Jugendsünde Schülerband "Volles Brett, yeah!"

Falscher Text und Verstärker bis zum Anschlag: Als Mitglied einer Schülerband in den Achtzigern musste Axel Nerger nicht nur gegen die eigene Unfähigkeit kämpfen, sondern auch noch mit dem aufmüpfigen Publikum. Protokoll des ersten und einzigen Auftrittes seiner Band Lofthouse.
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Die Schülerband Backstage: Draußen fordert die Menge im Saal noch Zugaben von der vor Lofthouse aufgetretenen ostfriesischen Band und ahnt nicht, dass sich gleich Unvermögen und Selbstüberschätzung aus diversen Marshall-Türmen über sie ergießen werden.

Foto: Axel Nerger
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Maxime aller Schülerbands - Lieber laut als lasch: Mit einer Schülerband aus Osnabrück vor Musikstudenten aus Oldenburg aufspielen? Das ist mehr als leichtsinnig! Vor allem, wenn man nur die Lautstärkeregler beherrscht, aber nicht die Instrumente... Gitarrist Axel vor seinem Verstärker

Foto: Axel Nerger
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Holperiger Rythmus, markige Sprüche: Drummer Stevie, eingerahmt von Verstärker-Türmen. Wie seine Mitmusiker hat er auch sein Instrumentarium höchst professionell mit Logos der Schülerband dekoriert. Aber er polarisiert das Publikum; einige Zuhörerinnen beschimpfen ihn als "Chauvi", andere loben seinen Mut, überhaupt vor dieser Kulisse aufzutreten.

Foto: Axel Nerger
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Der Apltraum jeder Schülerband: Bassist Stefan will den Kontakt zum Oldenburger Publikum halten, doch Gitarrist Axel und Sänger Detlef zeigen den Zuschauern nur noch die Seiten- oder Rückenansicht. aus dem Publikum schallen der Schülerband bereits die ersten "Aufhören, Aufhören"- Rufe entgegen.

Foto: Axel Nerger
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Auch eine Schülerband braucht den Soundcheck: Die Schülerband Lofthouse beim Soundcheck in der Alten Aula der Universität Oldenburg: Leichte Nervosität ist den Musikern anzumerken. Während des Auftritts wird sich die Anspannung in nackte Angst verwandeln. Größtes Handicap bereits im Vorfeld ist das Fehlen von Gitarrist Uwe, der eine Woche vor dem Gig durch eine Windpocken-Attacke außer Gefecht gesetzt wurde.

Foto: Axel Nerger
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Auch die Show darf nicht zu kurz kommen: Deswegen proben die Mitglieder der Schülerband Lofthouse im Proberaum unter anderem auch, wie man die Gitarre "richtig hart rannimmt". Der Champion im hart-ran-nehmen, Gitarrist Uwe, fällt leider kurz vor dem Gig mit einer Windpockeninfektion aus.

Foto: Axel Nerger
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Proben für den großen Tag: Gitarrist Uwe im Proberaum. Leider streckten ihn wenige Tage vor dem Auftritt die Windpocken nieder - er verpasst deswegen den einzigen Gig der Band.

Foto: Axel Nerger
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Schülerband Lofthouse vor Publikum: Die meisten Zuschauer drehen der mehrheitlich aus Schülern bestehenden Band Lofthouse aus Osnabrück den Rücken zu. Diese Aufnahme entstand zu Beginn des Gigs, denn später starrten wesentlich mehr Zuschauer nach vorne, schrien im Chor "Aufhören!" oder warfen mit Bierbechern.

Foto: Axel Nerger
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Meine erste Band: Ich weiß nicht mehr, ob unsere Band überhaupt einen Namen hatte. Es war um 1980, ich (der damals noch schlanke Typ am Baß in der Mitte) war ca. 19 Jahre alt, und befand mich gerade kurz vor oder nach dem Abitur. Wir hatten genau sieben Stücke im Repertoire, darunter ein eigenes, und solche Perlen wie "Samba Pa Ti" von Santana oder "Give a little Love" von den Bay City Rollers, welches ich nicht so sehr mochte. Die Aufnahme entstand vermutlich während eines Auftritts bei einer Fete im Gemeindehaus Watenbüttel, als wir gerade "Samba Pa Ti" spielten. Das Gitarrensolo hatte ich unserem Gitarristen Thomas S. (rechts im Hintergrund) beigebracht. Eigentlich war ich auch Gitarrist, besaß jedoch keine E-Gitarre, und durfte daher in der Band den E-Baß von Thomas spielen.

Foto: Ingo Leschnewsky
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Amok in Concert: Einer der wenigen Auftritte der Gruppe Amok. Die Band spielte rockige Eigenkompositionen aber auch Titel von Jimi Hendrix, Ten Years After, Jethro Tull oder den Rolling Stones. Mit von der Partie waren Thomas Rausch (Vocals, Gitarre), Rudi Angermaier (Vocals, Gitarre, Keyboards), Peter Heim (Bass), Matthias "Pipo" Schube (Drums) und der etwas später hinzugekommene Matthias Prophete (Vocals). Die Gruppe bildete das Herzstück einer fest zusammengewachsenen Clique. Es verging kaum ein Tag an dem man nicht musizierte oder sich traf, um gemeinsam irgend etwas zu unternehmen. Man traf sich in der Schulpause und man fuhr gemeinsam in den Urlaub. Selbst die Freundinnen wechselten innerhalb der Bandmitglieder. Dieser feste Zusammenhalt erfuhr sein plötzliches Ende in einer Herbstnacht in der Keyboarder Rudi mit dem Auto seinen Vaters gegen einen Baum fuhr und noch am Unfallort starb. Der Schock saß tief und die restliche Band spielte nie mehr gemeinsam. Thomas und Peter versuchten sich noch in ein paar neuen Projekten, aber nichts war vergleichbar mit der Zeit bei Amok. Dann folgten Schulabschluss, Bundeswehr und Ersatzdienst. Nicht nur die Gruppe fiel auseinander, sondern auch die Freundschaften. Thomas studierte anschließend Mathematik, Peter ging an die Kunstakademie, Pipo wurde zum Biochemiker und Matthias übernahm das Fahrradimperium seines Vaters. Untereinander bestehen schon seit langem keine Kontakte mehr.

