Wie die Zeit vergeht mit... ...Fitnessgeräten

Ergometer, Rudergerät, "Schönheitsmaschinen": Vor über 160 Jahren entwickelte ein Schwede die ersten Trainingsgeräte. Anfangs zur mechanischen Behandlung körperlicher Leiden gedacht, entstand schon bald ein Fitnesstrend, der bis heute anhält. einestages zeigt die Entwicklung der Geräte, die immer auch ein Spiegel der Gesellschaft waren. Reisen Sie in der einestages-Bildergalerie durch die Jahrzehnte!
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1850

Alles begann mit einem schwedischen Arzt und ein bisschen Fantasie. Gustav Zander erfand das Trainingsgerät bereits in den 1850er Jahren und revolutionierte damit die Physiotherapie bis heute. Zander überlegte damals, wie er sich die Arbeit erleichtern und gleichzeitig seinen Patienten besser helfen könnte.

Schließlich entwickelte er verschiedene Apparate zur mechanischen Unterstützung seiner Heilmethoden. Die "medico-mechanische Therapie" stieß auf großes Interesse und so begann 1877 die industrielle Herstellung von Zanders Geräten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in Deutschland 79 Zanderinstitute, in denen Patienten mit unterschiedlichsten körperlichen Leiden mit den neuen Sportgeräten behandelt wurden. Sportkleidung kannten die Menschen hingegen noch nicht...

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1850

So trainierten die Damen gegen Ende des 19. Jahrhunderts noch in Korsett und bodenlangem Kleid. Dass die Patienten allzu sehr ins Schwitzen kamen, davon ist allerdings nicht auszugehen. Denn Grund fürs Training war einzig die Förderung der Gesundheit. Seinen Körper zu stählen oder gar zu präsentieren - daran dachten noch die wenigsten.

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1895

Dieser Herr ließ es sich auch zum Ende des 19. Jahrhunderts nicht nehmen, in weißem Hemd, zugeknöpfter Weste und gebundener Fliege Hand an das Trainingsgerät für die Arm- und Rückenmuskulatur zu legen.

Zeigen, was man hat - darum ging es beim Fitnesstraining schon, nur in ganz anderem Zusammenhang: Weil die zander'schen Geräte so teuer waren, wurde auch ihre Nutzung zu einem kostspieligen Vergnügen.

Foto: Corbis
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1905

Schon 1905 war es dann soweit: Die ersten Heimtrainer kamen auf den Markt - ein tolles Weihnachtsgeschenk für groß und klein, wie hier in der Werbeanzeige der "Whitely Exerciser Company" angepriesen. Das Rollenbild wird in der Beschreibung des Geräts gleich mitgeliefert. So sind die angeblichen Vorteile für die Männer der Muskelaufbau und die "Anregung des Intellekts" durch regelmäßige Bewegung. Die Frauen dagegen bleiben mit Hilfe des innovativen Trainingsgeräts in Form und haben einen gesunden Teint.

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1928

Trainingsgeräte wurden nach dem Ende des Ersten Weltkriegs immer beliebter. In dieser Werbeanzeige von 1928 präsentiert die junge Frau im Trainingsdress, bestehend aus weißem Spitzenhemdchen und fellbesetzten Stiefeletten, ein neues Trainingsgerät, das beim Abnehmen helfen sollte. Auf einem Tisch sitzend legte sich die figurbewusste Frau von damals den Vibrations-Gurt um die Hüften und lehnte sich entspannt zurück. Heute gibt es die "Power Plate", aber schon damals war Vibration zur Anregung der Fettverbrennung offenbar ein Hit.

Foto: Getty Images
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1928

Die "Goldenen Zwanziger" brachten immer neue Trainingsgeräte hervor. Noch heute in jedem Fitnessstudio unabdingbar: das Rudergerät. Ganz ohne Worte zeigt hier Colleen Moore, wie einfach es geht. Im eigenen Garten absolviert der Stummfilmstar seine Übungen. Inzwischen gab es auch Fortschritte bei der Sportkleidung. Die Schauspielerin entschied sich hier für eine bequeme Kombi aus weißer Stoffhose und lockerem Pulli - und trug dazu sportlich flache Schuhe.

