Tipps für unterwegs Zehn zeitlos gute kleine Spiele

Familienfest Ostern - und was, wenn's regnet? Seien Sie vorbereitet! Unser Autor empfiehlt zehn Spiele, die in jede Handtasche passen.
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"7 Wonders Duel": Besser als das Original

"7 Wonders", 2011 zum "Kennerspiel des Jahres" gewählt, gilt als Spiel für größere Gruppen. Aber: "7 Wonders Duel", die recht neue Zwei-Spieler-Variante des Bestsellers, ist noch spannender ist als das Original. Auch in diesem Spiel baut man sich einen antiken Karten-Stadtstaat auf, bekriegt sich und sammelt Siegpunkte. Doch ein neuer Kartenauswahl-Mechanismus mit verdeckt und offen ausliegenden Karten bringt Würze ins Spiel und zwingt die Kontrahenten in jeder Runde des halbstündigen Spiels zu kniffeligen Entscheidungen.

Foto: Asmodee
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Mit wem? Mit der Kollegin in der Mittagspause, dem Cousin, der Cousine am Feiertag ... Wer gern spielt, wird "7 Wonders Duel" lieben. Etwas Platz auf dem Tisch wird allerdings benötigt.

"7 Wonders Duel" von Antoine Bauza und Bruno Cathala, Repos/Asmodee, 2 Spieler, ab 10 Jahren, ca. 23 Euro

Foto: Hendrik Breuer 
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"Camel Up Cards": Kamele stapeln

"Camel Up Cards" ist die kleine Kartenspiel-Schwester von "Camel Up", dem "Spiel des Jahres 2014". Wie im großen Spiel geht es darum, bei einem Kamelrennen die Sieger und Verlierer richtig vorherzusagen und frühzeitig passende Wetten zu platzieren. Lustig wird's, weil die Kamele niemandem gehören und alle Spieler sie bewegen können. Die störrischen Paarhufer haben ihren eigenen Kopf und laufen auch gern einmal Huckepack bei einem Konkurrenten mit. Die Rennen sind nicht planbar, dafür ist es umso unterhaltsamer, wenn das grüne Kamel im letzten Zug doch noch gewinnt und sämtliche Mitspieler leer ausgehen.

Foto: eggertspiele
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Mit wem? Mit Spaßvögeln, denen es nichts ausmacht, auch mal ihr ganzes Geld bei einem chaotischen Kamelrennen zu verjubeln.

"Camel Up Cards" von Steffen Bogen, eggertspiele/Pegasus Spiele, 2-6 Spieler, ab 8 Jahren, ca. 12 Euro

Foto: Hendrik Breuer 
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"Sushi Go": Für Foodies

Wie das Sushi auf einem Laufband in einem japanischen Restaurant lassen die Spieler in "Sushi Go" Spielkarten mit Maki-Rollen, Sashimi, Tempura und anderen Spezialitäten kreisen. Die Spieler nehmen sich jeweils eine Karte, bevor sie die Stapel weiterreichen. Ziel des Spiels ist es, möglichst lukrative Kartenkombinationen zu sammeln und vor sich abzulegen. Das ist vom Prinzip her ganz einfach und in zwei Minuten auch skeptischen Gästen erklärt. "Sushi Go" macht zudem optisch einiges her.

Foto: Zoch Verlag
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Mit wem? Mit Sushi-Freunden und anderen Gourmets, die nach der Dinnerparty noch auf einen Drink und ein Spielchen bleiben.

"Sushi Go" von Phil Walker-Harding, Zoch Spiele, 3-5 Spieler, ab 8 Jahren, ca. 12 Euro

Foto: Hendrik Breuer 
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"Holmes": Noch eine Sherlock-Adaption

Der bekannteste beratende Detektiv der Welt ist mal wieder im Einsatz und muss über ganz London verstreute Beweisstücke einsammeln. Dabei kommen ihm Moriarty, der die Beweise gerne verschwinden lassen würde, und Bruder Mycroft, der wie immer seine eigenen Pläne verfolgt, in die Quere. "Holmes" ist ein Zwei-Personen-Spiel, das einige spannende Mechanismen und taktischen Tiefgang in eine kleine Schachtel mit kurzer Spieldauer packt. "Holmes" ist dabei übrigens kein Detektivspiel wie "Cluedo" oder "Scotland Yard", sondern eher ein einsteigerfreundliches Strategiespiel.

