Bolivien So lebt König Pinedo

Julio Pinedo backt Brot, pflückt Kokablätter und führt einen Gemischtwarenladen. Nur ein, zwei Mal im Jahr holt er die Krone aus dem Schrank. Denn eigentlich ist er ein echter König.
1 / 19

Das royale Paar: König Julio und Königin Angélica in vollem Ornat. Es kostete Fotografin Susana Girón Zeit und Engelszungen, die beiden zu den Fotos zu überreden. Bestenfalls ein, zwei Mal im Jahr zieht der König Gewand und Krone an, immer zu traditionellen Feierlichkeiten.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
2 / 19

1992 krönte die afro-bolivianische Gemeinde Julio Pinedo zum König. Zu der Gelegenheit bekam er Krone, Umhang und den "Bastón de Mando", den Befehlsstock, der mit afrikanischen Motiven verziert ist.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
3 / 19

Ohne Stock und Krone: König Julio Pinedo und seine Frau Angélica beim Mittagessen am Holztisch in ihrem Haus. Sie wohnen in dem Weiler Mururata in den bolivianischen Yungas, einer Region zwischen andinem Hochland und tropischem Tiefland. Die Königsfamilie wird von allen im Dorf respektiert und akzeptiert, auch von der indigenen Aymara-Bevölkerung.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
4 / 19

Im Untergeschoss des Hauses betreibt das Paar einen kleinen Gemischtwarenladen.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
5 / 19

Doña Angélica beim Gemüseverkauf auf der Schwelle ihres Haues. An der Tür steht "Se vende helados", denn beim König gibt es auch Speiseeis zu kaufen. Mit den Einkünften aus dem Laden bessert die Familie ihr Einkommen auf.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
6 / 19

Kokablätter sind die Haupteinnahmequelle. Hier sieht man die Königin beim Trocknen der Blätter. Sie werden auf einem Netz auf der Straße vor dem Haus ausgebreitet; auch wenn es bewölkt ist, denn mit ein paar Sonnenstrahlen trocknen die Blätter innerhalb von rund zwei Stunden. Aber sie dürfen nicht nass werden, dann verfärben sie sich und verlieren an Wert.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
7 / 19

Königin Angélica bei den Hausaufgaben. Pausen zwischen der vielen Arbeit nutzt sie, um ihre Lese- und Schreibfähigkeiten zu perfektionieren.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
8 / 19

Don Julio und seine Frau backen Brot. Lange bestritten sie so einen Teil des Lebensunterhalts, inzwischen aber rentiert sich die Arbeit kaum noch.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
9 / 19

Darline, eine Nichte von Doña Angelica, liefert den Korb mit Brot aus, das Julio Pinedo gebacken hat. Die hohen Mehlpreise ruinieren das Geschäft.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
10 / 19

Donnerstag ist Markttag in Mururata. Die Geschäfte bleiben bis nach Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Die Menschen kochen auf den Türschwellen Hühnchen, Kartoffeln oder verkaufen gebackenes Brot. Im Hintergrund sieht man die Lichter von Coroico, der wichtigsten Stadt in den nördlichen Yungas.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
11 / 19

Der Blick auf Mururata von einem Hügel in der Nähe. Nebel und Wolken sind hier in den Yungas üblich, vor allem in der Regenzeit. Mururata liegt sehr abgeschieden, umgeben von Tropenwäldern und Kokafeldern.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
12 / 19

König Don Julio besucht das Grab seines Großvaters, König Bonifacio, auf dem alten Friedhof von Mururata.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
13 / 19

Der Ausweis des Opas in den Händen des Enkels. Es ist die einzige Erinnerung, die Don Julio an seinen royalen Vorfahren hat.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
14 / 19

Zwei afro-bolivianische Kinder spielen in Tocaña Basketball vor der örtlichen Schule. Tocaña ist ein Nachbarort von Mururata. Bis zur Agrarreform von 1952 arbeiteten die meisten Schwarzen noch in sklavenähnlichen Verhältnissen auf Großfarmen.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
15 / 19

Tocaña hat einen Friedhof, der sich einmal im Jahr verwandelt, wenn...

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
16 / 19

... "Dia de los difuntos" gefeiert wird, "Totentag" (Allerseelen). Die Lebenden bringen ihren verstorbenen Angehörigen Essen und beten für sie. Eine typische Tradition in vielen Ländern Lateinamerikas.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
17 / 19

Flöten und Trommeln für die toten Verwandten. Die afro-bolivianische Gemeinschaft hat sich viele Bräuche der Aymara und der spanischen Eroberer zu eigen gemacht.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
18 / 19

Ein junges Mädchen der afro-bolivianischen Gemeinschaft tanzt in einem traditionellen Kostüm in den Straßen von Coroico zu den Rhythmen des Saya - ein Tanz, den die afrikanischen Vorfahren mitgebracht haben.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
19 / 19

Rolando Pinedo, der Prinz, nach getaner Arbeit auf dem Kokafeld mit der Ernte des Tages auf dem Rücken. Von hier ist es eine Stunde Fußmarsch nach Mururata. Der junge Mann wurde vom Königspaar adoptiert. Ob er einmal die Krone erbt, ist noch unklar.

Foto: Susana Girón/ BluePhoto
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.