Flüchtlinge Wohnen im Bahnhof Budapest
Nichts wie weg: Die ungarische Regierung schickte Busse an den Ostbahnhof in Budapest, welche die Flüchtlinge an die österreichische Grenze bringen sollten.
Schlafen auf dem Bahnhofsboden: Tausende Menschen, von Säuglingen bis hin zu gebrechlichen Alten, kampierten hier tagelang und dicht an dicht auf Pappe, Isomatten oder in kleinen Zelten, ohne Toiletten, mit nur ein paar improvisierten Wasserhähnen. Vielen ist die totale Erschöpfung anzusehen.
"Viele haben Durchfall und Hautkrankheiten, weil sie sich seit Wochen nicht richtig waschen konnten. Wenn das Desaster hier so weitergeht, dann liegen hier bald Tote, dann werden Leute an Cholera, an Ruhr sterben", sagt der Neurochirurg Jussuf El-Hindi, der den Kranken hilft.
Warten, warten, warten: "Wie kann unsere Regierung nur so unmenschlich sein und solche Zustände zulassen?", sagen Passanten.
Sehnsuchtsort Deutschland: "I want to go to Germany!", schreibt ein Mädchen an die Bahnhofswand.
Der Bahnhof füllt sich erneut: Nach der Abreise Tausender mit Bussen strömen weitere Flüchtlinge zum Ostbahnhof.
Hilfe jeglicher Art von den Behörden? Fehlanzeige.
Was sich in den vergangenen Tagen am Budapester Ostbahnhof abspielte, zeigte das ganze Desaster der ungarischen, aber auch der europäischen Flüchtlingspolitik auf wenigen Hundert Quadratmetern.
Abfahrt: Busse fuhren die übermüdeten Menschen Richtung Österreich.
Jubel: Die Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa flammt auf, als die Busse abfahren.