Kerkelings Karriere Hape, Hannilein, Horst - Hurz!

Und dann war er mal weg. Vor vier Jahren verkündete Hans-Peter Kerkeling seinen Rückzug vom Showgeschäft. Er machte tatsächlich ernst - eine Spurensuche nach einem sehr Vermissten.
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Durchbruch mit "Känguru": Den Recklinghäuser Schüler Hans-Peter Kerkeling drängte es schon früh auf die Bühne. 1984 machte er sein Abitur, bald darauf wurde er mit der Show "Känguru" weithin bekannt - Musik und Komik, immer an der Seite eines störrischen Kängurus (hier mit Sängerin Kim Wilde). Es war der Beginn einer Komikerkarriere, die Kerkeling 2014 beendete - Schluss mit den Shows.

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Das Kind im Manne: Dass er 1983 den Passauer Kabarettpreis Scharfrichterbeil gewann, war Kerkelings erster großer Triumph. Beim Talentwettbewerb mit Juror Ottfried Fischer wurde er entdeckt, "Hannilein" war dann seine erste große TV-Rolle: die Figur eines Vorschulkindes in der Erwachsenenwelt.

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Fan als Moderator: Schon als Kind liebte Kerkeling den Grand Prix de la Chanson (später ESC). Und von 1989 bis 1991 moderierte er den deutschen Vorentscheid, was seinem Hang zum Imitieren anderer Sprachen sehr entgegen kam.

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Königlicher Ulk: Sein wohl berühmtester Auftritt und gleichzeitig der Triumph eines Narren über den Ernst der Politik - 1991 wollte Hape als Königin Beatrix ins Schloss Bellevue und schaffte es immerhin bis auf die Stufen. Auf der Fahrt versteckte sich Fernsehredakteurin Birgit Reckemeyer im Fonds seiner Limousine und flüsterte ihm Tipps zu.

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"Total normal" war seine bis heute vielleicht beste Sendereihe, die von 1989 bis 1991 in der ARD lief. Kerkeling trotzt auf diesem Foto Paulchen Kuhn, Dagmar Berghoff, Margarethe Schreinemakers und Wolfgang Lippert urkomische Einlagen ab (von links).

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"Der Wolf, das Lamm, auf der grünen Wiese... HURZ!" Große kleine Unterhaltung - die "Hurz"-Episode wurde ein Stück deutsche Fernsehgeschichte. Kerkeling spielte einen polnischen Opersänger und Achim Hagemann dazu Klavier. Sie führten ein progressives Musikstück auf und verwirrten die nichtsahnenden Zuhörer.

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"Hurz!" erschien 1992 auch als Single. Die Parodie gipfelte in einer Diskussion mit dem Publikum, das sich teils um einen Zugang zum, nun ja: sperrigen Stück mühte, teils offen Unverständnis äußerte - und vom vermeintlichen osteuropäischen Opernsänger arrogant abgebürstet wurde ("Ihnen fehlt wohl der intellektuelle Zugang").

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Kerkelings erster Kinofilm "Kein Pardon" entstand 1992, eine grandiose Fernsehsatire mit heimischen Ruhrpott-Einsprengseln. Im Mittelpunkt stehen zwei Personen: Heinz Wäscher, genial selbstironisch besetzt mit Heinz Schenk, dem schon ziemlich kaputten Moderator der TV-Sendung "Witzischkeit kennt keine Grenzen". Und sein größter Fan und Nachfolger Peter Schlönzke (Kerkeling), der bald ähnlich fies auftritt wie sein Idol.

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Doppelkopf: Otto Waalkes erfuhr früh von diesem Hans-Peter aus Recklinghausen, als der noch unbekannt war. Nach einem kleinen Auftritt führte er ihn in eine Hamburger Promikneipe und rief ihn dort als den kommenden Star am Komikerhimmel aus (Foto von 1992).

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Für "Cheese" wechselte er 1994 zu RTL und verlor dort an Erfolg und Durchschlagskraft. Hochdotiert vom Privatsender begannen für ihn nun die eher mageren Jahre. Trotz Sahnetorte auf dem Schoß.

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Der Fernsehfilm "Club Las Piranjas" 1995 persiflierte die deutschen Cluburlaub-Touristen. Und wieder hatte Hape einen feinen Sinn für gute Besetzung: Angelika Milster (rechts) und Judy Winter brillierten an seiner Seite.

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Lange Jahre war Kerkeling mit Angelo Colagrossi zusammen (links; Foto von 1995 in der Sendung "Hapes halbe Stunde"). Die beiden begegneten sich auf der Münchner Leopoldstraße, gingen erst aneinander vorbei, dann drehte sich Kerkeling um und lief dem Italiener hinterher. Die beiden wurden ein Paar, Colagrossi war lange sein Co-Autor.

