Fotopreis der "Royal Society" Hai und weg

Ein Fischschwarm, der einen Hai umtanzt. Ein kleiner Kapuzineraffe, der mit einem riesigen Stein Nüsse zertrümmert. Getarnte Sandschlangen und nachdenkliche Gorillas: Die britische Royal Society hat aus mehr als tausend Einsendungen die schönsten Naturfotos gekürt.
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"Zertrümmern" von Luca Antonio Marino, 2. Platz in der Kategorie "Verhalten"
Nussknacker bei der Arbeit: Von harten Schalen lassen sich Rückenstreifen-Kapuziner nicht abschrecken. Sie verwenden Steine als Hammer und eine feste Unterlage als Amboss , um an den leckeren Inhalt zu kommen. Dieses Alpha-Männchen, das etwa 4,2 Kilo wiege, habe den 3,5 Kilo schweren Stein zum Zertrümmern der Palmennuss genutzt, schreibt Marino. "Kapuziner sind so schnell, dass es schwierig ist, den entscheidenden Moment einzufangen." Es war eine Sache von Millisekunden, als ihm dieses Foto glückte. Aber es war das, was er wollte: "Eine Darstellung der Schönheit und Stärke der Kapuzineraffen."
Beim Fotowettbewerb der britischen Royal Society wurden mehr als tausend Bilder eingereicht, gekürt wurden Preisträger in drei Kategorien.

Foto: Luca Antonio Marino/ Royal Society
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"Mit dem Strom schwimmen: im Schwarm einem Räuber ausweichen" von Claudia Pogoreutz, 1. Platz in der Kategorie "Verhalten"
Wenn der Schwarzspitzen-Riffhai kommt, machen die heringsartigen Fische aus der Familie der Clupeiden Platz. Auf den Malediven gelang Pogoreutz diese Aufnahme. "Obwohl das Foto wie ein Luftbild wirkt, habe ich es vom Steg aus aufgenommen. Der Hai und die Clupeiden schwammen genau unter mir. Ein absoluter Glückstreffer", sagt Claudia Pogoreutz laut einer Mitteilung des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenökologie.

Foto: Claudia Pogoreutz/ Royal Society
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"Fischlaus" von Steve Gschmeissner, besondere Empfehlung
Nur mithilfe eines Elektronenmikroskops ist es möglich, den winzigen Parasiten im Detail zu betrachten. Falschfarben erleichtern das Erkennen der Strukturen. Die Fischlaus ist in europäischen und asiatischen Gewässern zu finden, wo sie Süßwasserfische befällt.

Foto: Steve Gschmeissner/ Royal Society
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"Laufen bei Tagesanbruch" von Jose Juan Hernandez Martinez, besondere Empfehlung der Herausgeber von "Biology Letters"
Die Vogelwelt hat faszinierende Balzrituale hervorgebracht. Hier zeigt ein Kragentrappen-Männchen auf der Kanareninsel Fuerteventura sein prächtiges Halsgefieder, das nur zur Brautschau in voller Pracht präsentiert wird.

Foto: Jose Juan Hernandez Martinez/ Royal Society
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"Der Sand hat Schuppen" von Fabio Pupin, 2. Platz in der Kategorie "Evolutionsbiologie"
In der Namib-Wüste lauert die Zwergpuffotter gut getarnt auf ihre Beute. Viele Schlangen sind Meister der Tarnung, aber die kleine Viper vergräbt sich auf der Lauer fast komplett im Sand. "Hätte ich nicht etwas Sand weggepustet, um das Schuppenmuster freizulegen, wäre sie nicht sichtbar gewesen", schreibt Pupin.

Foto: Fabio Pupin/ Royal Society
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"Farn im Trockenanzug" von Ulrike Bauer, 1. Platz in der Kategorie "Evolutionsbiologie"
Mach mich nicht nass! Die Materialforschung hat einiges von Pflanzen gelernt und kann auch weiterhin vieles von ihnen lernen. So hat das Grünzeug etwa in verschiedener Weise die wasserabweisende Oberfläche perfektioniert. Der hier abgebildete Farn der Art Salvinia molesta ist mit kleinen Haaren übersät, die ebenso wie die Oberfläche des Blattes selbst dem Durchnässen widerstehen. Aufgenommen wurde das Bild im Botanischen Garten Bonn.

Foto: Ulrike Bauer/ Royal Society
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"Abstammung. Dominanz. Gefährdet" von Martha Robbins, 2. Platz in der Kategorie "Ökologie und Umweltwissenschaften"
In Ruanda hat Robbins eine Gruppe Gorillas fotografiert, die in der Nähe des Volcanoes National Park Baumrinde aßen. "Nach einigen Minuten setzte sich der Silberrücken zum Essen hin und blickte in Richtung des Ackerlandes - fast so als würde er die menschliche Gesellschaft betrachten, die in der Nähe der Gorillas lebt."

Foto: Martha M. Robbins/ Royal Society
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"Kaulquappen über Kopf" von Bert Willaert, 1. Platz in der Kategorie "Ökologie und Umweltwissenschaften"
Auch heimische Tierarten können höchst faszinierend sein. Willaert hat Erdkröten-Kaulquappen in Belgien fotografiert. Durch die Überdüngung seien glasklare Gewässer eine Seltenheit, schreibt er. "Als ich die Kaulquappen in einem klaren Kanal sah, wollte ich die Begegnung aus ihrer Sicht aufnehmen." Er meint: "Für den Umweltschutz ist es besonders wichtig, Aufmerksamkeit auf diese gewöhnlichen Augenblicke in unserer Nachbarschaft zu lenken."

Foto: Bert Willaert/ Royal Society
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"Karibische Hirnkoralle" von Evan D'Alessandro, besondere Empfehlung der Herausgeber von "Proceedings B"
Riffbildende Korallen sind faszinierende Wesen. Unter anderem können sie eine Vielfalt von Formen und Farben annehmen. Auf dem Bild ist eine Kolonie der Hirnkorallenart Colpophyllia natans zu sehen. Sind sie genetisch gleich oder verschieden? Und wieso wachsen sie auf diese Art? Diese und andere Fragen wirft das Bild aus Sicht des Fotografen auf.

Foto: Evan D'Alessandro/ Royal Society
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"In Gedanken versunkener Pavian" von Davide Gaglio, besondere Empfehlung
Als Gaglio versuchte, die Paviane im südafrikanischen Cape Point Reserve zu fotografieren, waren die meisten leider recht träge. Ihm sei aber dieser eine aufgefallen, der sein Gesicht mit geschlossenen Augen zur Sonne drehte. "Als ich nahe genug war, ohne ihn zu stören, legte er eine Hand unter sein Gesicht, als wäre er in Gedanken versunken."

Foto: Davide Gaglio/ Royal Society
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