Einzelkritik Deutschland Kimmich - ein Gewinn für die Offensive

Joshua Kimmich bereicherte mit seinem mutigen Spielstil die deutsche Offensive. Mesut Özil demonstrierte seine Klasse. Manuel Neuer konnte sich hingegen kaum auszeichnen. Die Deutschen in der Einzelkritik.
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Manuel Neuer, Tor: Ohne jede Chance, sich auszuzeichnen. An dem aggressiven Rot, das er diesmal zur Torwartkleidung gewählt hatte, lag es weniger als vielmehr daran, dass die Nordiren keine Chance fanden, bis zu ihm durchzudringen. Er hat einen extrem schonenden Abend erlebt.

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Jonas Hector, Abwehr: Hatte defensiv auf seiner Seite wenig zu erledigen und entsprechend viel Zeit und Gelegenheit, sich nach vorne einzuschalten. Machte das auch besser als zuvor. Vor allem seine Zuspiele und Flanken in den Strafraum kamen präziser.

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Mats Hummels, Abwehr: Der Innenverteidiger erledigte seine Aufgaben problemlos. Nach vorne hätte man sich vielleicht noch ein bisschen mehr Impulse gewünscht. Aber dafür ist ja auch sein Nebenmann in der Abwehrzentrale zurzeit zuständig.

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Jérôme Boateng, Abwehr (bis 76. Minute): Hinten hatte er ebenfalls nicht viel Arbeit: Die, die anfiel, wurde in bewährter Manier getan – bis auf eine Ausnahme, als er sich überlaufen ließ. Seine Pässe in die Spitze und auf die Flügel sind eine einzige Augenweide. Wenn das so weitergeht, ist er bald der beste Passgeber im deutschen Team. In der zweiten Hälfte wirkte er nach einem Sprint angeschlagen und wurde sofort ausgewechselt.

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Benedikt Höwedes, Abwehr (ab 76. Minute): Kam für Boateng dann doch noch zu seinem dritten Turniereinsatz. Hatte die Abwehrzentrale abzusichern, und das kann er.

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Joshua Kimmich, Abwehr: Der Rechtsverteidiger ist vor allem für die Offensive ein Gewinn. Viel angriffslustiger als Benedikt Höwedes auf dieser Position, war er in zahlreiche Offensivaktionen verwickelt. Machte das gut, brachte endlich Flanken ins deutsche Spiel ein. Was er defensiv kann, das wird man an anderer Stelle sehen. Den Beweis konnte er gegen die Nordiren nicht liefern. Aber wie heißt es so schön: Er empfahl sich für weitere Aufgaben. Sehr sogar.

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Sami Khedira, Mittelfeld (bis 69. Minute): Immer noch derjenige im deutschen Spiel, der das wenigste Tempo einbringt. Das musste er allerdings gegen die tiefstehenden Nordiren auch kaum, er hatte viel Platz und viel Zeit, die Bälle zu verteilen. Das machte er ganz ordentlich. Nach 68 Minuten machte er Platz für seinen alten Kumpel Bastian Schweinsteiger.

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Bastian Schweinsteiger, Mittelfeld (ab 69. Minute): Die Luft reicht jetzt also in jedem Fall schon mal für 22 Minuten, nachdem der Kapitän gegen die Polen noch komplett zugesehen hatte. Das Spiel kam ihm entgegen, es war in der zweiten Halbzeit ähnlich statisch. Er musste nicht mehr investieren.

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Toni Kroos, Mittelfeld: Stand diesmal im Schatten seines Mittelfeldkollegen Mesut Özil. Wie immer Passverteilungsstation der deutschen Mannschaft, so manches Zuspiel misslang ihm jedoch, was man mittlerweile nur noch selten bei ihm sieht. Eine gute Partie war es dennoch.

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Thomas Müller, Mittelfeld: Dass Müller in diesem Spiel keinen Treffer erzielt hat, ist ein Wunder. Er hatte mindestens fünf, sechs Chancen einer Güte, aus denen er normalerweise sieben Tore macht. Aber irgendwas kam immer dazwischen. Es ist verrückt, aber Thomas Müller hat bei einer EM tatsächlich noch kein einziges Tor geschossen. So nah dran wie an diesem Abend war er allerdings noch nie.

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Mario Götze, Mittelfeld (bis 55. Minute): Fiel gegenüber seinen Nebenleuten in der Offensive ab. Auch er war durchaus gefährlich, hatte seine Großchancen, aber verlor auch viele Bälle, lief zuweilen falsch oder seinem Gegenspieler hinterher. Bekam aber in jedem Fall ein Fleißkärtchen. Ein Tor hätte er aber auch machen können, nein, müssen. Nach 54 Minuten durfte er bereits gehen.

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Andre Schürrle (r.), Mittelfeld (ab 55. Minute): Hatte diesmal mehr als eine halbe Stunde Zeit in seiner typischen Joker-Rolle. Begann gleich mit einem Ballverlust, der fast teuer geworden wäre. In seiner jetzigen Verfassung noch keine Option für mehr.

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Mesut Özil, Mittelfeld: Erheblich verbessert gegenüber seinen bisherigen Auftritten. Und das ist noch eine zurückgenommene Formulierung. Er werde noch kommen, hatte Bundestrainer Joachim Löw prophezeit, und gegen die Nordiren kam er. Passsicher mit vielen starken Anspielen in die Spitze, in der ersten Hälfte Geistesblitze im Minutentakt. So kann Mesut Özil in der Nationalmannschaft eben auch spielen. Man hat es länger nicht gesehen, es war gut, dass er seine Extraklasse mal wieder demonstriert hat.

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Mario Gómez, Sturm:Es war gut, dass Mario Gomez in der 30. Minute getroffen hat. So hat er die Diskussionen um seine Aufstellung auf die wirksamste Weise zum Schweigen bringen können. Von seinem Tor abgesehen agierte der Torschützenkönig der Süper Lig zuweilen unglücklich, kurz vor der Pause hätte er das 2:0 erzielen müssen. Aber, wie Thomas Müller sagt: "Wer das Tor erzielt, ist der Gute.“ Und Mittelstürmer sollen Tore erzielen, dafür stehen sie auf dem Feld. Aufgabe erfüllt.

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