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Colagrossi wirkt auch mit bei "Willi und die Windzors". Die Komödie von 1996 erzählt, wie die britische Königsfamilie nach Bottrop ins Exil flüchten muss und bei den Bettenbergs einzieht. Brigitte Mira gab die Queen Mum, Ruhrgebiets-Queen Tana Schanzara spielte Else Bettenberg (rechts).

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In "Die Oma ist tot" von 1997 spielte Hape den Busfahrer Brömmer. Wieder dabei: Tana Schanzara (Mitte) als Oma Vera. Der Film war nicht so erfolgreich.

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"Darüber lacht die Welt" zeigte Hape bei Sat.1 ab Mai 1999 endlich wieder in seinen wunderbaren Verkleidungs-Rollen. Noch sollten aber Jahre vergehen, bis er als Horst Schlämmer triumphierte.

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In der "Harald Schmidt Show" war Kerkeling als Gangster-Rapper zu Gast. Inzwischen leben beide in TV-Rente.

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Auftritt in Hamburg (im Jahr 2000) Das Fach "Sport" war nicht Hapes Welt. Ein hochtalentierter Turnbeutelvergesser, der den Trainingsanzug nur noch aus Witz trug.

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Bei einem CDU-Parteitag im Jahr 2000 servierte Hape als Kellner Angela Merkel einen Eisbecher "Copacabana" - und Merkel erkannte den getarnten Komiker.

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Als Dominas verkleidet zeigten sich Kerkeling und Roberto Blanco für "Stars 2003 - die Aids-Gala".

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Günther Jauch überreichte Kerkeling 2003 den Deutschen Fernsehpreis für seine Moderation von "Die 70er Jahre Show". Darin holt Kerkeling einen gewissen Udo Lindenberg wieder ins Rampenlicht, der damals im Schatten stand.

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"Samba in Mettmann" war eine weitere Komödie, die 2004 in den deutschen Kinos lief - und eher aus der Kategorie "Hätte nicht sein müssen". Zeit wurde es für eine Pause ...

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… und die nahm er sich. Kerkeling stieg aus, wanderte den Jakobsweg und veröffentlichte 2006 "Ich bin dann mal weg". Der Bestseller wurde später mit Devid Striesow verfilmt (Szenenfoto von 2015).

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"Let's Dance": Die ersten Staffeln der RTL-Show moderierte Kerkeling 2006 und 2007 zusammen mit Nazan Eckes, obwohl ihm sehr missfiel, wie die Medien mit Heide Simonis umgingen, Teilnehmerin und frühere Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein.

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In "Hallo Taxi" chauffierte er 2008 bei RTL verdutzte Fahrgäste.

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Zum großen Erfolg wurde die Rolle von Horst Schlämmer, stellvertretender Chefredakteur des "Grevenbroicher Tageblatts" - Perlen des Lokaljournalismus sozusagen. Schnäuzer und Überbiss, Plautze und markante Brille, Trenchcoat und Herrenhandtasche, Zigarette und Dornkaat: es war nicht schwer, den Mann wiederzuerkennen. Im Film "Horst Schlämmer – Isch kandidiere!" von 2009 trat er dann gleich mal zur Bundestagswahl an.

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Als Schlagerdiva Uschi Blum, eine weitere populäre Rolle, hier bei "Wetten, dass..?" 2009. Und die Nation rätselte, ob er Thomas Gottschalks Nachfolger wird.

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Der Schwabe Siggi Schwäbli hatte ein paar Dioptrien mehr als Horst Schlämmer - und ein paar Fans weniger.

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Zweitkarriere als Autor: "Der Junge muss an die frische Luft" erzählt von Hapes Kindheit in Recklinghausen zwischen Glück und Tragödie. Hapes Mutter starb, als er erst neun Jahre alt war.

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Verfilmung: Ab Weihnachten 2018 läuft "Der Junge muss an die frische Luft" in den deutschen Kinos. Auf diesem Szenenfoto übt Jungdarsteller Julius Weckauf schon mal den Schlämmer.

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Kurze Rückkehr aus dem Off: Wie angekündigt zeigte sich Hape Kerkeling seit 2014 kaum in der Öffentlichkeit. Eine Ausnahme machte er beim Deutschen Comedypreis 2017, als er die Lebenswerk-Trophäe Ottfried Fischer verlieh, der ihn einst entdeckt hatte. Erneut gesichtet wurde Kerkeling bei der Veranstaltung zum Bayerischen Fernsehpreis am 18. Mai 2018 (Foto).

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