Die Bayern-Stars in der Saisonkritik: Hummels punktet, Müller schwächelt 01.05.2017
 Carlo Ancelotti (Trainer) 3 Sterne: Als der 57-Jährige im Sommer 2016 seinen...
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Carlo Ancelotti (Trainer) 3 Sterne: Als der 57-Jährige im Sommer 2016 seinen Dienst in München antrat, herrschte an der Säbener Straße große Freude, vor allem bei den Spielern. Nach drei intensiven Jahren unter dem emotional distanzierten Katalanen Josep Guardiola hatten sie nun endlich wieder einen Trainer mit warmem Herz und offenem Ohr. Mehr der Typ liebenswerter Großonkel, einer zum Anvertrauen, wie einst Ottmar Hitzfeld und Jupp Heynckes. Menschlich verstanden sich Mannschaft und Trainer schnell, spielerisch nicht. Es dauerte bis zur Rückrunde, bis die Spieler seine strategischen Ideen auf dem Platz flüssig umsetzen konnten. Doch so gut das in der Bundesliga funktionierte, so schlecht lief es im April, als es wirklich darauf ankam. Auch wenn die Bayern gerade in dieser Phase Pech mit Verletzungen hatten: Der oft lethargisch wirkende Ancelotti wechselte in beiden Spielen gegen Real Madrid im falschen Moment die falschen Spieler aus und trug daher eine große Mitschuld am frühen Aus im Viertelfinale der Champions League. Zudem hielt er zu sehr an seinen Routiniers fest, weshalb gerade der zu Saisonbeginn fröhlich aufspielende Joshua Kimmich als dauerhafter Bankdrücker die Lust und auch das Selbstvertrauen verlor. Nach dem Aus im Pokal-Halbfinale blieb ihm als Trostpreis nur die Meisterschaft. Ein sehr durchwachsenes erstes Jahr für den Mister. Prognose: Hat nach dem ersten Eingewöhnungsjahr nach wie vor die volle Rückendeckung des Präsidiums, steht für die kommende Saison aber enorm unter Zugzwang. Ancelotti muss nun liefern und Titel holen, mindestens ein Double. Gelingt auch 2018 nur der Pflichttitel deutsche Meisterschaft, könnte Ancelottis Zeit in München nach zwei Jahren schon wieder vorbei sein.