Neofaschist schießt auf Afrikaner Angriff auf Migranten spaltet Italien

In Italien soll ein 28-jähriger Neofaschist auf sechs Migranten geschossen und sie zum Teil schwer verletzt haben. Der Angriff trifft Italien mitten im Wahlkampf - und wird von den Rechten instrumentalisiert.
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Ein Angriff auf mehrere Afrikaner in der Kleinstadt Macerata hat in Italien Entsetzen und Furcht vor weiterer Gewalt ausgelöst. Aus einem Auto war an verschiedenen Orten der Stadt auf sechs Menschen aus Gambia, Nigeria, Ghana und Mali geschossen worden. Die Opfer wurden zum Teil schwer verletzt. Einige von ihnen wohnen schon länger in Italien, andere sind Asylbewerber.

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Tatverdächtig ist der 28-jährige Luca Traini, genannt "der Wolf". Er hatte 2017 in der Ortschaft Corridonia für die fremdenfeindliche Lega Nord kandidiert und soll Verbindungen zu den Neofaschisten der Partei CasaPound haben, die enge Kontakte zu Rechtsextremen in ganz Europa pflegt. Bei Traini soll eine Borderline-Störung diagnostiziert worden sein. Noch ist unklar, ob er allein handelte oder Komplizen hatte.

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Traini selbst gab an, er habe den Mord an einer 18-Jährigen rächen wollen, die mutmaßlich von einem Nigerianer getötet worden war.

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Nach der Tat begab sich Traini der Polizei zufolge zu einem Kriegsdenkmal der 30 Kilometer von der Adriaküste entfernt liegenden Stadt, legte sich eine Italienflagge um und zeigte einen faschistischen Gruß. Dann ließ er sich widerstandslos festnehmen.

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Im Auto des Tatverdächtigen wurde eine Pistole der Marke Glock gefunden.

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Bei einer Durchsuchung der Wohnung Trainis fanden die Ermittler ein Exemplar von Hitlers "Mein Kampf" sowie ein Buch über Benito Mussolini.

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Ebenfalls entdeckt wurde ein Magazin über die faschistische Jugend sowie Keltenkreuze, Symbole der Neonaziszene. Die Computer des Mannes wurden beschlagnahmt.

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Das Tatfahrzeug: Aus diesem Alfa Romeo soll Traini auf seine Opfer gefeuert haben.

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Der Angriff trifft Italien mitten im Wahlkampf - am 4. März steht der Urnengang an. Parteien wie die rechtspopulistische Lega Nord machen bereits Stimmung gegen Migranten.

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Der Chef der rassistischen Lega Nord, Matteo Salvini, warnte vor einer "Flüchtlingsinvasion".

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... ebenso der langjährige Ministerpräsident und verurteilte Steuerhinterzieher Silvio Berlusconi, der die Gunst der Stunde nutzt, um seine Partei Forza Italia mit fremdenfeindlichen Parolen in der Wählergunst nach vorn zu bringen. Der 81-Jährige strebt ein Bündnis mit Salvinis Lega Nord und der postfaschistischen Partei Fratelli d'Italia an. Meinungsumfragen zufolge läge eine solche Koalition derzeit mit 35 Prozent der Stimmen vorn.

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