Hambacher Forst 5000 Demonstranten protestieren gegen Abholzung
Umweltaktivisten des Aktionsbündnisses "Ende Gelände" verlassen in einem Demonstrationszug ihr Lager in Düren in Richtung des Tagebaus Hambach.
Angaben des Aktionsbündnisses zufolge sollen 5000 Aktivisten an dem Zug nahe der Stadt Kerpen-Buir teilgenommen haben.
Mit seinen bis Montag geplanten Protestaktionen will das Bündnis zum wiederholten Mal im rheinischen Tagebaugebiet Front gegen die Kohleverstromung machen. Es fordert einen "sofortigen Kohleausstieg" und will ein "Zeichen für Klimagerechtigkeit" setzen.
Die Teilnehmer zogen mit bunten Transparenten zu dem Tagebau. Dabei zündeten sie teilweise Signalfackeln.
Die Polizei hielt die Aktivisten kurz vor der Umzäunung davon ab, in den Tagebau zu laufen. Dabei setzten die Beamten auch Pferde ein, um die Demonstranten in Schach zu halten.
Am Freitag hatten die Polizeikontrollen bei der Anreise von Kohlegegnern bereits das Aachener Verwaltungsgericht beschäftigt. Das Gericht wies einen Eilantrag gegen zuvor eingerichtete polizeiliche Kontrollstellen am Bahnhof im rheinischen Düren zurück, teilte ein Gerichtssprecher mit.
Dort waren Stunden zuvor mehr als tausend Teilnehmer eines Anti-Kohle-Protestcamps mit einem Sonderzug angekommen. Nach dem Passieren der Kontrollstelle konnten die Aktivisten schließlich weiterziehen. Fünf Menschen wurden vorübergehend festgenommen, sieben weitere wurden zur Feststellung ihrer Identität ins Polizeipräsidium gebracht. Inzwischen sind alle wieder frei. Die Aktivisten des Aktionsbündnisses protestierten im Braunkohlegebiet mit verschiedenen Aktionen.
Einige Teilnehmer wurden dabei auf einem Feld am Tagebau Inden von der Polizei eingekesselt.
Auch bei früheren Protestaktionen von "Ende Gelände"-Aktivisten im Braunkohlerevier zwischen Aachen und Köln hatte es Auseinandersetzungen mit der Polizei gegeben. Die Aachener Polizei kündigte an, sie werde friedliche Proteste schützen und Straftaten "konsequent verfolgen".
Im Tagebau Hambach wurde Polizeiangaben zufolge ein Bagger von rund 40 Aktivisten besetzt - etwa 30 von ihnen saßen auf dem Boden und acht auf dem Bagger. Die Polizei warnte erneut davor, in die Tagebaue einzudringen. Es bestehe Lebensgefahr.