Flugpionierin Beryl Markham Die "goldene Löwin"

Sie betörte einen britischen Prinzen, begeisterte Hemingway und ging notorisch fremd: Beryl Markham, Afrikas erste Buschpilotin, hasste Konventionen - und wollte vor 80 Jahren als Erste den Atlantik von England aus überqueren.
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Konfettiparade für die Pionierin: Glücklich streckt Beryl Markham bei ihrer Ankunft in New York am 6. September 1936 die Hände in die Luft. Die Menge umjubelt die Flugpionierin frenetisch. Die Wunde auf ihrer Stirn stammt von der Bruchlandung in der kanadischen Seeprovinz Neuschottland. Geflogen war Markham bei Sturm und Regen, in einem kleinen, einmotorigen Flugzeug aus Holz, das nicht einmal über eine Funkausrüstung verfügte - und dennoch gelang ihr als erste Frau die Überquerung des Atlantik in Ost-West-Richtung.

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Tollkühner Vamp: Die britische Flugpionierin Beryl Markham (1902-1986) war eine außergewöhnlich hübsche, große Frau, der die Männer reihenweise verfielen. "Sie war eine wundervolle Erscheinung, bewegte sich anmutig wie eine Katze. Wenn sie durch den Raum schritt", erinnerte sich ein Zeitgenosse, "war es so, als ob man eine goldene Löwin beobachten würde."

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Fluglehrer und Lover: Der britische Pilot Tom Campbell Black (rechts auf dem Foto von 1935, mit seiner Ehefrau Florence Desmond und seinem Kopiloten MacArthur) weckte bei Beryl Markham die Leidenschaft fürs Fliegen. Zudem verliebte sich die Engländerin unsterblich in ihren Fluglehrer, der mit Wilson Airways Kenias erste kommerzielle Fluggesellschaft aufgebaut hatte.

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Ende der Reise: Ein abruptes Ende nahm Markhams Rekordflug in Neuschottland. 21 Stunden und 25 Minuten nachdem sie am 4. September 1936 in England gestartet war, krachte ihre Maschine in den Morast - es lag an einer vereisten Tankzufuhr. Dennoch war ihr Flug ein Erfolg: Markham hatte abermals bewiesen, dass es möglich war, nonstop in Ost-West-Richtung über den Atlantik zu fliegen. Als ersten Menschen war dies dem schottischen Piloten Jim Mollison im Jahr 1932 gelungen, allerdings war er bereits weiter westlich, in Irland, gestartet: Mollison versuchte von Dublin nach New York City zu fliegen, musste aber wegen schlechter Sichtverhältnisse im kanadischen New Brunswick landen.

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Himmelsstürmerin: Beryl Markhams Leidenschaft für die Fliegerei korrespondierte mit einer ausgeprägten Freiheitsliebe. In ihrer 1942 erschienenen Autobiografie "West with the Night" ("Westwärts mit der Nacht") schildert die Pionierin, was das Fliegen für sie bedeutet: "Ich lernte, was jedes träumende Kind wissen muss - dass kein Horizont zu weit ist, um bis zu ihm und über ihn hinaus vorzustoßen." Die Diskussion über die Authentizität der Autobiografie hält bis heute an. Während die Autorin Errol Trzebinski der Ansicht ist, die Memoiren stammten aus der Feder von Raoul Schumacher, dem dritten Ehemann der Flugpionierin, vertritt Markhams Biografin Mary S. Lovell die Auffassung, Schumacher habe den Text lediglich redigiert.

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Die Heldin und der "Möwen"-Macher: Das Bild zeigt Beryl Markham mit Captain Percival, Chef des britischen Flugzeugherstellers Percival, der die Vega Gull ("Möwe") produzierte - jenes einmotorige Flugzeug, mit dem Markham 1936 ihren Rekordflug unternahm.

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Interviews vor dem Abflug: Fröhlich lächelt Beryl Markham einem ihrer Helfer zu, bevor sie auf dem Flugplatz von Abdingdon, Berkshire, in ihre Maschine steigt. Dem "Daily Express" sagte sie kurz vor dem Abflug, sie glaube an die Zukunft einer transatlantischen Fluglinie, sei "sehr zuversichtlich", dass ihr Rekordflug gelinge - und zudem "nicht besonders erpicht darauf, jetzt schon zu sterben". Die Presse bat sie in einem offenen Brief, sie nicht als "Society Mother" und "Flying Mother" zu bezeichnen - sie sei einfach ein gewöhnlicher Mensch.