Foto: Peter Heim
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Verbrüderung mit Straßenkindern: Als einzige Schülerband in Erlangen spielten wir nichts gitarrenlastiges, sondern deutschen Hip Hop, deshalb waren wir besonders bei den Skatern sehr beliebt. Das Bild zeigt uns mit ein paar unserer Fans vor dem Jugenclub "Omega", den es auch heute noch in Erlangen gibt. Wir waren zu viert, in der vorderen Reihe links außen Tobi, daneben Düsi - in der hinteren als 2. von links ich (Christoph) mit Gastsängerin Verena, und hinten rechts Markus. Unsere Lieder sind übrigens alle auf www.nmcp.de abrufbar.

Foto: Christoph Brückner/Christina Geffe
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Footsteps: Die Schülerband Footsteps bei ihrem ersten Auftritt im Herbst 1980 in Wiesbaden.

Foto: Sven Fleck
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The Angry Nepis live im Rockpalast zu Meppen: Ein Bild direkt aus dem Rock N Roll-Trubel herausgegriffen! Im Januar 2005 spielten die "The Angry Nepis" ihren ersten, sehr lauten "gig" im - für das Emsland legendären - Meppener Rockpalast! Für jeden einzelnen "Nepi" wurde ein Bodygard eingesetzt. Die eigentlich als Scherz und um nach Rock'n'Roll- Manier zu protzen eingesetzte Security erwies sich später sogar als hilfreich, da die Bühne nicht gerade Stabilität versprach und die Zuschauerzahl wesentlich größer war als erwartet. "The Angry Nepis" gründete sich als Abi-Band aus sechs verschiedenen Persönlichkeiten angeblich "um Kosten zu sparen" für den abschließenden Abi-Umzug, aber im Grunde hingen zwölf geballte Hände Leidenschaft zum Musik machen und Ruhm ernten an diesem Monster, das sich bis heute "Angry Nepi"cnennt. V.l.n.r.: Uschi (Gitarre), Dennis (Bass), Andy (Gesang), Manuel (Gitarre), Marv (Gesang), leider nicht sichtbar: Martin (Schlagzeug).

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Its The Mind live in Braunschweig: Die Band bei einem ihrer letzten Konzerte im Jolly Joker in Braunschweig 1993.

Foto: Markus Knigge/Thomas Risch
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Beatles-Klone?: Das Vorbild war klar - die Pilzköpfe aus Liverpool hatten auch in den neunziger Jahren noch ihre Strahlkraft: The Beatmen bei einer Probe im Jahr 1997. Hank Schmidt-in-der-Beek (Drums), Konni Böttger (Gitarre), Gaius (Gesang), Chris Schaaf (Bass).

Foto: Christian Schaaf/Miriam Schaaf
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Zelta Zonk live in Berlin: 'Jugendsünde Schülerband' - unsere Band Zelta Zonk erfüllt von den vier Kriterien des Titels vielleicht nicht alle: 'Jugend' stimmt, wenn sie, wie heute üblich, bis gut in die Zwanziger reicht. 'Sünde' passt, wenn damit alles gemeint ist, was Spaß macht. 'Schüler' ist korrekt, wenn der Gründungszeitpunkt der Band zu Schulzeiten liegt. Aus Schülern werden Studenten, werden ... 'Band' ist nun aber definitiv passend.

Zelta Zonk ist eine der vielen Übungsraumbands der siebziger Jahre, als Marketing noch aus handkolorierten Flugblättern und Mundpropaganda in der (ehemaligen) Schule bestand. Dinge wie Internet, MySpace und YouTube waren noch nicht einmal angedacht (und wenn, nicht in unseren Köpfen). Also beschränkte sich die Breitenwirkung auf den eher schmalen Bereich lokaler Gigs.

Auf dem Foto musizieren von links: Ulli (Gitarren), Klaus (Drums), Bernd (Gesang), Sabine (Gesang), Andreas (Bass) und (rechts im Schwarzen) Stephen (Keyboards). Mehr Infos unter www.zeltazonk.de.

Foto: Andreas Pirner
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Hey Nonny Nonny: Das Plakat der Heidelberger Band Hey Nonny Nonny aus dem Jahr 1993.

Foto: Kai Widmann
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Meine erste Band: Schnell mal alles an "Equipment" zusammengetragen, was der Proberaum (ein heller, freundlicher Partyraum im ersten Stock) so hergab, Instrument umgehängt und in Positur gestellt: Wir waren jung, wir waren cool, wir waren eine Band! Und wir hatten unglaublich viel Spaß. Auch wenn's auf dem Foto zugegebenermaßen nicht so aussieht... (Aufnahme mit Selbstauslöser)

Foto: Müller Björn
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