Fotos aus dem Inneren der "Malizia II" Dieses Schiff bringt Greta Thunberg in die USA

Keine Kombüse, kein Klo, kein richtiges Bett: Wenn Klimaaktivistin Greta Thunberg mit Skipper Boris Herrmann in die USA segelt, wird es nicht sonderlich gemütlich. Ein Jachtrundgang in Bildern.
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Der deutsche Profisegler Boris Herrmann wird Greta Thunberg ab Mitte August mit einer Segeljacht in die USA bringen. Dort will die Aktivistin an Klimademos teilnehmen und beim Uno-Klimagipfel in New York sprechen. 3000 Meilen geht es von England aus über den Atlantik. Die Überfahrt soll etwa 14 Tage dauern.

Foto: Team Malizia
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Den Platz auf Herrmanns Rennjacht "Malizia II" werden sich fünf Menschen teilen: Skipper Herrmann (l.), Thunbergs Vater und die 16-jährige Klimaaktivistin selbst. Nicht im Bild, aber auch dabei: Co-Skipper Pierre Casiraghi, segelerfahrener Sohn von Caroline, Prinzessin von Hannover und Monaco. Und: Filmemacher Nathan Grossman, der die Reise dokumentieren wird.

Foto: HANDOUT / REUTERS
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Thunberg hatte im Juni über Twitter nach einer Möglichkeit gesucht, klimaneutral in die USA zu kommen. Boris Herrmann besorgte sich über Freunde einen Kontakt zu einer Vertrauten der Familie, erzählt er. Die Thunbergs waren interessiert an seiner "Malizia" - eine vollständig emissionsfreie Hochseejacht. Per Videokonferenz stellte Herrmann der Familie das Schiff vor. "Sie haben viele Fragen gestellt, zur Sicherheit, zum Komfort", sagt Herrmann.

Foto: Andreals Lindlahr
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Dann kam die Zusage: Vater und Tochter wollen mit. "Sehr aufregend", sagt Boris Herrmann. "Es passte zufällig einiges zusammen." Herrmann, der normalerweise hundert Tage pro Jahr segelt, trainiert, Regatten fährt, hat Ende August Zeit - "und das Rennboot ist aktiv, muss nicht extra ausgerüstet werden", sagt er. Die Rennjacht ist mit Sonnenkollektoren und Hydrogeneratoren ausgestattet. Ein Boot der Klasse Open 60, das bis zu 30 Knoten schnell fahren kann.

Foto: Andreas Lindlahr/ Team Malizia
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Die Eckdaten dieses Renners: 20 Meter lang, sechs Meter breit, der Mast ist 30 Meter hoch. Das Moderne an der Jacht: "Die Hydrofoils, also die Flügelschwerter, heben das Schiff zum Teil aus dem Wasser - für weniger Widerstand", erklärt Herrmann. Doch das bedeutet auch, dass sich das Schiff wieder herabsenkt: "Von dem Wasser, das dann über einen hinwegstürzen kann, ist man aber in der Kajüte geschützt."

Foto: Team Malizia
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"Man darf sich keine Illusionen machen, eine Rennjacht ist nie besonders komfortabel", sagt Herrmann, hier an Bord der "Malizia II". Im Inneren ruckele und dröhne es auch bei wenig Wind, bei etwas stärkerem rutsche man in der Koje hin und her, bei Stürmen "schlagen Wellen gegen den Rumpf, dann wird es richtig laut, das sind rabiate Bedingungen", sagt Herrmann.

Foto: Yann Riou/ Team Malizia
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Es gibt keine Kombüse, das Essen ist vorbereitet, eingeschweißt und kann unter Deck erwärmt werden. "Für Greta und ihren Vater gibt es vegane Gerichte, wir haben auch Früchte dabei, und vielleicht trinken wir auch mal ein Glas Wein", sagt Herrmann.

Foto: Team Malizia
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In der Navigationsecke des Schiffes "denken wir den ganzen Tag nur über den Wind nach", sagt Herrmann. Und wenn mitten auf dem Atlantik ein stundenlanges Gewitter über die fünf Bordmitglieder hereinbricht? "Wir haben mit dem Schiff schon viele Wetterbedingungen durchgestanden. Das Schiff ist dafür gemacht, um die Welt zu segeln." Zur Not könne man Pausen einlegen, sich mal einen halben Tag treiben lassen.

Foto: Team Malizia
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Und wo schlafen die beiden Thunbergs? Herrmann beschreibt es so: Es gibt Rohrkojen, in denen Matratzen liegen, die in ihrer Machart Sitzsäcken gleichkommen - mit Schaumstoffkügelchen gefüllte Säcke, die sich Rohr und Rücken anpassen. "Vater und Tochter haben einen Vorhang, den sie abends zuziehen können", sagt Herrmann. Das könne gemütlich sein - so lange es nicht zu sehr vibriere oder dröhne.

Foto: Team Malizia
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Blick unter Deck: Platz für eine Toilette ist hier nicht. Auf dem Deck befindet sich ein Eimer. Das Geschäft erledigen die fünf Reisenden in biologisch abbaubare Beutel, die anschließend über Bord geworfen werden können. "Man schickt die anderen ins Schiff, die machen die Tür zu, und dann ist man allein draußen", beschreibt Herrmann den Toilettengang.

Foto: Team Malizia
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Und wenn einer mal krank wird? Seekrank? Klar, das könne passieren, sagt Herrmann. Für diesen Fall gebe es an Bord Medikamente. "Wenn es jemandem zu schlecht geht, drehen wir allerdings um. Und zwar ohne schlechtes Gefühl: Anders als bei Rennen stehen wir nicht unter Druck. Es geht nicht darum, jemandem etwas zu beweisen. Wenn es nicht klappt, klappt es nicht."

Foto: Andreas Lindlahr/ Team Malizia
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Boris Herrmann ist Diplom-Ökonom, der sich schon seit dem BWL-Studium mit der Frage auseinandersetzt, wie Wirtschaft nachhaltiger werden kann. In einem Ausbildungsprogramm, das der Hamburger eigens für Schulen entworfen hat, spricht er mit jungen Menschen aus verschiedenen Ländern über sein Schiff. "Wenn es ums Klima geht, müssen wir die Erkenntnisse der Wissenschaft ernst nehmen. Da bin ich auf Gretas Seite", sagt Herrmann.

Foto: Yann Riou/ Team Malizia
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Tage vor der Abreise werden die Thunbergs das Schiff besichtigen und probesegeln, sagt Herrmann. "wenn der Wind ruhig ist, dann kann man das Meer beobachten, die Farben. Dann wird es richtig schön an Bord."

Foto: Team Malizia
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