Jugend in Nazi-Deutschland Mit Fahrtenmessern gegen den "Führer"

Ohne Prozess henkte die Gestapo im Jahr 1944 eine ganze Gruppe Kölner Jugendlicher - der jüngste war 16 Jahre alt. Die "Edelweißpiraten" hatten sich anfangs nur mit der HJ geprügelt, später Anti-Kriegs-Parolen gemalt - doch dann gingen einige in den Untergrund und töteten Nazi-Funktionäre.
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Edelweiß statt Hitlerjugend: Auch dieses Gruppenfoto entstand 1944 im Beethovenpark in Köln. Die "Edelweißpiraten" versuchten, sich einen eigenen Lebensraum abseits der allgegenwärtigen Ideologie der Nationalsozialisten zu schaffen.

Foto: TONI MASCHNER/ AFP
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HJ-Propagandaplakat: Im "Dritten Reich" beanspruchte die streng ideologisch am Nationalsozialismus ausgerichtete Hitlerjugend den Allleinvertretungsanspruch für "die" deutsche Jugend". Folglich kam es ab 1933 immer wieder zu Konflikten mit "wilden" Jugendcliquen, die sich der Vorherrschaft der HJ widersetzten. Dabei kam es zunehmend zu gewalttätigen Auseinandersetzungen - von Prügeleien über Messerstechereien bis hin zu Morden.

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Kölner Edelweißpiraten: Fünf junge Mitglieder der "Edelweißpiraten" 1944 im Beethovenpark in Köln. Zu sehen sind Heinz Wunderlich (oben rechts), Willi Colling (oben links) sowie (unten, von links nach rechts) Felix Jansen, Georg Viertel und Jean Jülich. Mehrere tausend Jugendliche an Rhein und Ruhr gehörten während des "Dritten Reichs" unabhängigen Jugendgruppen wie den "Edelweißpiraten" an und wurden dafür verfolgt.

Foto: AFP
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Edelweißpiraten auf Fahrt: Buntkarierte Hemden oder farbige Blusen, grelle Halstücher, kurze Hosen mit weißen Kniestrümpfen und ein Tirolerhütchen mit einem angesteckten Edelweiß - das war die Kluft der Edelweißpiraten. Ihre Lieder texten sie zum Teil selbst. Historiker sind sich bis heute uneins darüber, inwieweit die Edelweißpiraten als Widerstandskämpfer gegen die Nazis oder lediglich aufmüpfige Halbstarke oder gar Kriminelle zu betrachten sind.

Foto: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
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Öffentliche Hinrichtung: Am 25. Oktober 1944 werden in Köln-Ehrenfeld russische Zwangsarbeiter von der Gestapo öffentlich hingerichtet. Ihnen wurde vorgeworfen, Verbindungen zu den "Edelweißpiraten" gehabt zu haben. Zwei Wochen später starben an der gleichen Stelle auf die gleiche, unmenschliche Weise 13 Mitglieder der "Ehrenfelder Gruppe", darunter sechs minderjährige Edelweißpiraten.

Foto: Walter Dick
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Gedenktafel: Eine Bronzetafel am Ehrenfelder Bahndamm in Köln erinnert heute an die 13 Menschen, die hier am 10. November 1944 von der Gestapo ohne Gerichtsurteil gehenkt wurden.

Foto: Alexander Kuffner
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Kölner Westfriedhof: Der Eingang zum "Gestapo-Feld" auf dem Kölner Westfriedhof. Hier wurden knapp tausend Opfer der Nazi-Herrschaft verscharrt. Die Lage des Feldes - weit abseits der normalen Gräber sowie in direkter Nähe zum jüdischen Friedhof und dem Kompost - sollte die Beerdigten über den Tod hinaus "entehren". Erst seit den sechziger Jahren wurde das Begräbnisfeld zu der heutigen Gedenkstätte umgewandelt.

Foto: Alexander Kuffner
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"Edelweißpiraten"-Filmplakat: Die Geschichte der Kölner Edelweißpiraten und der "Ehrenfelder Gruppe" wurde 2001 von Niko und Kiki von Glasow verfilmt. 2005 kam der Streifen in die deutschen Kinos.

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Jubelnde Hitler-Jugend: HJ-Mitglieder zeigen bei der ersten von den neuen Machthabern organisierten Feierlichkeiten zum traditionellen "Tag der Arbeit" am 1. Mai 1933 in Berlin den Hitler-Gruß. Befehl und Gehorsam, Kameradschaft, Disziplin und Selbstaufopferung für die "Volksgemeinschaft" waren die wichtigsten Eckpfeiler der Hitlerjugend-Erziehung.

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"Gerade Du!": Die SS-Runen auf diesem Werbeplakat für die Hitlerjugend deuten an, dass es bei der NS-Jugendorganisation nicht um Pfadfinderspiele ging. Zwar wurde auch gewandert, aber vorrangig sollten die Jugendlichen auf den Kriegsdienst vorbereitet werden - und ihnen rassistisches und sozialdarwinistisches Gedankengut eingeimpft werden.

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