Glühender Boden Feueralarm unter der Erde

Menschen ersticken, Häuser kollabieren, Kinder verschwinden in brennenden Erdspalten: Immer mehr Orte werden von Kohlefeuern unterwandert, der Boden wölbt sich und raucht, Schuhe schmelzen. Deutsche Forscher versuchen zu löschen - doch Wasser verstärkt die Brände.
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"Tor zur Hölle": So nennen die Bewohner von Darvaza, einem kleinen Wüstendorf in der Karakum-Wüste in Turkmenistan, den glühenden Krater.

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Ein Unfall hatte das Feuer entzündet: Der Turm einer Erdgasbohrung war im Boden versunken, Spalten öffneten sich, Gasfontänen loderten auf - vor 40 Jahren.

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Dauerbrenner: Heute, im 40. Jubiläumsjahr, ist das Höllenloch von Darvaza eine wissenschaftliche Sensation.

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Spektakel in der Einöde: Wenn sich die schwarze Nacht über die Karakum-Wüste in Turkmenistan legt, wird das Glühen stärker; schon am Horizont ist es zu sehen.

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Blick in den Schlund: Unerschöpfliche Erdgasreserven.

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Das Loch von Daravaza am Tag: Etwa 100 Meter breit ist der Feuerschlund.

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Kollabierte Erdgaskaverne: Nach ein paar Tagen würde das Feuer verglimmen, glaubten die Bohrmanager.

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Dämmerung bei Darvaza: Wer sich nähert, meint, in den Eingang zur Unterwelt zu blicken.

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Höllenglut: Russische Geologen haben den Krater immer wieder inspiziert - sie fanden keine Anzeichen für ein baldiges Erlöschen.

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Loch in der Wüste: Das Bohrprojekt war gestorben.

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Blick in die Tiefe: Der Krater von Daravaza erstaunt selbst Geologen.

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Wasserloch: In der Nähe des Feuerkraters klaffen zwei weitere Löcher, sie sind mit Wasser vollgelaufen.

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Mahnmal: Inzwischen steht der Feuerschlund von Darvaza auch als Mahnmal für eine der größten Naturkatastrophen der Gegenwart: Denn in vielen Ländern brennt der Boden - Hunderttausende Menschen sind bedroht.

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Jharia, Indien: Mit schwerem Gerät gegen die unterirdischen Brände.

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Kohlefeuer in Westbengalen/Indien: Illegaler Bergbau als Ursache.

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Rauch aus Erdspalten: Klüfte im Boden leiten den Rauch vielfach weit entfernt vom Brandherd an die Oberfläche, so dass der Brandherd schwer zu finden ist.

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Brennende Altstollen in einem Tagebau in Jharia, Indien: Jährlich gehen in China durch die Feuer laut Schätzungen rund 200 Millionen Tonnen für den Abbau verloren.

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Suche nach den Brandherden: Mit Flugasche, einem Spezialschaum oder mit Zement gehen die Experten gegen die Kohlebrände vor. Mancherorts räumen zunächst Sprengungen und Bagger Brandherde aus.

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Aufgerisser Boden: Teilweise sei der Boden Hunderte Grad heiß, berichtet Hartwig Gielisch, Explorationsmanager von DMT. "Normale Schuhe schmelzen", sagt der Geoforscher.

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Risse im Fundament: Die Kohlebrände unterwandern Städte, der Boden wölbt sich und reißt.

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Kohlebrände in USA: Im US-Bundesstaat Pennsylvania musste die Stadt Centralia bereits aufgegeben werden.

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Unheil von unten: Der Minenbrand, der seit fast einem halben Jahrhundert unter Centralia lodert, gehört zu den schlimmsten in der Geschichte der USA. Etwa 1,4 Quadratkilometer, schätzen Experten, hat sich das Feuer unter Tage bereits einverleibt. Die meisten Einwohner verließen Centralia in Sorge um ihre Gesundheit, nachdem in einigen Gebäuden der Kohlenmonoxid-Gehalt lebensbedrohlich hoch gestiegen war.

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Ausdruck des Protests: Die Bewohner Centralias organisierten sich ab Anfang der achtziger Jahr in Bürgerbewegungen. Mit Schildern - aufgestellt in der ganzen Stadt - taten sie ihren Unmut kund.

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Mit dem Leben davongekommen: Am 14. Februar 1981 stürzte der damals zwölfjährige Todd Domboski in ein Erdloch. Zum Glück war die fast 50 Meter tiefe Spalte so schmal, dass er darin stecken blieb. Sein Cousin zog ihn wieder nach oben - Todd überlebte den Unfall unverletzt. Fassunglos starrte der Schüler am Tag des Unglücks auf das Loch, das ihn beinahe verschluckt hätte.

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Gefährliche "Rauchzeichen": Löcher, aus denen gräulich-weißer Qualm und Dampf aufsteigen, sind fast die einzigen sichtbaren Zeichen, die auf das unterirdische Inferno hindeuten.

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Müllkippe: Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sollen das Minenfeuer unter Centralia ursprünglich entfacht haben, als sie im Mai 1962 Unrat auf einer Deponie verbrannten.

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Treppe ins Nichts: Diese Stufen führten einst zu einem Wohnhaus in Centralia. Die Besitzer hatten das Angebot der US-Regierung angenommen, Entschädigung erhalten und waren weggezogen. Ihr Heim gaben sie damit zum Abriss frei. Kurz vor Weihnachten 1983 rückten die ersten Bulldozer an und walzten auch die Kirchen und städtischen Gebäude nieder.

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Andauernde Katastrophe: Anderen Ortschaften in den USA droht das gleiche Schicksal wie Centralia. Die Bewohner von Uniontown etwa können ein unterirdisches Feuer, das näher kommt, bereits riechen. Hinter manchen Gärten steigt Dampf empor. Doch am schlimmsten wüten Kohlefeuer in China und Indien, dort stehen jeweils Kohleflöze auf Tausenden Kilometer Länge in Flammen. Regionen von der Größe deutscher Bundesländer werden von Feuer unterwandert, die Flammen bedrohen zahlreiche Städte.

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