Hannover Messe Ingenieurskunst wie bei Da Vinci und Scotty

Künstler und Ingenieure in einer Person gibt es nur in der Fiktion oder in der Renaissance? Weit gefehlt! Ausgerechnet auf der Hannover Messe, der hochnüchternen Industrieschau, hat SPIEGEL ONLINE sie gefunden: drei Menschen im Da Vinci Mode.
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Datenhelm EYEsect: Für das Design des Projekts hat sich Erfinder Sebastian Piatza unter anderem die Gigas zum Vorbild genommen, die Kreaturen aus Ridley Scotts Film "Alien".

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Performance beim Dresdner Computerkunstfestival Cynetart: Mit dem Datenhelm kann man seine Augen in die Hände nehmen und in verschiedene Richtungen gleichzeitig schauen.

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Hannover Messe: EYEsect-Erfinder Sebastian Piatza ist mit dem Projekt bei der Kunstpreisverleihung Art of Engineering von Deutschland größtem Ingenieur-Dienstleister Ferchau auf dem dritten Platz gelandet.

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Am Messestand der Firma Ferchau: "Schau mal mit einem Auge auf deine Füße und mit dem anderen nach vorne!"

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Messehalle 2: Auf der Hannover Messe gibt es nicht nur Schalter, Stecker, Sicherungen, Heizelemente, Türgriffe, Trafos, Windturbinenteile und Messinstrumente. Sondern auch versponnene Erfindungen.

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Warum vergibt ausgerechnet ein Engineering-Dienstleister einen Kunstpreis? "Wir wollten ingenieurtechnische Themen mal einer Perspektivänderung unterziehen", sagt Geschäftsführer Frank Ferchau - und zwar einer künstlerischen.

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Renaissance-Mensch Leonardo da Vinci: Es gibt sie auch heute noch, die Universaltalente.

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Herrlich versponnene Bastler findet man offenbar keinesfalls nur in der Fiktion, wie die Muppet-Figuren Beaker und Bunsen.

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Oder James Bonds Quartiermeister Q, hier zu sehen am Set des Films "Im Angesicht des Todes" mit Roger Moore in der Rolle von 007.

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Oder auch Captain Kirks Chefingenieur Scotty vom Raumschiff Enterprise

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Genau den hat sich Kunstpreis-Gewinner Christian Zöllner zum Vorbild genommen. Sein Wettbewerbsbeitrag heißt Ready to Cloud. Das sei, erklärt der 32-Jährige, ein Teleportationssystem.

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Beamen fast wie bei Star Trek: Zöllners Teleporter kann Menschen nicht physisch von einem Ort zum nächsten versetzen, sondern digital: "Man tritt vor einen 3D-Scanner und wird gescannt", erklärt der Erfinder. "Dann baut ein Cloud Generator eine Wolke auf." Dafür hat er mit Disconebel so lange experimentiert, bis sich die Wolkenform rund 30 Sekunden lang hält.

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"Und mit einem Blitzen wird der Live-3D-Scan in diese Wolke reinprojiziert. Man spiegelt sich sozusagen als Hologramm in dieser Wolke, sagt Zöllner. Das Setup steht zeitgleich noch mal an einer anderen Stelle der Welt - dadurch können sich Personen in verschiedenen Zeitzonen gleichzeitig in dem Cloud Space treffen.

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Ingenieurskunst-Performance Ready to Cloud mit einem Laserschwert: Eine Inspiration für das Werk waren auch die Hologramme in den Science-Fiction-Filmklassikern "Krieg der Sterne."

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Das Projekt Ready to Cloud hat beim Ferchau-Kunstpreis Art of Engineering auf der Hannover Messe den ersten Platz belegt.

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Mit dem zweiten Platz des Ingenieurskunst-Preises wurde die Produktgestalterin Annalena Kluge ausgezeichnet.

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Kluge begeisterte die Jury mit ihrem Projekt Seismo Light: Auf zwei nierenförmigen Objekten an der Wand leuchten immer dann Lichtimpulse auf, wenn die Erde bebt. Das Lichtobjekt übersetzt also in Echtzeit die seismische Aktivität des Planeten.

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Für das Objekt stellen drei Institute ihre Daten frei zur Verfügung: das Geoforschungs-Zentrum (GFZ) in Potsdam, das European-Mediterranean Seismological Center (EMSC) und der United States Geological Survey. "Das sind keine Daten, die von Menschenhand in irgendeiner Weise verändert sind", sagt die Wiesbadener Künstlerin Kluge. "Das ist die Urkraft. Der Puls der Erde".

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Grafische Darstellung des Projekts Seismo Light: "Man sieht auch, wenn die Erde nur mit einer leichten Stärke bebt", erklärt Kluge. "Mir ging es darum, für das Thema zu sensibilisieren, weil viele Menschen Erdbeben immer nur als Katastrophe empfinden. Auch durch die Darstellung in den Medien. Die Erde bebt aber jeden Tag 400-mal oder mehr. Es geht einfach darum, zu zeigen: Die Welt, auf der wir uns befinden, bewegt sich und ist aktiv. Das ist das, was faszinierend ist."

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In dem Objekt Seismo Light werden in bestimmten Reihen LEDs angesteuert, um die Erdbeben mit Lichtimpulsen darzustellen. Das Objekt loggt sich eigenständig ins W-Lan ein und bekommt die Daten dafür als RSS-Feeds geschickt.

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Verleihung des Kunstpreises Art of Engineering auf der Hannover Messe - hier im Bild: Jurymitglieder Ulrich Schneider und VDI-Präsident Udo Ungeheuer, Niedersachsens Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajij, Preisträger Sebastian Piatza, Ferchau-Geschäftsführer Frank Ferchau, Gewinner Annalena Kluge und Christian Zöllner. Der Wettbewerb prämiert in diesem Jahr Arbeiten zum Thema Liquid Space - dem Raum in Bewegung.

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