Athen Die harte Realität der Prostituierten

Mit der Finanzkrise fielen in Griechenland auch die Preise für Sex. Eine Fotoserie gibt einen erschütternden Einblick in den elenden Alltag der Prostituierten in Athen.
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In Griechenland ist die Zahl der Prostituierten in den Jahren seit der Finanzkrise stark angestiegen. Rund um den Omonia-Platz mitten im Zentrum von Athen verkaufen Menschen ihren Körper für wenige Euro. Der Fotograf Gianmarco Maraviglia hat einige von ihnen kennengelernt.

Foto: Gianmarco Maraviglia
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Dieser junge Mann arbeitete als Tellerwäscher in einem Hotel. Nachdem es schließen musste, fing der 25-Jährige an, sich auf dem Omonia-Platz zu prostituieren. Er sei nicht homosexuell, zu Hause warte seine schwangere Frau auf ihn, sagte er zu Maraviglia.

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Der Vater dieses jungen Mannes teilte ihm eines Tages mit, dass er ihn nicht mehr finanziell unterstützen könne. Kurz darauf fing dieser 22-jährige Student an, seinen ersten Freier zu empfangen.

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Einige der Menschen prostituieren sich, um ihre Familie ernähren zu können. Andere brauchen das Geld vor allem, um ihre Drogensucht zu finanzieren. In den Seitenstraßen rund um den Omonia-Platz wird öffentlich Heroin konsumiert.

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Auch die 36-jährige Joanna arbeitet in einer der Straßen am Omonia-Platz. Früher war sie Model und Sängerin, mittlerweile prostituiert sie sich für 15 Euro. Noch vor ein paar Jahren verdiente sie doppelt so viel.

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Das meiste ihres Einkommens gibt Joanna für Drogen aus. Doch zu Hause warten auch noch zwei Kinder, die sie versorgen muss.

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Prostitution ist legal in Griechenland, aber nur wenige der Bordelle sind lizensiert. In einigen Teilen der Stadt gibt es Dutzende illegale Bordelle.

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Die Zahl der HIV-Ansteckungen steigt kontinuierlich. Im Zuge der Wirtschaftskrise erhöhte die Regierung die Mehrwertsteuer auf Kondome von 13 auf 24 Prozent. Für Prostituierte, die nur je fünf oder zehn Euro pro Geschlechtsverkehr verdienen, sind das horrende Kosten. Viele verzichten daher lieber auf Verhütung.

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Viele der Prostituierten suchen ihre Kundschaft auf der Straße und gehen dann mit ihnen in eines der naheliegenden Hotels rund um den Omonia-Platz. Da die Konkurrenz immer größer wird, wird das Geschäft immer weniger lukrativ, bereits für wenige Euro bieten einige ihre Dienste an.

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Maria ist eine der Prostituierten, die um den Omonia-Platz arbeiten. Auch ihr Sohn verkauft seinen Körper - um seine Drogensucht zu finanzieren. Vor der Wirtschaftskrise verdiente er rund 200 Euro am Tag, mittlerweile sind es nur noch 50. Das meiste davon gibt er für Heroin aus.

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Zwischen Bäumen und Sträuchern des Parks Pedion tou Areos prostituieren sich junge Afghanen, Pakistaner und Syrer. Für wenige Euro können Männer sich Oralverkehr mit ihnen kaufen.

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Der 24-jährige Psychologiestudent Louka erzählte Maraviglia, dass er sich nicht nur wegen des Geldes, sondern auch wegen der Erfahrung prostituiere. Das Geld ermögliche es ihm außerdem, in einer der reichsten Gegenden Athens zu leben. Doch auch sein Einkommen fiel in den vergangenen Jahren: Früher verlangte er 100 Euro, mittlerweile nur noch 50 Euro.

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Seit mehr als zwanzig Jahren verdient die 50-jährige Marilena ihren Unterhalt mit Prostitution. Ursprünglich wollte sie einmal Archäologin werden.

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Die Regierung sei machtlos und könne den Menschen nicht helfen, sagt Maraviglia. Denn dafür fehle es einfach an Geld.

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