Geschichten zum Mauerfall "WAHNSINN!"

Der 9. November 1989 änderte in Deutschland alles: Die Mauer fiel, bald war die DDR Geschichte. Eine Sammlung von einestages-Beiträgen rund um die dramatischen Ereignisse im Herbst '89.
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Mauerfall 1989: Schüsse auf die DDR (mehr...)

Eine Sammlung von einestages-Beiträgen rund um die dramatischen Ereignisse im Herbst '89. Klicken Sie auf die Überschriften, um mehr zu erfahren - zum Beispiel zu den Schüssen auf Wahlhausen: Provokation oder Provinzposse? Im August 1989 nahmen Unbekannte von Westen aus den Ort Wahlhausen auf der DDR-Seite unter Feuer, 91 Einschläge wurden gezählt. Viele glauben bis heute an eine Inszenierung der Stasi - doch es könnte auch anders gewesen sein.

Foto: Archiv Grenzmuseum Schifflersgrund
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Wende 1989: Bei Anruf Mauerfall

"Das tritt nach meiner Kenntnis... ist das sofort, unverzüglich", sagte Politbüro-Mitglied Günter Schabowski am 9. November 1898. Die Frage nach dem DDR-Reisegesetz stellte ihm Journalist Riccardo Ehrman. Kam der entscheidende Tipp aus der SED? Ehrman hat vorher einen Hinweis bekommen. Den mysteriösen Anrufer will er nicht outen - es war ein Mann aus dem SED-Zentralkomitee.

Foto: SPIEGEL TV
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Als die Mauer fiel: "WAHNSINN!"

Rainer Eppelmann, erst Dissident und dann Minister in der ersten frei gewählten DDR-Regierung, war am Grenzübergang Bornholmer Straße dabei, als friedliche Bürger die Grenzer zwangen, den Schlagbaum zu öffnen. Auf einestages erzählt er von dem Moment, der die Welt veränderte.

Foto: DPA
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18 Jahre nach dem Mauerfall: Deutschland wird volljährig

Tom aus Leipzig, Julia aus Frankfurt am Main und Maria aus Grimmen haben eines gemeinsam: Sie wurden alle am 9. November 1989 geboren. 18 Jahre nach dem Mauerfall werden sie volljährig - und haben ganz unterschiedliche Vorstellungen von ihrem Heimatland. Was ist ihr Bild von Deutschland? Sie zeigen es einestages.

Foto: Christian Bollert / Marcus Engert
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Stasi-Geheimknast: Härte bis zum Untergang

Revolution war anderswo: In den Zellen der Stasi herrschte noch Terror, als die SED bereits entmachtet war. Wer das frühere MfS-Gefängnis Hohenschönhausen besucht, kann dort Haarsträubendes hören - wie die Erlebnisse von Manfred Haferburg und Uwe Hädrich.

Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen
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Wende-Fotos: Ganz nah Ost

Eigentlich wollte er nur mal die Kreidefelsen auf Rügen sehen - doch dann entdeckte er den spröden Charme des Ostens: Bei einer Reise durch die DDR machte der Fotograf Karlheinz Jardner im Wende-Frühling 1990 faszinierende Fotos - und dokumentierte eine Welt, die bald für immer verschwand.

Foto: Karlheinz Jardner
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Mauerfall: Auf Streifzug in den Osten

Als die Mauer fiel, stand selbst die Fußballwelt still. Nur einer rieb sich die Hände, nicht die Augen: Bayer-04-Manager Reiner Calmund brach sofort gen Osten auf und hatte binnen weniger Tage die besten DDR-Kicker eingekauft. Am Ende stoppte ihn nur Helmut Kohl persönlich.

Foto: Maria-Luisa Pirrottina/ Getty Images
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Ostdeutsches Supermodel: "Ich habe mich durchgebissen"

Vom Plattenbau auf den Catwalk: Franziska Knuppe ermöglichte der Mauerfall eine Traumkarriere - doch erst war sie enttäuscht. Im SPIEGEL-TV-Interview erzählt das Supermodel von ihrem Neustart in der spießigsten Stadt Deutschlands und erklärt, warum man in der Platte besser feiert als in einer Luxusvilla.

