Fotostrecke Heimliche Freiheit

Für einen kurzen Moment das Kopftuch abnehmen und den Wind durchs Haar wehen lassen - diese Iranerinnen haben es gewagt. Sie teilen mit der Welt ihre persönlichen Botschaften aus Iran.
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Auf der Facebook-Seite "Heimliche Freiheit" veröffentlicht die iranische Journalistin Masih Alinejad Fotos und Botschaften von Iranerinnen. Die Frauen haben sich ohne Kopftuch in der Öffentlichkeit fotografieren lassen, in Iran eine mutige Aktion, denn es besteht Schleierpflicht. Ihre Bilder und Botschaften werden daher ohne Namen veröffentlicht.

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Für einen kurzen Moment hebt sie das Kopftuch und lässt den Wind durch ihre Haare wehen. Die junge Frau schreibt: "Denjenigen, die mir sagen, ich soll das Land verlassen, wenn ich den Hidschab nicht tragen will, antworte ich: Der Hidschab war nicht meine Wahl. Ich möchte in meinem Land frei sein können."

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Diese junge Frau zeigt sich in einer besonders riskanten Gegend. Sie schreibt: "Dieses Foto wurde in Qom aufgenommen." Die Stadt gehört zu den heiligen Orten der Schiiten. Viele Religionsgelehrte leben dort und unterrichten an der Universität. Sie habe eine Botschaft für die traditionsgebundene Gesellschaft der Stadt Qom, schreibt sie weiter. "Ich habe die brennende Sonne über Qom Hunderte Male in meinem Schleier ertragen. Wegen eures Glaubens. Ertragt ihr diese wenigen Sekunden meiner heimlichen Freiheit!"

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Diese zwei Frauen schicken ein Foto vom Strand. Ins Wasser dürften sie nur vollbekleidet. Sie gehören zur "verbrannten Generation", wie diejenigen genannt werden, die im langen und brutalen Iran-Irak-Krieg kurz nach der Iranischen Revolution 1979 aufwuchsen und teils als Teenager und Twens eingezogen wurden. Von dem Iran ihrer Eltern, einer Art Baby-Boomer-Generation, haben sie wenig mitbekommen. "So wie sie uns verbrannt haben, werden auch wir sie verbrennen, damit unser Name 'die Feuer-Generation' wird", drohen sie.

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Nicht nur die Facebook-Generation unterstützt den Aufruf. Diese Mutter schreibt, sie hoffe, dass ihre Kinder mehr Kleidungsfreiheit haben werden. "Warum haben wir nicht das natürliche Recht eines Menschen, das überall auf der Welt normal ist?", fragt sie. "Ich hasse es, mein Haar zu bedecken. Ist es eine Sünde, die Luft und Sonnenstrahlen in meinen Haaren zu spüren?" Und selbst wenn, warum entscheiden andere für sie? Sie werde doch für ihre vermeintlichen Sünden bezahlen müssen. "Oder wird einmal irgendwer anders in meinem Grab liegen?"

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Diese jungen Frauen schreiben: "Unsere heimliche Freiheit dauerte nur einen Moment, aber sie war wunderbar. Unser Bruder ist nicht den üblichen Vorurteilen der Männer verhaftet. Er unterstützt uns iranische Mädchen und Frauen. Wir hoffen auf den Tag, an dem alle unsere Väter, Brüder und Ehemänner in vorderster Reihe unsere Freiheit unterstützen." Als kleine Anmerkung schreiben sie, wie gefährlich diese Aufnahme in einem Park im Norden Teherans war: "Aufgenommen im Dschamschidieh-Park, in dem es von Beamten der Sittenwache nur so wimmelte."

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