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Job & Karriere

IT-Pionierinnen Als die Informatik weiblich war

Frauen für Informatik begeistern - das ist der Bundesregierung jedes Jahr drei Millionen Euro wert. Sie will damit den Fachkräftemangel besiegen. Mit einer Zeitreise wäre das ganz einfach: Die ersten Programmierer der Welt waren weiblich. Und der Job galt einmal als Frauenberuf.
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Die ersten Programmiererinnen: Der ungeheure Rechenbedarf im Zweiten Weltkrieg war in den USA Anlass für den Bau des ersten elektronischen Universalrechners Eniac. Vor allem ballistische Tabellen, die bei der Einstellung der Geschossbahnen von Kugeln, Granaten und Raketen notwendig waren, mussten berechnet werden. Der Eniac wurde erst 1946 fertig; zu spät für den Kriegseinsatz, aber wie gemacht für den Kalten Krieg. Mit 17.000 Elektronenröhren erreichte er eine Rechengeschwindigkeit, die ihre elektromechanischen Vorgänger, etwa die Z3 des Deutschen Konrad Zuse, um das Tausendfache übertraf. Der Energiebedarf war allerdings enorm: 150.000 Watt. Nach vier Stunden Rechenzeit mußte die Anlage wegen drohender Überhitzung stets eine Pause einlegen. Programmiert wurde der Rechner von sechs Frauen, indem sie temporäre Kabelverbindungen umsteckten. 

Foto: U.S. Army Photo
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Mehr als nur Statisten: Die "Eniac-Frauen" hatten alle Mathematik studiert, für jedes einzelne rechnerische Problem mussten sie sich eine Lösung überlegen - und dann schwere Kabel herumtragen und Schalter umlegen.

Foto: Anonymous/ AP
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Im Rampenlicht: Bei der offiziellen Vorstellung des Eniac 1946 wurden die an dem Projekt beteiligten Männer vorgestellt - die sechs Programmiererinnen blieben unerwähnt. Erst 50 Jahre später wurden sie geehrt.

Foto: U.S. Army Photo
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Grace Murray Hopper ist die wohl berühmteste US-amerikanische Computerpionierin. Sie gilt als Entdeckerin der Computer-Bugs, ist die Erfinderin des Compilers sowie die geistige Mutter von COBOL und war Admiralin der US-Navy. Sie bekam mehr als 90 Auszeichnungen, darunter 40 Ehrendoktorwürden. In einem Artikel der amerikanischen Frauenzeitschrift "Cosmopolitan" wird sie mit den Worten zitiert: "Programmieren ist wie Abendessen vorbereiten. Man muss vorausplanen und alles so terminieren, dass es fertig ist, wenn man es braucht. Das geht nur mit Geduld und dem Blick für Details. Frauen sind Naturtalente im Programmieren."

Foto: ASSOCIATED PRESS
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Die Mathematikerin Ada Lovelace gilt als eine der Begründerinnen der Informatik. Sie arbeitete mit Charles Babbage, der schon 1822 eine mechanische Rechenmaschine vorgestellt hatte, die als Vorläuferin der Computer gesehen wird. In seinem Zuse-Roman "Die Frau, für die ich den Computer erfand" errichtet der Autor Friedrich Christian Delius auch ihr ein Denkmal: Ihr zum Andenken, sagt Delius, habe sich Zuse ans Design seiner Maschinen gemacht.

Foto: Hulton Archive/ Getty Images
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