Schönheits-OPs in Südkorea Die Frauen wollen künstlich aussehen

Das Blut und die Bandagen, das Schneiden und die Schmerzen: Ji Yeo porträtiert Frauen, die beim Schönheitschirurgen waren. Die Südkoreanerin fotografiert sie direkt nach der OP - und zeigt so gewandelte Schönheitsideale und grassierenden Schönheitswahn.
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Südkoreanerin nach Schönheits-OP: Die Fotografin Ji Yeo zeigt Frauen, die ihren Körper mit Operationen perfektionieren wollen.

Foto: Ji Yeo
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Zu den Arbeiten Jis gehört auch diese Aufnahme einer Frau nach einer Nasenkorrektur. Die Fotografin hat selbst als Mädchen und junge Frau lange von Operationen geträumt, um sich endlich hübsch fühlen zu können.

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Schließlich habe es jedoch diesen Aha-Affekt gegeben, berichtet Ji - und sie hat einen Rückzieher gemacht. Mit ihren Bildern will sie darauf aufmerksam machen, was sich Frauen antun, um näher an ein Schönheitsideal zu kommen.

Foto: Ji Yeo
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Vor allem in Südekorea, so Ji, ließen sich viele Frauen operieren. Als der Trend anfing, vor etwa 20 Jahren, wollten sie noch möglichst europäisch aussehen und ließen sich eine größere Lidfalte operieren.

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Jetzt habe sich das aber verändert, berichtet die Fotografin. "Die Frauen wollen nun eher kindlich und niedlich aussehen." Das Land sei noch sehr konservativ. "Wollen die Frauen einen Zahnarzt oder Anwalt heiraten, müssen sie schön sein."

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Als Gegenleistung für die Fotos begleitete Ji die Frauen als eine Art Freundin. "Alle Frauen, die ich fotografiert habe, sind allein zur Schönheits-OP gegangen. Sie hatten niemanden, der sich um sie kümmert."

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"Am Anfang waren sie wohl nicht so richtig bewusst, was ich wirklich fotografieren will, und sie dachten sich, okay, warum nicht", berichtet Ji.

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Dann unterschrieben die Frauen noch einen Vertrag. In dem steht, dass die Fotos überall veröffentlicht werden dürften, ausgenommen Pornografie- oder Werbeseiten.

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In Hotels haben sich die Frauen nach den Operationen oft ein paar Tage ausgeruht. "Dann habe ich für sie Suppe gekocht, auf sie aufgepasst, ihnen Medikamente aus der Apotheke gebracht", erzählt Ji. "Vielleicht haben sie mich da tatsächlich wie eine Freundin wahrgenommen."

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Trotzdem seien solche Frauen sehr stark. "Sie wollen diese OPs unbedingt und nehmen die Schmerzen in Kauf."

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"Für sie sind Schönheits-OPs keine große Sache, sondern eher so etwas wie Schuhe einkaufen." Viele planen schon den nächsten Eingriff, bevor der jüngste verheilt ist.

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Vor 15 Jahren wollten die Frauen noch, dass man ihnen die Operationen nicht ansieht. Heute sei es laut Ji erstrebenswert, möglichst künstlich auszusehen.

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Ihre Modelle wollen nichts mehr mit ihr zu tun haben, nachdem Ji ihre Aufnahmen gemacht hat.

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Selbstporträt Ji Yeos. "Ich bin diejenige, die sie daran erinnert, dass sie mal anders aussahen. Ich erinnere sie an ihre Vergangenheit", sagt die Fotografin über die Frauen auf ihren Porträts. (Wollen Sie noch mehr Fotoserien sehen? Von bekannten Fotografen und begabten Amateuren? Dann schauen Sie hier: beim Fotoportal seenby.de )

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