Holocaust: "Die Liebe ließ mich überleben" - befreit aus dem KZ 27.01.2017
 "Mein Vater beschwor mich: 'Sie haben meine Frau und meine Tochter ermordet,...
Stefan Hanke

"Mein Vater beschwor mich: 'Sie haben meine Frau und meine Tochter ermordet, du musst überleben und der Welt berichten, was geschehen ist!'"

Harry Zansberg steht 2011 im bayerischen Stamsried unweit der Stelle seiner Befreiung durch die US-Armee. In seinem Gesicht spiegelt sich noch einmal die Freude über das wiedergewonnene Leben.

Mit 17 Jahren erlebte er, wie SS-Unterscharführer Reinhold Feix im polnischen Ghetto Belzyce bei Lubin die Juden aus ihren Häusern jagen ließ. Mit Entsetzen sah Herschel Zancberg, wie er damals noch hieß, wie Feix Hunderte am Boden liegender Menschen erschoss, darunter seine Mutter, seine Schwester und mehrere Tanten. Hershel musste die Kleider der Toten einsammeln und wurde später in das KZ Budzyn deportiert. Dort wurde auch sein Vater ermordet, während er Zwangsarbeit in den Heinkel-Flugzeugwerken leisten musste. Nach weiteren Stationen, darunter das KZ Flossenbürg, erlebte der junge Mann am Kriegsende erneut Massenerschießungen der SS, bevor ihn am 23. April 1945 die US-Armee befreite.