Streit um "Hitlerhaus" Braunaus brauner Ballast

Hier kam Adolf Hitler zur Welt: Österreich diskutiert über das Geburtshaus des Diktators im Grenzstädtchen Braunau. Nun hat das Verfassungsgericht eine Entscheidung gefällt.
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Dieses dreigeschossige Eckhaus im Zentrum von Braunau beschäftigt die Behörden in Österreich seit Jahren. Nun hat das Verfassungsgericht entschieden, dass die vom Parlament verabschiedete Enteignung des Gebäudes rechtens war.

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Die Aufregung um das Haus beruht auf einem Ereignis vom 20. April 1889: Im zweiten Stock des Gebäudes brachte eine Frau namens Klara Hitler damals ihren dritten Sohn zur Welt - Adolf.

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Die Familie zog wenige Monate später wieder aus, doch die Geburt des späteren Diktators haftet bis heute an dem Haus. Seit 1972 ist der Staat Hauptmieter, um die Kontrolle über das politisch heikle Objekt zu behalten.

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Braunau leidet unter seiner Geschichte, die Stadt ist ausschließlich deswegen weltbekannt. Dabei hat der Ort am Inn deutlich mehr zu bieten: zum Beispiel einen mittelalterlichen Stadtkern mit gotischen Giebelhäusern.

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Zwischen der deutschen Annexion Österreichs 1938 und dem Kriegsausbruch 1939 gab es einen staatlich geförderten Hitler-Tourismus nach Braunau. Das Geburtshaus des Diktators ließen die Nazis mit Blumen und Fahnen schmücken.

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Hitler selbst war sein Geburtsort vermutlich ziemlich egal. Dokumentiert ist lediglich eine kurze Fahrt des Diktators durch die Stadt anlässlich der deutschen Annexion Österreichs im März 1938. Dieses Bild zeigt das Gebäude 1945 von innen, als sich US-Soldaten an den Wänden eines Raumes verewigen, den sie für das Geburtszimmer Adolf Hitlers halten.

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Der bedenkliche Bekanntheitsgrad Braunaus lässt sich auch in Deutschland beobachten: Dieses Hinweisschild steht im mecklenburgischen Dorf Jamel, das als Hochburg von Neonazis gilt.

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"Nie wieder Faschismus": Seit 1989 steht vor dem Geburtshaus ein Stein aus dem ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen, der an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur erinnert. Eine Gedenktafel direkt am Haus verhinderte die Eigentümerin Gerlinde Pommer-Angloher vor Gericht.

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1952 sprach ein Gericht das zwischenzeitlich von den Nazis gekaufte Gebäude den ursprünglichen Eigentümern zu, die es 1972 an das österreichische Innenministerium vermieteten. Dieses überließ es daraufhin einer Einrichtung für Behinderte, welche 2011 auszog.

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Seit Jahren tobt eine hitzige Debatte darüber, was mit dem Haus künftig geschehen könnte. Der Politikwissenschaftler und Heimatforscher Andreas Maislinger kämpft dafür, das Gebäude in eine Jugendbegegnungsstätte mit dem Namen "Haus der Verantwortung" umzuwandeln.

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Das in Braunau "Hitlerhaus" genannte Gebäude steht seit mittlerweile sechs Jahren leer, und das ist dem gelben Klotz auch anzusehen: An den Außenmauern haben sich Nässeflecken gebildet, von den Fensterrahmen blättert die Farbe ab.

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Florian Kotanko, Vorsitzender des Braunauer Vereins für Zeitgeschichte, setzt sich für eine "historische Kontextualisierung" des Hauses ein, will aber ein "Hitler-Museum" unbedingt verhindern.

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