Kenia Wenig Wahl, viel Gewalt

Die Wahl in Kenia kann schon jetzt als gescheitert gelten. Während die Anhänger Präsident Kenyattas zu den Urnen strömen, machen Boykott, Drohungen und Gewalt das Wählen in Oppositionshochburgen unmöglich.
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Trauriger Wahltag in Kenia: Nur mit Waffen konnte die Polizei mancherorts - wie hier in Nairobi - Angriffe auf Wahllokale verhindern.

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In Hochburgen der Opposition, hier in einem Slum Nairobis, traten die Gegner von Präsident Uhuru Kenyatta martialisch auf. Ihr Kandidat, Raila Odinga, hatte erklärt, nicht an der Wiederholung der Präsidentschaftswahl teilzunehmen. Das verstanden seine Anhänger als Aufruf zum Boykott - oder schlimmerem.

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Gewalt und Gegengewalt: Ein Anhänger der kenianischen Opposition wirft eine Tränengaskartusche zurück, die in der Hochburg des oppositionellen Nasa-Bündnisses am Wahltag verschossen wurde.

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Polizei und gewalttätige Demonstranten, aber auch die normalen Bewohner der Siedlung, belauerten sich. Es waren Szenen wie sie Kenia zuletzt bei den blutigen Nachwahlunruhen von Anfang 2008 erlebte. Bilanz damals waren mehr als 1400 Tote.

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Scharfe Schüsse in der Innenstadt: Immer wieder feuerten paramilitärische Polizeikräfte auch in die Luft, in der Hauptstadt ebenso wie in den Hochburgen der Opposition in Westkenia, um Demonstranten zu vertreiben.

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Zwischen der Wahl am 8. August und dem Wahltermin am 26. Oktober sollen mehr als 50 Menschen durch Polizeigewalt gestorben sein. Am Tag der Wahl meldete die Polizei drei weitere Opfer in Westkenia und einem Vorort der Hauptstadt, doch die Zahl dürfte steigen.

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Davon unbeeindruckt warf Präsident Kenyatta in seinem Heimatort Gatundu seinen Wahlzettel in die Urne.

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Die Wähler wurden, wie schon beim ersten Versuch vom 8. August, der dann für ungültig erklärt wurde, elektronisch über ihren Fingerabdruck im Wahlregister aufgerufen, um Betrug auszuschließen.

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In Kajiado, südlich der Hauptstadt, gab es die sonst überall üblichen Schlangen vor den Wahllokalen.

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Auch in manchen Abstimmungsstellen in Nairobi ginge viele Menschen zur Wahl, wie hier in der Moi Grundschule in der Innenstadt.

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Im Slum Kibera in der Hauptstadt eskortiert ein Polizist eine Frau zum Wahllokal. Andernorts in der Armensiedlung wurden brennende Barrikaden errichtet, Oppositionsanhänger riefen zum Boykott auf.

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In diesem Wahllokal herrschte gähnende Leere.

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Gewöhnt an die Gewalt: Anhänger der Opposition errichteten schon am Mittwoch Barrikaden, um die Auslieferung von Wahlunterlagen zu behindern. Dieser Mann mit einem Odinga-T-Shirt trägt unbeeindruckt seine Einkäufe vorbei.

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Die Barrikade wurde von Männern bewacht, die sich ebenfalls Anhänger Odingas nennen.

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Sie zündeten Reifenstapel an und bauten sich drohend vor Fotografen auf.

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In Kibera waren nach der Wahl von Anfang August gewaltsame Proteste ausgebrochen. In der Folge wurden mehrere Menschen von Polizisten erschossen, die in den schmalen Gassen des Slums mit scharfer Munition feuerten.

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Auch am Wahltag gingen die Gewaltakte weiter, hier werfen Bewohner des Elendsviertels Steine.

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