Deutschland in der Einzelkritik Das ist die Krönung

Neuer fliegt und hält, Schweinsteiger kämpft, Boateng räumt alles ab - und Mario Götze? Trifft für die Ewigkeit. Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik.
1 / 14

Manuel Neuer (Tor, Bayern München): War auch im Finale so sicher wie im gesamten Turnier. Der Welttorhüter war sowohl bei Distanzschüssen als auch bei hohen Bällen sehr konsequent und abgeklärt. Hatte lediglich in der 57. Minute eine heikle Situation zu meistern, als er beim Herauslaufen Higuaín mit dem Knie am Kopf traf. Neuer ging bei dieser WM häufig sehr hohes Risiko ein, es ging nicht einmal daneben. Weltmeisterlich!

Foto: Robert Cianflone/ Getty Images
2 / 14

Benedikt Höwedes (Abwehr, FC Schalke 04): Stand, insbesondere im ersten Durchgang, defensiv deutlich unorganisierter als in den beiden vorherigen Partien. Rückte immer wieder zu früh ins Abwehrzentrum oder in die Offensive. Erzeugte damit Räume, die vor allem Messi mit seinem unglaublichen Tempo bespielte. Höwedes wäre trotzdem beinahe zum Helden geworden, aber er köpfte einen Kroos-Eckball völlig freistehend an den Pfosten. Weltmeisterlich!

Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP
3 / 14

Jérôme Boateng (Abwehr, Bayern München): War in der 40. Minute hellwach, als Messi ein Solo mit einem starken Pass von der Grundlinie in den Rücken der deutschen Abwehr abschloss. Boateng klärte den Ball drei Meter vor dem leeren deutschen Tor und verhinderte damit die argentinische Führung. Spielte insgesamt sehr konzentriert, ohne jeglichen Schnörkel. Messi versuchte, sich immer wieder von ihm zu entfernen, was wahrscheinlich das größte Kompliment für den Münchner Verteidiger sein dürfte. Gewann unglaubliche 84 Prozent seiner Zweikämpfe. Weltmeisterlich!

Foto: SERGIO MORAES/ REUTERS
4 / 14

Mats Hummels (Abwehr, Borussia Dortmund): Lief erneut als Abwehrchef auf und war auch diesmal extrem gefordert. Musste zahlreiche Zweikämpfe führen, von denen er die allermeisten sauber meisterte. Hummels offenbarte lediglich in den Laufduellen mit Messi, wo seine Grenzen liegen - selbst mit dem Ball war der Argentinier deutlich schneller als der BVB-Verteidiger. Hummels' Stellungsfehler zu Beginn der Verlängerung hätte beinahe die argentinische Führung zur Folge gehabt. Aber Palacio setzte seinen Heber knapp neben den deutschen Kasten. Hummels' Leistung? Weltmeisterlich!

Foto: Srdjan Suki/ dpa
5 / 14

Philipp Lahm (Abwehr, Bayern München): Beackerte seine rechte Seite unermüdlich und brachte viele gute Flanken in den argentinischen Strafraum. Machte defensiv auch einen starken Job, ließ Lavezzi und später Agüero nur wenige Räume. Rückte immer wieder geschickt in die Mitte ein, unterstützte damit die beiden Innenverteidiger. Weltmeisterlich!

Foto: FRANCOIS XAVIER MARIT/ AFP
6 / 14

Christoph Kramer (Mittelfeld, Borussia Mönchengladbach): Rutschte kurz vor dem Anpfiff für den verletzten Sami Khedira in die Startaufstellung. Hätte jemand dem Mönchengladbacher vor drei Monaten gesagt, dass dieser bei der WM in Brasilien im Maracanã das Endspiel von Beginn an bestreiten würde, hätte Kramer ihn wohl ausgelacht. Doch der Traum des 23-Jährigen platzte jäh nach 17 Minuten, als die argentinische Abwehrkante Ezequiel Garay Kramer ansatzlos mit der Schulter umhaute. Kramer wirkte benommen, quälte sich in der Folge über den Platz und musste in der 31. Minute ausgewechselt werden. Weltmeisterlich!

Foto: DAVID GRAY/ REUTERS
7 / 14

André Schürrle (Mittelfeld, FC Chelsea, ab 31. Minute): Kam für den verletzten Kramer und ging auf die linke Angriffsseite. Konnte mit seiner Dynamik einige Konter des deutschen Teams laufen, spielte den letzten Pass aber häufig nicht sauber genug in den gegnerischen Strafraum. Außer in der 113. Minute: Seine Flanke auf Götze machte Deutschland zum Weltmeister. Weltmeisterlich!

