannt.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
9 / 17

Zwei Frauen fahren in Kerouane am Gesundheitszentrum vorbei: Sechs Mitarbeiter des Krankenhauses, darunter der Direktor und seine Frau, starben während des Ausbruchs an Ebola. Die Epidemie hat das Gesundheitssystem des Landes zusätzlich geschwächt, die Behandlung vieler anderer Krankheiten wie Malaria, Masern oder Durchfall wurde vernachlässigt.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
10 / 17

Ein Arzt untersucht den elfjährigen Maurice: Er hatte sich den Rücken gebrochen und eine tiefe Wunde am Oberschenkel zugezogen, als er beim Spielen von einem Baum fiel. Seine Eltern trauten sich nicht, mit ihrem Sohn zum Arzt in die Stadt zu gehen - aus Angst, er könnte sich dort mit Ebola infizieren. Es waren zu viele Nachbarn an der Erkrankung gestorben.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
11 / 17

Fußballmannschaft in Kounkan: Eine unbeschwerte Kindheit ist für die jungen Männer undenkbar. Die Epidemie hat ihnen nicht nur Angehörige genommen, sondern oft auch die Lebensgrundlage. Weil zu viele Arbeiter erkrankt waren, wurden viele Felder nicht bewirtschaftet, jetzt liegen sie brach.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
12 / 17

Neuer Fußballplatz: "Wenn es keine Fälle mehr gibt, ist es an der Zeit, wieder aufzubauen", schreibt Save the Children. In Teilen haben Hilfsorganisationen schon damit angefangen. Hier spielt ein Junge Fußball auf einer Fläche, die Helfer geschaffen haben.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
13 / 17

Schwere Hilfe: Nachdem ihre Eltern im Dezember 2014 starben, magerte die Achtjährige ab und war stark unterernährt. Trotzdem wollte ihr Onkel nicht, dass sich Helfer um sie kümmern - im Dorf gab es viele Vorbehalte gegen die Helfer. Als der Onkel schließlich doch zuließ, dass das Mädchen behandelt wird, beschuldigten ihn Nachbarn, er verkaufe das Kind an Fremde.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
14 / 17

Ihr Zuhause: Hier lebt die Achtjährige mit ihrem Onkel, ihrer Tante und ihren Cousins. Neben den Verlusten ihrer Familienmitglieder sind viele Ebola-Überlebende auch der Stigmatisierung durch andere Dorfbewohner ausgesetzt.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
15 / 17

Tausende Waisen: In Liberia, Sierra Leone und Guinea haben mehr als 16.000 Kinder einen oder beide Elternteile durch Ebola verloren. "Immer, als sie nach ihrem Vater fragten, sagte ich den Kindern, dass sie Fußball spielen sollen", erzählt eine Frau, die acht Nichten und Neffen aufgenommen hat.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
16 / 17

14 der 15 Kinder einer Familie in Kounkan: Ihr Vater hinterließ neben den Kindern drei Frauen. Vor dem Ausbruch kannte kaum jemand in der Region das Ebolavirus, es hatte in Westafrika noch keinen dokumentierten Ausbruch gegeben.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children
17 / 17

Platz bei der Schule in Zessou: Ein Bild wie dieses wäre vor wenigen Monaten noch nicht denkbar gewesen. Um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen, waren die Schulen des Landes mehr als ein halbes Jahr lang geschlossen. Jetzt kehren die Menschen langsam wieder zur Normalität zurück.

Foto: Ricci Shryock/ Save the Children