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Spitzenleistung unter schwierigen Bedingungen: Beryl Markham vor dem Start mit der "Vega Gull". Die Maschine, extra für sie gebaut und finanziert von der britischen Aristokratin June Carberry, verfügte über einen 200 PS-Motor, etliche Zusatztanks und Navigationsinstrumente, aber über keine Funkausrüstung. Problematisch war auch, dass die Zusatztanks keine Füllstandanzeiger hatten und Markham daher den Verbrauch grob kalkulieren musste; die Tanks musste manuell angeschaltet werden.

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Gefeiert wie ein Star: Am 9. September 1936 wurde Beryl Markham (M.) vom New Yorker Bürgermeister Fiorello La Guardia (r.) für ihren Rekordflug geehrt. Aus aller Welt hatte sie Glückwunschtelegramme erhalten. Auch ihr ehemaliger Fluglehrer und Liebhaber Tom Black war begeistert: Er habe geahnt, dass sie es schaffe, "aber das Wetter war entsetzlich schlecht". Markhams Vater sagte, dem "ängstlichsten Tag" in seinem Leben sei der "glücklichste" gefolgt.

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Glücklich trotz Platzwunde: Beryl Markham bei einem Radioauftritt mit dem US-Entertainer Milton Berle (Aufnahme von September 1936). Noch immer muss sie ein Pflaster tragen - ihr Kopf war bei der Bruchlandung in Neuschottland gegen die Cockpitscheibe geknallt.

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Traurige Rückreise: Am 23. September 1936 verließ die Engländerin Beryl Markham New York City wieder in Richtung Heimat - diesmal nicht per Flugzeug, sondern an Bord der "Queen Mary". Die Fröhlichkeit auf dem Foto täuscht: Zu diesem Zeitpunkt wusste Markham schon, dass sie die große Liebe ihres Lebens endgültig verloren hatte: Ihr ehemaliger Fluglehrer Tom Black war am 18. September 1936 bei einer Flugshow in Liverpool gestorben, als eine andere Maschine auf seinem Flugzeug gelandet war.

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Amouröses Viereck: Mit dem englischen Großwildjäger und Buschpiloten Denys George Finch Hatton (Foto von 1931) soll Beryl Markham eine Affäre gehabt haben. Er war der Liebhaber der dänischen Schriftstellerin und Farmerin Karen Blixen, die weltberühmt wurde, als ihre Erinnerungen zur Vorlage des Films "Jenseits von Afrika" wurden. Zudem soll Markham auch eine Affäre mit Blixens Ehemann Baron Bror von Blixen-Finecke gehabt haben.

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Zukunftsfroh: Mit diesem Porträt ehrte die Sonntagsausgabe des französischen "Petit Journal" die Ausnahmepilotin Beryl Markham. Ihre Atlantiküberquerung beweise einmal mehr die "großartigen Möglichkeiten der Luftfahrt von morgen".

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"Es ist wirklich ein verdammt tolles Buch": Mit diesen Worten pries der US-Schriftsteller und passionierte Großwildjäger Ernest Hemingway (Foto von 1934) in einem 1982 entdeckten Brief die Memoiren von Beryl Markham. Sie seien so "fabelhaft gut geschrieben", dass er sich als Schriftsteller unbeholfen und "völlig beschämt" gefühlt habe. An Beryl Markham als Person ließ Hemingway indes kein gutes Haar: Es handele sich um eine "ziemlich unangenehmes Mädchen", so der Schriftsteller. Nach der Entdeckung des Briefs wurde "Westwärts mit der Nacht" 1983 neu aufgelegt - und wurde, anders als noch 1942, zum Bestseller.

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Pionierin der Lüfte, am Boden gestorben: Beryl Markham als Achtzigjährige. Sie starb am 3. August 1986 in Nairobi an einer Lungenentzündung, die sie sich nach einer schweren Operation an der Hüfte zugezogen hatte. Ihre Asche wurde auf der Pferderennbahn von Nairobi verstreut; bis ins hohe Alter galt Markham als eine der besten Pferdetrainerinnen Kenias.

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