Foto: Matthias Hangst/ Getty Images
8 / 14

Bastian Schweinsteiger (Mittelfeld, Bayern München): War immer zur Stelle, wenn es für Deutschland brenzlig wurde. Rückte häufig bis tief in den eigenen Strafraum hinein, schmiss sich in Bälle, konnte so einige gefährliche Schüsse abwehren. Wirkte allerdings gegen die schnellen Konter der Argentinier zunächst ein wenig machtlos, schaffte es zu selten, die argentinischen Pässe im Mittelfeld abzufangen. Bekam dadurch nicht den Zugriff auf das deutsche Spiel, den er im Viertel- und Halbfinale hatte. Quälte sich am Ende trotz Krämpfen und einer blutenden Wunde durch das Spiel. Großer Einsatz. Weltmeisterlich!

Foto: Robert Cianflone/ Getty Images
9 / 14

Toni Kroos (Mittelfeld, Bayern München): Hätte in der 21. Minute beinahe die argentinische Führung vorbereitet. Köpfte einen Ball aus dem Mittelfeld völlig unkoordiniert in Richtung Manuel Neuer und damit direkt vor die Füße von Gonzalo Higuaín. Dieser schloss aber zu überhastet ab. Kroos spielte davor und danach recht unscheinbar, traute sich zu selten seine gefährlichen vertikalen Pässe zu, brachte deshalb das kompakte argentinische Mittelfeld kaum in Bewegung. Gefährlich wurde es hingegen immer, wenn Kroos zum Eckball ging. Kreierte damit auch die beste deutsche Torchance, aber Höwedes scheiterte per Kopf am Pfosten. Weltmeisterlich!

Foto: DPA
10 / 14

Mesut Özil (Mittelfeld, FC Arsenal): Rückte nach Kramers Verletzung auf seine Lieblingsposition in die Zentrale. Und fühlt er sich einfach sichtlich wohler als in der Position des Rechtsaußen. Zwar nahm er sich auch gegen Argentinien etliche Auszeiten, in denen man nichts von Özil sah. Aber wenn er mal glänzte, dann wurde es immer gefährlich. Sein Pass in der 82. Minute war eine Augenweide, er hebelte damit die gesamte argentinische Defensive aus. Lediglich Kroos schaffte es nicht, die starke Vorlage zu nutzen. Weltmeisterlich!

Foto: Matthias Hangst/ Getty Images
11 / 14

Thomas Müller (Mittelfeld, Bayern München): Wurde von Löw nominell auf der rechten Angriffsseite aufgeboten. War faktisch aber überall. Im Strafraum, links, in der Mitte, in der eigenen Abwehr. Müller rannte wie ein Wahnsinniger, riss immer wieder Lücken in der gegnerischen Abwehr. Wurde mit zunehmender Spieldauer aber immer ungenauer bei seinen Flanken. Sein hoher Aufwand und die dadurch entstandene Müdigkeit machten sich da bemerkbar. Weltmeisterlich!

Foto: DAVID GRAY/ REUTERS
12 / 14

Miroslav Klose (Angriff, Lazio Rom): Rieb sich zwischen Garay und Demichelis extrem auf. Wenn er den Strafraum verließ, wurde er sofort von Mascherano aufgenommen. Bewegte sich viel, bekam aber kaum freie Räume und noch weniger brauchbare Bälle. Wurde als neuer WM-Rekordschütze in der 87. Minute ausgewechselt. Weltmeisterlich!

Foto: NELSON ALMEIDA/ AFP
13 / 14

Mario Götze (Mittelfeld, Bayern München): Der Weltmeister-Macher! Nahm eine Schürrle-Vorlage in der 113. Minute mit der Brust an und schoss den Ball volley ins argentinische Tor. Eine technische Meisterleistung. Dabei wurde Götze erst in der 87. Minute für Klose eingewechselte und konnte bis zu seinem Tor kaum echte Akzente setzen. Spielte insgesamt eine unbefriedigende WM, aber sein Final-Tor ist für die Ewigkeit. Weltmeisterlich!

Foto: JUAN MABROMATA/ AFP
14 / 14

Per Mertesacker (Abwehr, FC Arsenal): Der lange Abwehrspieler kam in der 120. Minute für Özil und hatte nur eine Aufgabe: alle argentinischen Bälle aus dem deutschen Strafraum zu befördern. Half auf diese Weise mit, den vierten Weltmeistertitel zu gewinnen. Weltmeisterlich!

Foto: Marcus Brandt/ dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.