Foto: Kosmos Verlag
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Mit wem? Sowohl mit Conan-Doyle- als auch mit Benedict-Cumberbatch-Fans, die nicht genug vom Meisterdetektiv bekommen können. Gern auch mit dem Partner zu Hause.

"Holmes: Sherlock gegen Moriarty" von Diego Ibanez, Kosmos Verlag, 2 Spieler, ab 10 Jahren, ca. 13 Euro

Foto: Hendrik Breuer 
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"Qwinto": Das bessere Kniffel

Für die einen ist "Kniffel" das ultimative Familienspiel, für andere eine belanglose Würfelei. Es ist also nicht verwunderlich, dass Spieleautoren ständig versuchen, spannendere Varianten zu erfinden. "Qwinto" ist einer der besten Versuche, den Würfelklassiker zu entstauben. Alle spielen immer mit und dürfen die Würfelergebnisse der anderen Spieler nutzen, um die eigenen Reihen und Spalten zu füllen. Dabei wird zwar ein bisschen gerechnet, aber vor allem gezockt, sodass "Qwinto" intuitiv und zügig heruntergespielt werden kann. Genau hinschauen beim Kauf: "Qwinto" gibt's auch als Kartenspiel, mit Würfeln ist es aber besser!

Foto: NSV
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Mit wem? Mit "Kniffel"-Fans und Gruppen, die schnelle Würfelspiele lieben. Auch super für die Kneipe oder die Zugfahrt.

"Qwinto" von Uwe Rapp u. Bernhard Lach, Nürnberger Spielkarten-Verlag, 2-6 Spieler, ab 8 Jahren, ca. 8 Euro

Foto: Hendrik Breuer 
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"Bohnanza": Update zum Zwanzigsten

"Bohnanza", ein hektisches, aber lustiges Spiel über den Handel mit Stinkbohnen, Blauen Bohnen und Brechbohnen, gibt es schon seit zwanzig Jahren. Zum Jubiläum hat Autor Uwe Rosenberg das Spiel leicht überarbeitet und das einzige wirkliche Manko behoben: "Bohnanza" war bislang nicht zu zweit spielbar. Bei "Bohnanza: Das Duell" machen sich nun zwei Spieler gegenseitig Angebote, die man (manchmal) nicht ablehnen kann. Gefeilscht wird weniger impulsiv und chaotisch, reizvoll ist es trotzdem. Fans sollten sich die Zweier-Variante anschauen, denn "Bohnanza" ist und bleibt ein Highlight.

Foto: Amigo
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Mit wem? Mit lauten und wilden Gruppen geht "Bohnanza" immer. "Das Duell" ist was für Paare, die auch ohne weitere Mitspieler gern spielen.

"Bohnanza: 20 Jahre" und "Bohnanza: Das Duell" von Uwe Rosenberg, Amigo Spiele, 3-5 bzw. 2 Spieler, ab 10 Jahren, jeweils ca. 9 Euro

Foto: Hendrik Breuer 
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"Oh My Goods!": Großes in der Minischachtel

Rohstoffe einsammeln, als mittelalterlicher Handwerker Güter herstellen und die eigenen Produktionsketten optimal nutzen: Die Spielidee von "Oh My Goods!" klingt nach einem altbackenen Brettspiel aus den Neunzigern. Doch das Spiel des gerade sehr angesagten Spieleautors Alexander Pfister ist weder angestaubt noch alt. Aus 110 Karten, die auf drei Arten genutzt werden können, hat Pfister ein tiefgründiges Strategiespiel entwickelt, das sich nach viel mehr anfühlt als einem Zehn-Euro-Kartenspiel. Allerdings ist das Ergebnis dann auch etwas für gestandene Spieler und nichts für die schnelle Kneipenrunde oder die Zockerei mit den entfernten Verwandten.