Foto: Miguel Villagran/ AP
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Mauerfall 1989: Und plötzlich war ein Loch im Zaun

Auf und davon: Als 1989 der Eiserne Vorhang zwischen Österreich und Ungarn fiel, nutzten Hunderte DDR-Bürger die Chance zur Flucht. Den historischen Grenzdurchbruch ermöglichten heimliche Drahtzieher und stille Helden - über sie kommen nun erstaunliche Details ans Licht.

Foto: AP
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Honeckers Elitesiedlung: Schockreport im Bonzenviertel

Linientreuer Genosse oder Rächer aller Betrogenen? Mit seiner legendären Wandlitz-Reportage über die geheimnisumwitterte Wohnsiedlung der DDR-Elite wurde der Reporter Jan Carpentier im Herbst 1989 schlagartig berühmt. Im Rückblick würde er den Beitrag am liebsten ungeschehen machen.

Foto: Klaus_Franke/ dpa
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Mauerfall 1989: Sonderzug in die Freiheit

Anfang Oktober 1989 rollte der erste Zug mit Botschaftsflüchtlingen aus Prag in Richtung Westen. Als er durch die DDR fuhr, demonstrierten Tausende entlang der Strecke - oder versuchten, aufzuspringen. Nun machten sich Flüchtlinge von damals noch einmal auf die Gänsehaut-Fahrt.

Foto: Kemmether/ dpa
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Mauerfall 1989: "In meiner Kompanie ist nie einer durchgekommen"

Flüchtende hielt er für Kriminelle - und tut das bis heute: Als DDR-Grenzoffizier verhinderte Claus Schnelle jahrzehntelang sogenannte Grenzdurchbrüche an der Mauer. Als das Regime wankte, stellte er manches in Frage. Nur nicht das System.

Foto: Redaktion einestages
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Mauerfall: Die Frage der Fragen

Es war die wohl berühmteste Pressekonferenz der Weltgeschichte - und lange auch die langweiligste. Doch dann stellte der italienische Journalist Riccardo Ehrman eine Frage, die die Welt veränderte.

Foto: SPIEGEL TV
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Ein deutsches Leben: Der Mauermann

Vom Betonkopf des Sozialismus zum obersten Mauerspecht: Das Leben von Hagen Koch ist untrennbar mit dem "antifaschistischen Schutzwall" verbunden. 1961 zog er als junger Stasi-Mann am Checkpoint Charlie den Markierungsstrich für den Mauerbau, 28 Jahre später organisierte er den Abriss. Bis heute lässt die Mauer ihn nicht los.

Foto: Hagen Koch
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Mauerfall 1989: Generalprobe für die Revolution

Im Herbst 1989 adelten die Montagsdemonstrationen Leipzig zur "Heldenstadt" - doch für Furore sorgten SED-Gegner dort schon ein Dreivierteljahr zuvor: mit der bis dahin größten Anti-SED-Demo seit dem Volksaufstand von 1953.

Foto: Archiv Bürgerbewegung Leipzig
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Die letzten Monate der DDR: "Ich will mich nicht rausreden, ich war zu feige"

Davon träumten seine Freunde in der DDR: Sebastian Krumbiegel durfte reisen. Mit zehn Jahren stand der Chorknabe in Tokio, mit 19 hatte er in West-Berlin die Chance zur Flucht. Im Interview mit SPIEGEL TV erzählt der Prinzen-Sänger, warum er sich nicht traute - und was er an Honeckers Staat mochte.

Foto: Waltraud_Grubitzsch/ picture-alliance / dpa
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Mauerfall-Berichterstatter: "Vermassel das hier nicht!"

Von einem Kran am Brandenburger Tor verfolgte US-Starreporter Tom Brokaw am 9. November 1989 die Maueröffnung - sein Live-Bericht prägte das Bild dieses Tages. Auf einestages erinnert sich der NBC-Journalist an Günter Schabowskis legendäre Pressekonferenz, seine eigenen Versagensängste und den allerersten DDR-Bürger auf der Mauerkrone.

Foto: NBC NewsWire/ Getty Images
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Mauer-Bilder: Grenzgänger mit Kamera

Als Sollbruchstelle hat der Fotograf Karl-Ludwig Lange den Berliner Grenzstreifen porträtiert- zu DDR-Zeiten, 1990 und heute. Die visuelle Zeitreise entlang der Mauer macht deren Irrsinn deutlich - und den Wandel des wiedervereinten Berlin.

