In sieben Schritten: Wie eine Nazi-Schokoladenbombe Didi Hallervorden zum Killer machte 13.07.2016
 Schritt 1: Kalorienbombe "Death by Chocolate" nennt man im Englischen...
UK National Archives

Schritt 1: Kalorienbombe

"Death by Chocolate" nennt man im Englischen augenzwinkernd Desserts oder Kuchen, die aus einer so feisten Mischung von Schokosplittern, -Flocken, -Riegeln, -Creme, -Pudding, -Sauce oder -Eis bestehen, dass mit dem baldigen Eintritt von allerlei Gebrechen von Karies bis Arteriosklerose zu rechnen ist. Nun gehörten bekanntlich weder Humor noch Wortspiele oder Schokoladensoufflés zu den Spezialgebieten des NS-Regimes. Also nahmen die Nazis den Ausdruck einfach wörtlich: Im Zweiten Weltkrieg ersannen sie dem britischen MI5 zufolge eine Bombe in Form einer Tafel Schokolade, unter deren zartschmelzender Außenhaut eine tödliche Füllung schlummerte. Biss das Opfer hinein oder brach ein Stück ab, zog dadurch ein Stück Leinenstoff im Inneren am stählernen Sprengmechanismus, der die Explosion auslöste. Das war jedenfalls der Plan.

In edlen schwarzen Packungen mit goldenem Markenaufdruck "Peter's Chocolate" schmuggelten Nationalsozialisten ihre Leckerei nach England. Ziel der Attentatspläne: Premierminister Winston Churchill, dem eine Vorliebe für Süßigkeiten nachgesagt wurde. Nazi-Spione sollten eine Packung "Peter's Chocolate" ins Kriegskabinett der Briten schaffen. Dort, so hofften sie, würde Churchill ihrer süßen Versuchung erliegen und dabei ungewollt eine Geschmacksexplosion auslösen, die in einem Radius von mehreren Metern sowohl sein Leben als auch das der Politiker um ihn herum fordern würde.

Doch der perfide Anschlagsplan wurde durchkreuzt von einem...