In sieben Schritten: Wie eine Nazi-Schokoladenbombe Didi Hallervorden zum Killer machte 13.07.2016
 Schritt 2: Der Spion und sein Sportwagen ...talentierten jungen Cricketspieler...
Getty Images

Schritt 2: Der Spion und sein Sportwagen

...talentierten jungen Cricketspieler namens Victor Rothschild. Dabei hatte der Spross der berühmten jüdischen Bankiersfamilie Rothschild an Bomben und deren Entschärfung ursprünglich ähnlich wenig Interesse gezeigt wie am Bankenwesen. Der promovierte Zoologe pflegte viel lieber einen ausgeprägten Playboy-Lebensstil: Wenn er nicht für Northamptonshire oder die Universität Cambridge First-Class-Cricket spielte, fuhr er Wasserski in Monaco, spielte Jazz-Piano oder machte Spritztouren in seinem Bugatti Type 57 "Atlantic" , dem ersten von nur vier Exemplaren weltweit.

Beim besten Willen also niemand, der durch besonders unauffälliges Auftreten glänzte. Dennoch zeigte der britische Inlandsgeheimdienst MI5 1939 Interesse an Rothschild. Dort wurde das Cricket-Talent nach kurzer Zeit Leiter der Sektion B1c. Die winzige Sondereinheit für "Sprengstoffe und Sabotage" arbeitete in einem Bunker tief im Erdreich Londons. Sie bestand neben Rothschild nur noch aus seiner Sekretärin (und späteren Gattin) Teresa Mayor sowie dem Ex-Polizisten Donald Fish. Dennoch gelang es ihnen im Frühling 1943, die Bombenpläne der Nazis abzufangen.

Nun galt es, das Schoko-Attentat der Nazis zu vereiteln, indem man Geheimdienstmitarbeiter und Sicherheitspersonal darin unterwies, die explosiven Leckereien zu erkennen und zu entschärfen. Dazu brauchte man Illustrationen, die ihren Aufbau erklärten - aber keiner der drei konnte zeichnen, und der Etat der Mini-Abteilung reichte kaum, um auch noch einen Illustrator einzustellen.

Zum Glück kannte Donald Fish jemanden, der ihnen helfen konnte, nämlich...