Gotteslachse Warme Fische schwimmen schneller
Gotteslachs: Anders als seine runde Erscheinung vermuten lässt, ist der Hochseefisch kein gemütlicher Schwimmer - Erfolg hat er bei der Jagd, weil er schneller ist als seine Beute. Möglich macht das ...
... seine Körpertemperatur, wie der Biologe Nick Wegener entdeckte: Der Gotteslachs ist endothermisch - ein Warmblüter. Damit nimmt das Tier, das im englischen Sprachraum auch Mondfisch genannt wird, eine Sonderstellung unter den Fischen ein.
Hier entlassen ihn die Forscher wieder ins Meer - allerdings mit Temperatursensoren versehen, mit deren Hilfe sie seine Körperwärme überwachen konnten. Die, fanden sie heraus, bleibt stets stabil fünf Grad über der Umgebungstemperatur - selbst wenn es hinab in die Kälte in 300 Meter Tiefe geht.
Bisher hieß es, dass nur wenige Fische, zu denen auch die hier gezeigten Thunfische gehören, zu ähnlichen Tricks fähig seien: Sie können die Temperatur in bestimmten Muskelpartien erhöhen, um schneller zu schwimmen. Zu Warmblütern macht sie das nicht, denn sie schaffen es nicht, ihre Körpertemperatur im Ganzen zu regulieren.
Auch Haie heizen ihre Muskeln durch stete, ununterbrochene Bewegung auf. Sie haben dafür allerdings noch einen anderen Grund: Die im Freiwasser lebenden Arten müssen sich im Gegensatz zu den im Bodenbereich der Ufer jagenden Haien, die eine andere Atemtechnik verwenden, ständig bewegen, um Sauerstoff zu gewinnen - sie würden ersticken, wenn sie anhielten.
Dauer-Fieber: Auch Schwertfische, die wie Thunfische zu den Makrelenartigen gehören, haben einen speziellen Wärme-Trick. Sie können die Temperatur im Kopfbereich erhöhen, was ihrer Sensorik und Reizverarbeitung zugute kommt. Doch auch bei ihnen gilt: Warmblüter sind sie deshalb noch lange nicht.