Foto: Getty Images
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1930

Dass Fahrrad fahren vor allem deshalb als gesund gilt, weil dabei viel frische Luft in die Lungen kommt und sich draußen in der Natur auch gleich der Geist mit entspannt, war für den Erfolg des Ergometers kein Hinderungsgrund. Das Fahrrad, das drinnen steht und nicht vom Fleck kommt, diente schließlich lediglich der körperlichen Ertüchtigung.

Das gesellschaftliche Schönheitsideal der Frau wandelte sich im Laufe der Jahre. Zwar war weiterhin der Fettabbau das erstrebenswerte Ziel, ...

Foto: Corbis
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1931 ...der mit den Fitnessübungen einhergehende Muskelaufbau war bei der femininen Frau der dreißiger Jahre jedoch nicht mehr unbedingt gern gesehen. Weibliche Kurven waren in. Die so genannte "Schönheitsmaschine" verschaffte Abhilfe.

Wie in dieser Werbeanzeige vom August 1931 suggeriert, war mit der Sorglos-Erfindung unter den Trainingsgeräten sogar keinerlei Anstrengung mehr nötig, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Die Dame steht in der Mitte und lässt sich von den Rollen der Beauty Machine das "überschüssige Fleisch" einfach wegmassieren.

Foto: blog.modernmechanix.com
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1934

"Der perfekteste weibliche Körper" gehörte 1932 Rosemary Andree. Die Tänzerin gewann den entsprechenden Wettbewerb in jenem Jahr und wurde deshalb zur ebenso perfekten Werbefigur. Die schöne Britin schwor auf das Training an Fitnessgeräten wie diesem Laufband und machte auch mit hohen Absätzen eine gute Figur.

Foto: Getty Images
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1963

Nach dem Zweiten Weltkrieg bekamen die Hersteller von Fitnessgeräten wieder Aufwind und neue Ideen hielten Einzug in die Schönheitssalons dieser Welt - so auch in Hollywood. In dem Film "A New Kind Of Love" von 1963 lässt sich Hauptdarstellerin Joanne Woodward auf einer Vibrationsmaschine ordentlich durchschütteln. Ähnlich wie in der "Schönheitsmaschine" von 1931 regte der massierende Druck an den richtigen Stellen angeblich den Fettabbau an und stärkte das Bindegewebe.

Foto: AP
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1970

Es sei schon schlimm genug, angezogen schlecht in Form zu sein. Wie peinlich würde es dann erst, wenn man sich auszieht? - fragte diese Werbeanzeige für Heimtrainer.

Sex sells - erst recht in der Fitnessbranche. Ende der siebziger Jahre wurde der durchtrainierte Körper für das vorherrschende Schönheitsideal enorm wichtig. Für Fitnessbegeisterte, die lieber in den eigenen vier Wänden trainierten, gab es schließlich die ersten zusammenklappbaren Heimtrainer. Unter anderen stellte die eigentlich eher für Schlagbohrer und Handkreissägen bekannte Firma "Black & Decker" die handlichen Geräte her.

Für die einen war das Fitnessgerät zu Hause der Weg zum durchtrainierten Glück,...

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1975 ...andere bekamen erst in der Gruppe die nötige Motivation, wie hier in einem Fitnessclub in Berlin Mitte der siebziger Jahre. Die ersten kommerziellen Studios eröffneten damals in Deutschland - und zogen zunächst nur wenige Fitnessbegeisterte auf die Ergometer in den muffigen Hallen. Der große Erfolg der Fitnessstudios sollte jedoch nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Gerhard Kiesling
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1981

In den achtziger Jahren erlebten die Mucki-Buden ihren Höhepunkt. Und dieser Hype war nicht zuletzt ihm zu verdanken: Arnold Schwarzenegger. Anfang der achtziger Jahre bereits siebenfacher Mr. Olympia sowie fünffacher Mr. Universum, prägte der Österreicher den Fitness-Boom auch in Deutschland. Der "Terminator" wurde zum Bodybuilding-Vorbild vieler Männer und das Quälen und Stählen des eigenen Körpers an den Kraftgeräten zum Trend.

Foto: Corbis
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1990

Der Fitness-Boom hält bis heute an. Laut einer Studie waren in Deutschland Ende 2011 mehr als sieben Millionen Mitglieder in einem Fitnessstudio angemeldet. Dort trainieren sie an den Geräten für den Erhalt ihrer Fitness und ihrer Gesundheit - wohl ganz im Sinne von Physiotherapeut Gustav Zander, mit dem vor mehr als 160 Jahren alles begonnen hatte.

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Foto: CORBIS
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