DFB-Einzelkritik Starker Schweinsteiger, cooler Khedira

Beim 2:1-Sieg gegen die Niederlande zeigte die deutsche Nationalmannschaft eine starke Leistung. Bastian Schweinsteiger legte beide Treffer von Mario Gomez auf, Sami Khedira übernahm die Abräumer-Rolle im Mittelfeld. Das DFB-Team in der Einzelkritik.
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Manuel Neuer (Torwart, FC Bayern): Gleich zu Beginn legte der Münchner den Grundstein für den deutschen Erfolg, als er gegen Robin van Persie in höchster Not seine übliche Ruhe bewahrte. Damit war fast die beste Oranje-Torgelegenheit der gesamten Partie vereitelt. Eine Klasse-Parade auch in der zweiten Hälfte. Der Torwart ist derzeit in bestechender Verfassung. Am Gegentor war er schuldlos.

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Jérôme Boateng (Abwehr, FC Bayern): Nicht ganz so überzeugend wie gegen Portugal. In den ersten 20 Minuten liefen fast alle niederländischen Angriffe über seine Abwehrseite, nicht immer war er in der Lage, die Attacken von Sneijder und Co. frühzeitig auszubremsen. Eine spektakuläre Rettungsaktion hat er aber immer dabei - auch diesmal zeigte er vollen Körpereinsatz und verhinderte in der zweiten Hälfte einmal den Anschlusstreffer. Kassierte seine zweite Gelbe Karte, aber der Zeitpunkt wird ihn nicht traurig machen.

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Philipp Lahm (Abwehr, FC Bayern): Der Kapitän tat zu Anfang erst so, als seien ihm die Laufwege seines Münchner Teamkollegen Arjen Robben nicht vertraut, womit er in Deutschland wahrscheinlich mittlerweile der Einzige wäre. Lahm brauchte eine Viertelstunde, um in die Partie zu kommen. Danach aber zeigte er sich bissig - und ließ über seine Abwehrseite fast nichts zu.

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Holger Badstuber (Abwehr, FC Bayern): Wer ist denn nun der Abwehrchef - und ist das nur ein Streit um einen künstlichen Medienbegriff? Egal. Badstuber leistet im Moment Spiel für Spiel Chef-Arbeit ab. Der junge Innenverteidiger spielt so, wie man es ihm vor zwei Jahren noch nicht zugetraut hätte. Abgeklärt, als hätte er so viele Spiele auf dem Buckel wie ein 35-jähriger Mark van Bommel auf der Gegenseite. Aber viel effizienter.

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Mats Hummels (Abwehr, Borussia Dortmund): Der Dortmunder fiel gegen die Niederlande nicht so auf wie gegen Portugal - aber das war in dieser Partie ein gutes Zeichen. Er musste erst in der Endphase so viel Arbeit verrichten wie in dem Auftaktmatch und tat das alles ruhig und unaufgeregt. Hummels ist eben ein selbstbewusster Spieler, man sieht es. Und fast hätte er sogar ein Tor gemacht.

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Bastian Schweinsteiger (Mittelfeld, FC Bayern): Da muss wohl auch SPIEGEL ONLINE einiges zurücknehmen, hatten wir ihn doch zuvor "Löws schlappen Leader" genannt. Schweinsteiger war vor dem Spiel allerdings auch von anderer Seite teilweise hart kritisiert worden. Er hat die Antwort gegeben. Beide Tore bereitete er vor, auch sonst war er ein ganz anderer als noch im Auftaktmatch. Er werde seine Top-Form schon noch bekommen, hat er gesagt. Er hat damit wohl recht behalten. Und die Kritiker unrecht.

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Sami Khedira (Mittelfeld, Real Madrid): Khedira und Schweinsteiger scheinen sich die Arbeit aufzuteilen auf ihrer defensiven Mittelfeldposition. Wenn der eine auffällig ist, hält sich der andere zurück. Dies war das Spiel des Bastian Schweinsteiger. Khedira war sein Backup, er hielt Schweinsteiger den Hinterhof sauber. Das machte er wie gewohnt cool. Wie einer nun mal sein sollte, wenn er bei den "Königlichen" spielt.

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Mesut Özil (Mittelfeld, Real Madrid, bis 81.): Temperaturen wie in Spanien, für Özil ideale Arbeitsbedingungen. Der ganz große Geistesblitz ging auch gegen die Niederländer nicht von ihm aus. Aber Özil bot läuferisch und von der Spielübersicht her eine deutliche Steigerung gegenüber dem Portugal-Spiel. Durchaus überzeugend, ohne großartig zu glänzen.

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Thomas Müller (Mittelfeld, FC Bayern, bis 90.+2): Immer anspielbar, immer einsatzbereit. So ist er, der Bayern-Spieler, und so war das auch gegen die Niederlande. Torschützenkönig wird er diesmal allerdings nicht werden. Längst nicht mehr mit einem solchen Zug zum Tor wie vor zwei Jahren bei der WM. Aber bei Müller hat man immer das Gefühl, dass sein großer EM-Moment irgendwann noch kommt. Ruhig auch später im Turnier. In der Nachspielzeit wurde er durch Lars Bender ersetzt.

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Lukas Podolski (Mittelfeld, 1. FC Köln): Es war das 99. Länderspiel für den künftigen Londoner. Man merkte, dass er sich viel für dieses Prä-Jubiläumsmatch vorgenommen hatte. Podolski arbeitet nach hinten viel mit, was bei ihm durchaus nicht selbstverständlich ist. Viel Torgefahr strahlte er zwar nicht aus, aber dafür ist ja sein Kollege Gomez derzeit zuständig. Kämpferisch stark.

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Mario Gomez (Angriff, FC Bayern, bis 72.): Mehmet Scholl wird froh gewesen sein, dass dieser Abend von den ZDF-Kollegen übertragen wurde. Zumindest hat ihm das erspart, gewunden zu erklären, warum dieser Mario Gomez doch so wertvoll fürs Team ist. Er ist es, weil er die Tore schießt. Alle deutschen EM-Treffer gehen bisher auf sein Konto. Da muss man einfach verstummen. Und anerkennen. Da ist einer auf dem Weg zum Torschützenkönig.

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Miroslav Klose (Angriff, Lazio Rom, ab 72.): Er kam diesmal zu früh statt zu spät. Kaum war Klose im Spiel, fiel der Anschlusstreffer. In der niederländischen Druckphase nach dem Tor fiel er als Stürmer nur noch wenig auf. Beinahe wäre ihm trotzdem kurz vor Schluss ein Gerd-Müller-Gedächtnistor gelungen.

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Toni Kroos (Mittelfeld, FC Bayern, ab. 72.): Sein zweiter Kurzeinsatz bei dieser EM. Seine Ansprüche sind höher, als nur ein paar Minuten spielen zu können. Im Moment wird er es schwer haben, in die erste Elf zu kommen. Die Plätze im Mittelfeld scheinen besetzt zu sein.

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Lars Bender (Mittelfeld, Bayer Leverkusen, ab 90.+2): Durfte mitjubeln.

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