Erde online Die Vernetzung der Welt

Tausende funkelnde Punkte erhellen eine dunkle Weltkarte: Mit Hilfe eines Bot-Netzes ist es einem Hacker gelungen, den aktuellen Zustand des Internets abzubilden. Das Ergebnis ist beeindruckend anzusehen.
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Die Erde im Netz: Die Grafik zeigt auf der Weltkarte die 460 Millionen IP-Addressen, die im Juni und Oktober 2012 auf die Anfrage geantwortet haben - nicht zu verwechseln mit einzelnen Geräten, denn hinter jeder IP-Adresse können sich mehrere Geräte verbergen. Die Farben geben einen Überblick über die weltweite Teilhabe am Netz, von blau (wenig) bis rot (viel). Die meisten Reaktionen kamen aus den hell leuchtenden Punkten in Metropolen wie Tokio, Seoul, Paris, New York, Washington und Sao Paolo. Fast dunkel bleiben dagegen etwa Zentralafrika, das australische Outback oder Nordkorea.

Foto: Carna Botnet
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Ein Unterschied von Tag und Nacht: Hier ist ein Ausschnitt aus einer animierten Grafik (siehe nächstes Bild) zu sehen, an der sich die Internetnutzung im Tag- und Nachtwechsel zeigt. In den Bereichen im schwachen Grau ist gerade Tag, entsprechend lebhaft-bunt strahlt es in den USA oder an der Ostküste Australiens. Im Bereich ohne Grauschleier ist es dunkel, in Europa etwa herrscht tiefe Nacht, deswegen sieht man überwiegend blaue Punkte, die auf geringe Aktivität - weniger viele ansprechbare IP-Adressen - hindeuten. Südamerika ist in seinen Abendstunden und gerade jetzt online aktiv, wie die vielen roten und gelben Punkte zeigen. Im nächsten Bild ist das Ganze dann in Bewegung zu sehen.

Foto: Carna Botnet
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Tag-Nacht-Rhythmus: Die Animation zeigt in einer groben Übersicht, wo zu welcher Tageszeit besonders viele Geräte in Aktion sind (rot und gelb) und wo viele Geräte ruhen und nur wenige ansprechbar sind (blau). Achten Sie einmal bei einem Durchlauf auf Deutschland und Europa. Hier wimmelt es nachts von blauen Punkten, der Kontinent schläft. Tagsüber wird es immer bunter, der Höhepunkt der Aktivität wird am Nachmittag erreicht. Jetzt achten Sie bei einem weiteren Durchlauf einmal nur auf Brasilien. Hier liegt die stärkste Aktivität (rot) am Abend, wenn es dunkel wird. Doch auch wenn der Tagesrhythmus ein anderer zu sein scheint - mitten in der Nacht versinkt auch hier fast alles in tiefblauem Schlaf.

Foto: Carna Botnet
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420.000 Clients: Hier ist das Botnet selbst zu sehen, also eine Übersicht all der Geräte, zu denen sich der Hacker im Jahr 2012 Zugriff verschafft hat. Sie dienten als Werkzeuge für den Scan. Besonders viele grüne, gelbe und rote Punkte finden sich zum Beispiel in China, Indien und Brasilien. Oft sind Städte und Ballungsräume gut erkennbar, etwa die roten Punkte in Istanbul oder Montevideo. In Europa und den USA ist das Netz insgesamt besonders dicht, in Kanada, Russland, Afrika, Australien und großen Teilen Südamerikas gibt es hingegen kaum eingebundene Rechner.

Foto: Carna Botnet
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Das Internet vor sechs Jahren und heute: In seinem Projektbericht beschreibt der Hacker sein Vorgehen und wie er seine Ergebnisse visualisiert hat (rechte Seite). Links daneben eine Grafik vom letzten großen Internet-Zensus aus dem Jahr 2006. Forscher mehrerer US-Universitäten kamen damals auf eine Gesamtzahl von etwa 187 Millionen ansprechbaren IP-Adressen. Das Carna-Botnet erreicht, je nachdem, was man als echtes Lebenszeichen wertet, etwa 450 Millionen bis 1,3 Milliarden aktive IP-Adressen. Das gewaltige Wachstum binnen nur sechs Jahren verdeutlichen die beiden Abbildungen: Adressbereiche ohne Zuteilung ("unallocated") gibt es kaum noch, die Bereiche mit extrem hoher Ausnutzung des Adressraums (rot gefärbt) haben extrem zugenommen.

Foto: Carna Botnet / Caida.org