Indonesien Der vergessene Genozid

Bis zu einer Million Kommunisten, Linke, Künstler, Intellektuelle und Gewerkschafter wurden vor 50 Jahren durch rechte Militärs und Milizen in Indonesien ermordet. Überlebende und Angehörige fordern endlich Gerechtigkeit. Die Täter gelten bis heute als Helden.
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Ein Jahr Folterverlies, sieben Jahre Gefängnis und jahrzehntelange Schikanen haben Endang Darsa nicht brechen können. 50 Jahre nach dem Massenmord fordert er Gerechtigkeit.

Foto: Till Mayer
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Endang Darsa will Gerechtigkeit, nicht Rache: "Hass im Herzen ist niemals gut."

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Nahe des Präsidentenpalasts: Endang Darsa demonstriert mit anderen Überlebenden der Massaker jeden Donnerstag in Sichtweite zum Präsidentenpalast. Die schwarzgekleideten Männer und Frauen wirken verloren am Straßenrand.

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Berufsverbot, Haft und sein Stigma als politischer Gefangener wirken bis heute nach: Endang Darsa bezieht keine Rente, er kümmert sich um seine Enkel. "Es fällt mir nicht leicht, meinen Kindern auf der Tasche zu liegen."

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Erinnerungen: Endang Darsa hält ein Bild, das ihn als jungen Mann zeigt.

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Jeden Donnerstag halten Massaker-Überlebende eine Mahnwache vor dem Präsidentenpalast. Unterstützt werden sie von Bürgerrechtlern.

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Ein Straßenhändler verkauft Porträts des Präsidenten und seines Stellvertreters. Viele der Massaker-Überlebenden und politisch Verfolgten setzten Hoffnung in den neuen Präsidenten Joko Widodo (Jokowi). Doch der kämpft derzeit um sein politisches Überleben.

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Eine bizarre Gedenkstätte in einem Außenbezirk von Jakarta: Das Pancasili Sakti Museum samt dazugehörigem Monument dient vor allem einem Zweck - die vermeintlichen Untaten der Kommunisten zu zeigen. Bis vor wenigen Jahren wurden hier täglich unzählige Schulklassen durchgeschleust. Nun ist es ruhiger geworden. Vor dem Monument betet die Angehörige einer christlichen Sekte.

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Suherlan Mariyoso ist noch immer ein treuer Anhänger des Präsidenten Sukarno, der als Gründungsvater der Nation gilt. Mariyoso landete wegen der Mitgliedschaft in einer sozialistischen Studentenorganisation im Folterverlies.

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"So schliefen wir nachts. Zusammengekauert an die Wand gedrückt", berichtet Suherlan Mariyoso und ist kurz wieder in der Vergangenheit.

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Suherlan Mariyoso zeigt, wie er gefoltert wurde: Er holt sich einen Stuhl, setzt sich rücklings darauf und steckt seine beiden nackten großen Zehen unter die Holzbeine.

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Als Suherlan Mariyoso von seinen Qualen während der Gefangenschaft berichtet, kommen seiner Frau die Tränen. Sie halten ein Bild, das kurz vor der Verhaftung enstand: Suherlan Marioyso war Marineoffizier. Das Paar ließ sich damals stolz mit dem Sohn fotografieren.

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