Fünf Wahrheiten über... Helmut Kohl, Kuchenkanzler

Er hielt Mitterands Hand, ließ seine Staatsgäste Saumagen kosten und urlaubte Jahr für Jahr am Wolfgangsee. Aber kennen Sie ihn wirklich? einestages verrät jeden Monat fünf schräge Fakten über einen Promi, von dem jeder alles zu wissen glaubt. Dieses Mal: Helmut Kohl.
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Kuchenkanzler: Jahr für Jahr verbrachten Helmut Kohl und seine Ehefrau Hannelore ihren Sommerurlaub am Wolfgangsee in Österreich - 30 Jahre lang. Der ewige Kanzler war auch der ewige Wolfgangseebesucher, was den beschaulichen Ort St. Gilgen regelmäßig ins Licht der Öffentlichtkeit rückte.

Aber nicht nur der Kanzler tat etwas für St. Gilgen - St. Gilgen tat auch etwas für den Kanzler. Die örtliche Konditorei Dallmann verkauft als Reminiszenz an den berühmtesten Urlauber der Stadt eine süße Komposition aus weißer und dunkler Schokolade: die "Kanzlertorte".

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Ein ungleiches Paar: Apropos Kuchen. Auch internationale Politiker waren schonmal am Wolfgangsee zu Gast, während der Kanzler dort urlaubte. Ein Treffen mit Margret Thatcher soll Kohl jedoch schon nach einer Stunde beendet haben - wichtige Termine! Thatcher war "not amused", da sie ihn angeblich kurz darauf sah, wie er in einem Café ein Stück Kuchen verzehrte.

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Brille Dancker: Helmut Kohl galt nie als modischer Trendsetter. Weder die zunächst dunkel, später hell umrandete (aber immer sehr große) Brille noch die Anzüge des Kanzlers schienen besonders exklusiv zu sein. Doch Kohl hatte sehr wohl Stil.

Seine Sehhilfe ließ Kohl in Bonn anfertigen - und befand sich beim Optiker Dancker in der Sternstraße in prominenter Gesellschaft. Auch Konrad Adenauer, Walter Scheel und Richard von Weizsäcker schworen auf Dancker, der sich deshalb auch "Bundestagsoptiker" nannte. Das Unternehmen verweist noch immer stolz darauf, dass der Dalai Lama ebenfalls Kunde sei - und auch heute noch die Brille trage, die ihm einst Ludwig Danckers Vater verpasst habe.

Und auch bei seinen Anzügen machte Kohl keine Kompromisse - allerdings aufgrund seiner Statur wohl zwangsweise: Die wurden von der Maßschneiderei von Volkmar Arnulf in Berlin angefertigt.

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Ausgezeichnet! Michail Gorbatschow, Margret Thatcher, Francois Mitterand - all die Staatsgäste, die Helmut Kohl empfing, mussten probieren, wenn der Kanzler die Spezialität seiner Heimat auftischen ließ: Pfälzer Saumagen. Am Ende seiner Kanzlerschaft war so der - natürlich völlig falsche - Eindruck entstanden, Kohl habe sich von nichts anderem als im Schweinemagen gegartem Schweinefleisch ernährt.

Ebenso wenig stimmt die Legende, Kohl habe im Sinne der Heimatpflege die Einführung des Saumagen-Ordens angeregt. Den verleiht die Schifferstadter Karneval- und Tanzsport-Gesellschaft "Schlotte" seit 1992 ganz freiwillig. Erster Preisträger war, wen wundert es, Helmut Kohl.

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Ein Früchtchen: Gerhard Schröder nannte man "Genosse der Bosse" oder in Anspielung auf seinen edlen Zwirn auch den "Brioni-Kanzler". Das klang mächtig oder wenigstens cool. Schröders Vorgänger hatte da weniger Glück. Sein Spitzname war "Birne". Aber woher kam er?

Verpasst hatte ihm den wenig schmeichelhaften Namen das Satiremagazin "Titanic", das ihn Anfang der Achtziger als Birne mit Stengel zeichnete. Der Spitzname gefiel dem Kanzler zunächst überhaupt nicht. Doch zur Bundestagswahl 1987 landeten Kohls PR-Strategen einen Scoop: Sie verteilten selbstironische "I like Birne"-Anstecker. Und "Birne" triumphierte.

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