Foto: Karl-Ludwig Lange
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Mauertote: Kugel ins Herz

Er wollte endlich in den Westen, hielt seinen Plan für sicher. Ein fataler Irrtum: 1989 kam Chris Gueffroy im Kugelhagel an der Berliner Mauer ums Leben. Er war das letzte Opfer des DDR-Schießbefehls, doch auch nach ihm starben noch Menschen auf der Flucht - sogar kurz vor der Wende.

Foto: DER SPIEGEL
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Eine deutsche Teilungsgeschichte: Bennos Brocken

28 Jahre lang wurde über den Brocken gescherzt, er sei der höchste Berg der Welt. Weil keiner hochkam. Mit dem Fall der Mauer änderte sich das - und freute Benno Schmidt. So sehr, dass er den Berg seither jeden Tag besteigt.

Foto: Björn Menzel
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Letzte Reise in die DDR: Grenzen offen, was nun?

Manche ersehnen die deutsche Einheit, andere haben die Maueröffnung nicht verkraftet: Kurz vor dem Ende der DDR trifft Michael Kuss-Setz im Februar 1990 Wessis, die im Osten das große Geschäft wittern und Ossis, die auf Freiheit und Konsum hoffen - oder sich in Rituale flüchten.

Foto: Eckehard Schulz/ AP
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Republikflucht: "Vater, was sollte das?"

"Ne ambasáda, Ehrenwort!" Nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs zwischen Ungarn und Österreich am 27. Juni 1989 nutzen Tausende DDR-Bürger die Gelegenheit zur Flucht. Der 19-jährige Karl Siegemund muss den Grenzposten versprechen, nicht zu flüchten.

Foto: Votava/ dpa
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Zeuge einer Flucht: Nervöse Bahnreisende

Er geriet mitten in ein Jahrhundertereignis - zufällig: Als Andreas Haiduk im Oktober 1989 von einer Tour durch Ungarn mit dem Zug zurück in die Bundesrepublik fuhr, waren seine Mitreisenden seltsam nervös. Es dauert eine Weile, bis ihm klar wurde, wer da mit ihm im Abteil saß.

Foto: AP
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Wendezeiten: Wenn der Landrat zweimal aufräumt

Er kam, sah und machte klar Schiff: Kurz nach der Wende übernahm Heinz Eggert das Landratsamt in Zittau. Als Erstes entließ er alle ehemaligen SED-Kader. Die klagten sich zurück in ihre Ämter - doch so einfach gab sich der ehemalige Pfarrer nicht geschlagen.

Foto: Wolfgang_Kluge/ dpa
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Ost-West-Kontakte: Gummibärchen für die Zone

Lange konnte sie sich nicht vorstellen, wie es hinter der Mauer aussieht: Doris Dippold wuchs in Hof in unmittelbarer Grenznähe zur DDR auf. Durch eine Brieffreundin in Hoyerswerda erfuhr sie von den kleinen kulturellen Unterschieden zwischen Ost und West - und gelangte am Tag der Wende zu unerwarteter Berühmtheit.

Foto: Doris Dippold/ Annelies Dippold
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Mauerfall in Westfalen: Neuigkeiten für Musculus

Nicht jeder Deutsche hat den Mauerfall in Berlin erlebt. Oder wenigstens live am Fernseher verfolgt. Im weiten Westen der Bundesrepublik wurde die Nachricht schon mal eher stoisch aufgenommen.

Foto: DPA
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Mauerfall: Der zweite Mann

Der historische Satz ertrank im Jubel: Als Hans-Dietrich Genscher im Jahr 1989 den Prager Botschaftsflüchtlingen vom Balkon der deutschen Botschaft ihre mögliche Ausreise verkündete, wurde der Außenminister zum Helden der Wende. Dabei hatte ein anderer den Coup eingefädelt - bis heute steht er im Schatten.

Foto: DIETER ENDLICHER/ ASSOCIATED PRESS
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Skurriler Mauer-Fall: Bau auf, reiß ein!

Biete Gebiet: Noch 1988 tauschten DDR und BRD munter Teilstücke des geteilten Berlins. Der Osten sicherte sich ein Stück vom Wedding - und schützte die neue Eroberung mit einer Mauer. Doch der Wall wurde zum Treppenwitz der deutschen Geschichte. Fertig war er ausgerechnet am Tag des Mauerfalls.

Foto: DPA
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