Himmlers Leibarzt Masseur des Massenmörders

Heilen, helfen, heucheln: Im Zweiten Weltkrieg rettete Felix Kersten Tausende vor den Nazis. Für seine Heldentaten wurde der Masseur des SS-Chefs Himmler später mit Ehrungen überhäuft. Erst nach seinem Tod kam heraus, dass Kersten seine größten Coups erfunden hatte - und trotzdem ein Held war.
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An Himmlers Seite: Der Reichsführer-SS Heinrich Himmler, rechts, traf den angesehenen "Wunderheiler" Felix Kersten, Mitte, 1939: "Ich habe viele deutsche Professoren konsultiert und keiner konnte mir helfen. Helfen Sie mir bitte, Herr Professor." Tatsächlich vermochten Kerstens Methode der manuellen Therapie, Himmlers Schmerzen zu lindern.

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Patient Himmler: Geplagt von regelmäßigen Magenkrämpfen konsultierte Heinrich Himmler den Promi-Masseur Felix Kersten. Der hatte unter anderem als Hofarzt für die niederländische Königsfamilie gearbeitet und verstand es daher, dem SS-Chef mit aristokratischen Umgangsformen zu imponieren. Schnell gelang es dem Mediziner so, den Respekt und das Vetrauen Himmlers zu gewinnen.

Himmler mit seiner Tochter Gudrun bei einer Sportveranstaltung am 6. März 1938 in Berlin.

Foto: AP
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Masseur und Münchhausen: Als Leibarzt von Heinrich Himmler soll der Physiotherapeut Felix Kersten die Freilassung Tausender KZ-Häftlinge bewirkt haben - sein Engagement wurde nach dem Krieg mit zahlreichen Ehrungen gewürdigt. Mittlerweile ist bewiesen: Tatsächlich rettete er Zehntausenden das Leben. Zu reichen schien ihm das nicht. Denn er erfand noch einige Heldentaten hinzu.

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Der "magische Buddha": In der Berliner Society hatte sich Felix Kersten schnell einen Namen als der Mann mit den Zauberhänden gemacht. Sein Patient Heinrich Himmler nannte ihn "meinen magischen Buddha".

Hier posiert Kersten mit seinen drei Söhnen und seiner Ehefrau Irmgard, die er 1937 geheiratet hatte.

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Kerstens Wohnsitz: Der gebürtige Este Felix Kersten bewohnte seit 1934 mit seiner Familie das Gut Harzwalde bei Berlin. Zuvor hatte der Arzt in Finnland, wo er die Methoden der manuellen Therapie gelernt hatte, und den Niederlanden gelebt.

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Gelenkter Massenmörder? Nach eigenen Angaben soll Felix Kersten als Vertrauter Himmlers dem Reichsführer-SS und Gestapo-Chef den Plan ausgeredet haben, das gesamte niederländische Volk ins besetzte Osteuropa zu deportieren. Noch bis zu seinem Tod wurde er für diese Heldentat gefeiert - einige Jahre später sollte sie sich allerdings als Lüge entpuppen.

Himmler besucht ein deutsches Kriegsgefangenen-Lager in Schlesien, undatierte Aufnahme.

Foto: DER SPIEGEL
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"Des Teufels Doktor": Der Historiker und ehemalige Offizier des US-Nachrichtendienstes OSS, John H. Waller, veröffentlichte 2002 "The Devil's Doctor" - eine Biografie über den "talentierten und sehr erfolgreichen Physiotherapeuten" Felix Kersten, der als Leibarzt Himmlers in das "korrupte Machtzentrum des 'Dritten Reiches' gezogen wurde" und "Tausenden zum Tode geweihten KZ-Häftlingen" das Leben rettete.

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