In Kooperation mit

Job & Karriere

Schriften von Dax-Chefs "Die Unterschrift ist sehr gut, man könnte sie fast lesen"

Sie ist das letzte bisschen Persönlichkeit im digitalisierten und durchgestylten Auftreten der CEOs: die Unterschrift. Schreibcoach Susanne Dorendorff analysiert für KarriereSPIEGEL die Signaturen der Vorstandschefs.
1 / 14

Eine Unterschrift ist wie ein Händedruck, sagt Schreibcoach Susanne Dorendorff. Für KarriereSPIEGEL hat sie die Handschriften der Dax-Chefs analysiert. 

Foto: privat
2 / 14

Daimler-Chef Dieter Zetsche: "Das ist kein Z, das ist ein A! Er möchte ganz vorne sein. Dabei könnte man aus einem Namen wie Zetsche richtig viel machen, mehr als nur einen Buchstaben. Man merkt auch an der Anrede: Zetsche hat keine Lust zu schreiben, er hat keine Beziehung zu seiner Schrift."

3 / 14

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn: "Das ist eine Schulschrift, die Buchstaben fliegen. Besonders die Unterschrift ist viel zu klein. Es ist übrigens nicht so wichtig, dass ein Name leserlich ist. Wenn die Unterschrift ein in sich geschlossenes Bild abgibt, reicht das. Die optische Wirkung wird intuitiv aufgenommen, man hinterlässt eine Spur."

4 / 14

Bayer-Chef Marijn Dekkers: "Diese umfassende Anrede, doppelt so lang wie bei den anderen, ist das größte Maß an Wertschätzung, das er seinen Aktionären entgegenbringen kann. Dazu eine schöne Unterschrift, mit persönlichem 'Ihr' vorweg - ein sympathischer Mann, persönlich sehr involviert in seinen Job."

5 / 14

Siemens-Chef Joe Kaeser: "Wie bei allen: Oben in der Anrede hat er sich Mühe gegeben, schreibt ganz ordentlich, hat wahrscheinlich an die Schule gedacht. Die Unterschrift ist mir dagegen etwas zu klein. 'Herzlichst' ist zugewandt, das gefällt mir - könnte aber auch von seiner US-Prägung herrühren."

6 / 14

Bilfinger-Chef Herbert Bodner: "Die Unterschrift soll Herbert Bodner heißen, das erkennt man aber nicht. Das H sieht aus wie ein W. Er hat kein Verhältnis zum Schreiben, der wird nur noch vorm PC sitzen. Wahrscheinlich hat er auch sehr klein unterschrieben, denn der Scan der Unterschrift ist sehr hochgefahren."

Foto: Bilfinger
7 / 14

Commerzbank-Chef Martin Blessing: "Hier sieht man sehr schön, wie er 'Sehr geehrte' einfach so hingeschrieben hat, das floss so aus ihm raus. Bei 'Aktionärinnen und Aktionäre' musste er sich dann konzentrieren, hat richtig hingeschaut. Die Unterschrift ist sehr gut, man könnte sie fast lesen. Dabei macht er etwas sehr Wichtiges richtig gut: Er ist raumgreifend. Er zieht das Ende länger, besetzt damit sein Territorium, macht sich groß und sagt damit: ICH bin jetzt hier. Einzig für die Kraft, die er hat, könnte er größer schreiben."

8 / 14

Linde-Chef Wolfgang Büchele: "Eine gute Unterschrift! Dieser Mann liebt sich, er setzt ein Zeichen in die Welt, er weiß, wie wichtig Unterschrift ist. Er dominiert den Laden, das kann man erkennen. Einer wie Büchele käme nicht auf die Idee, ein 'herzlichst' davor zu stellen. In der Anrede hat er allerdings die Schrift eines Schülers."

9 / 14

DZ-Bankchef Wolfgang Kirsch: "Man sieht, dass er Druckschrift gelernt hat, die Buchstaben in der Anrede stehen einzeln und unverbunden da. Sie fliegen. Es ist eine unsichere Schrift."

10 / 14

Metro-Chef Olaf Koch: "Dies ist eine designte Unterschrift, dieser Mann weiß, was es bedeutet, eine gute Unterschrift zu haben. Besonders wenn man die Unterschrift mit der Anrede vergleicht, ist sie wider Erwarten richtig gut. Der hat geübt, und das ist völlig in Ordnung - das machen übrigens viele. Dabei geht es nicht um Schönschrift, eine Unterschrift soll ausdrucksstark sein."

11 / 14

Continental-Chef Elmar Degenhart: "Degenhart schreibt deutlich, etwas nach links geneigt, was übrigens überhaupt nicht schlimm ist. Das wird in der Schule oft abtrainiert, aber das ist falsch, jeder soll so schreiben, wie es fließt! Sonst denkt er doch die ganze Zeit nur über seine Schrift nach. Die Unterschrift finde ich okay. Wie viele wird er zum Schluss zu flusig. Eigentlich sollte er zum Ende noch einen Punkt setzen, etwa den Stift noch einen Moment ruhen lassen. So hätte die Unterschrift ein würdiges Ende."

12 / 14

Post-Chef Frank Appel: "Diese Unterschrift aus dem Aktionärs-Brief von 2011 ist viel zu klein - dabei hat Frank Appel doch so einen schönen Namen! Inzwischen lässt er Anrede und Unterschrift ganz weg. Das finde ich unglaublich - ein Unternehmen wie die Deutsche Post, mit seiner Geschichte, in der es ums Briefeschreiben geht, verzichtet ganz auf einen handschriftlichen Gruß? Ach, Herr Appel!"

13 / 14

K+S-Chef Norbert Steiner: "Steiner schreibt verbunden, fließend, nach rechts geneigt. Eine schöne Unterschrift. Da merkt man: Er hat Lust, hier zu unterschreiben. Toll! Der Schriftduktus unterscheidet sich in Unterschrift und Anrede - hier bemüht er sich, ordentlich zu schreiben."

14 / 14

BASF-Chef Kurt Bock: "Dies ist die Unterschrift eines hochemotionalen Menschen. Sie ist recht klein, aber sehr verbunden und sehr gut. Dass er die Aktionäre nicht persönlich anschreibt, finde ich schade - diese freundliche Geste der Wertschätzung könnte er sich ruhig abringen."

Foto: BASF
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.