Foto: Lookout Spiele
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Mit wem? Mit Optimierern, die ein ruhiges, gut austariertes Spiel schätzen, in das man sich ein bisschen hineinarbeiten muss.

"Oh My Goods!" von Alexander Pfister, Lookout Spiele, 2-4 Spieler, ab 10 Jahren, ca. 10 Euro

Foto: Hendrik Breuer 
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"Abluxxen": Luchs de luxe

Auch dieses Spiel, das achtzigerjahremäßig daherkommt und mit kreativer Schreibweise des Wortes Abluchsen glänzt, hat es im Verkaufsregal sicherlich nicht leicht. Das Werk der Autoren-Altmeister Kramer und Kiesling sollte man trotzdem nicht links liegen lassen, dafür macht es zu viel Spaß. Eigentlich geht's nur ums schnelle Ablegen von Kartenkombinationen, doch das Abluxxen bringt Abwechslung und viel Interaktion mit allen Mitspielern. Wer dran ist, darf beliebig viele Karten des gleichen Werts aus der Hand ablegen (etwa drei Fünfen) und muss dann zocken: Nehme ich jemandem etwas Wertvolles weg (und fülle meine Hand wieder auf), oder lasse ich die anderen nachziehen? Aber bitte nicht zu gierig sein!

Foto: Ravensburger
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Mit wem? Am besten mit mindestens drei Spielern traditioneller Kartenspiele, die offen für Neues (aber bloß nicht zu viel davon!) sind.

"Abluxxen" von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling, Ravensburger, 2-5 Spieler, ab 10 Jahren, ca. 9 Euro

Foto: Hendrik Breuer 
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"Sola Fide": Das Spiel zum Lutherjahr

Zu Ostern im Lutherjahr darf ein Spiel mit dem Thema Reformation nicht fehlen. Einige sind erschienen, am besten ist "Sola Fide" ("allein durch Glauben"). Auch wenn es ein paar kleine Spielbretter gibt, dürfte dieses Zwei-Personen-Spiel noch als Kartenspiel durchgehen. Katholiken und Protestanten liefern sich ein taktisch anspruchsvolles Machtkarten-Duell um die Vorherrschaft in zehn deutschen Landen. Das Spiel ist asymmetrisch, das heißt, dass die Spieler mit unterschiedlichen Voraussetzungen starten, was "Sola Fide" für erfahrene Spieler sehr reizvoll macht.

Foto: Spielworxx
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Mit wem? Mit Taktik-Freaks mit einem Sinn für historische Ereignisse. Geschichtlich Desinteressierte haben vermutlich eher keinen Spaß daran.

"Sola Fide" von Jason Matthews und Christian Leonhard, Spielworxx, 2 Spieler, ab 12 Jahren, ca. 30 Euro

Foto: Hendrik Breuer 
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"Agent Undercover": Jetzt wird herumgedruckst

Zum Abschluss gibt's noch ein international erfolgreiches Partyspiel aus Russland, bei dem die Spieler versuchen, einen Spion in ihren Reihen zu enttarnen. Natürlich kennt nur der Spion seine eigene Identität. Dem Geheimagenten wiederum ist nicht klar, was alle anderen wissen: an welchem Ort man sich befindet (etwa im Casino oder Supermarkt). Da die Spieler sich nun gegenseitig ein paar Minuten lang ausfragen, sollte der Spion möglichst unverfänglich antworten. Alle anderen dürfen aber auch nicht zu viele Details preisgeben, da sie dem Spion ja nicht verraten wollen, wo sie sind. Wer am besten blufft und nicht auffliegt, gewinnt.

Foto: piatnik
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Mit wem? Entweder mit sehr guten oder ganz schlechten Lügnern. Mit beiden Extremen wird's lustig, wenn die Gruppe offen für Kommunikationsspiele ist.

"Agent Undercover" von Alexander Ushan, Piatnik, 3-8 Spieler, ab 12 Jahren, ca. 20 Euro

Foto: Hendrik Breuer