Kinderbücher zu Weihnachten Geschenkideen für Kleine und Schon-ganz-schön-Große

Kindern Bücher zu schenken, ist eigentlich immer eine gute Idee. Nur welche? Wir haben da einige Empfehlungen gesammelt - für die Kleinsten und für diejenigen, die schon ganz schön groß sind.
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SACHBUCH

Die Luftschifffahrt

Es gab eine kurze Zeit, da verbanden nicht nur Schiffe und Flugzeuge, sondern auch Zeppeline Europa und Amerika. Die Geschichte vom 14-jährigen Werner erzählt, wie sich das Leben damals anfühlte, und was für ein Erlebnis eine Zeppelin-Fahrt war.
Als Werner 1936 die Schule verlassen muss, findet er Arbeit als Kabinenjunge auf dem Zeppelin "Hindenburg". In den folgenden Monaten fährt er damit nach Südamerika und New York. Der Leser begleitet ihn auf einer Entdeckungsreise in die Technik und das Leben an Bord.
Das Buch ist eine gelungene Kombination aus Geschichte und Fakten. Man kann es als Reisebericht lesen - oder, will man es genauer wissen, zusätzlich die Infokästen und die Konstruktionsskizzen studieren. Die Texte sind recht anspruchsvoll. Achtjährige (Altersempfehlung des Verlags) lassen sich das Buch darum vielleicht lieber noch vorlesen. Agnes Sonntag

Anzeige Stephan M. Meyer, Thorwald Spangenberg: "Mit dem Zeppelin nach New York. Die Geschichte vom Kabinenjungen Werner Franz". Gerstenberg Verlag. 14,95 Euro. Ab 8 Jahren.
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SACHBUCH

Wie groß ist der Größte?

Dass der Blauwal das größte Tier der Welt ist, das kann ein kleines Kind verstehen. Aber seine Dimensionen wirklich zu begreifen, ist etwas ganz anderes.
Die US-amerikanische Autorin und Illustratorin Jenni Desmond visualisiert in ihrem Bilderbuch "Der Blauwal" Zahlen rund um den Riesensäuger und packt sie in die Rahmengeschichte eines Jungen, der ein Buch über Blauwale liest - natürlich genau das, was das Kind in der Hand hält. Da werden Autos, Bagger und Trecker aneinandergereiht, um die Länge des Körpers zu zeigen. Das Auge ist in Originalgröße abgebildet, und Kind und Eltern können sehen, wie viele Menschen im Maul eines Blauwals Platz hätten: 50.
Unterhaltsam und lehrreich ist das Buch, für Kinder wie für Erwachsene. Der Verlag empfiehlt das Buch ab vier Jahren, aber vielleicht sind Wörter wie "Kommunikation" und "Knochenstruktur" doch eher für Fünfjährige verständlich. Marianne Wellershoff

Anzeige Jenni Desmond: "Der Blauwal" Aus dem Englischen von Sophie Birkenstädt. Aladin Verlag, Hamburg; 48 Seiten; 15,95 Euro. Ab 4 Jahren.
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SACHBUCH

Das Buch zum Hund

Auf dem Ponyhof Sternenhügel irgendwo in Finnland ist ein Wurf Welpen geboren worden, und die Ferienkinder lernen nun, wie man mit so kleinen Hunden umgeht. Sie erfahren etwas über die Dressur und Erziehung von Hunden, wie man mit einem jungen Hund spazieren geht, was der Tierarzt mit ihm macht oder wie man die Körpersprache der Tiere deutet.
Die Personen in diesem zweiten Band der Sternenhügel-Reihe werden nicht besonders gut eingeführt, aber wichtiger sind sowieso die Informationen zum Thema Hund. Unzählige Fragen zu Haltung und Pflege werden beantwortet, die durch große, bunte Bilder verständlich illustriert werden. Besonders passend für alle Kinder, die ein eigenes Haustier unterm Tannenbaum finden werden. Agnes Sonntag

Anzeige Reetta Niemelä, Salla Savolainen: "Ponyhof Sternenhügel. Ein kleiner Hund zum Liebhaben". Baumhaus Verlag. 12,99 Euro. Ab 5 Jahren zum Vorlesen.
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BILDERBUCH

In Eile

Zwei Geschichten in einem Buch: Einmal ist Ritter Otto die Hauptperson - wenn man das Buch dreht, jedoch sein treuer Freund, das Reittier. Beide haben es eilig: Mal ist Otto spät dran zum Turnier, vergisst sein Pferd und rennt einfach los, mal galoppiert das Reittier auf der Suche nach seinem Ritter durch die Landschaft, vorbei an Räubern, Zwergen und Drachen.
Die Geschichte hat Tempo, kein Kind wird während des Lesens ungeduldig vom Schoß rutschen. Toll sind die kurzen Reime, wunderbar das Ende der zwei Geschichten: Die beiden kriegen sich. Agnes Sonntag

Anzeige Günter Jakobs: "Ritter Otto und sein Reittier. Ein Wendebuch". Carlsen. 12,99 Euro. Ab 2 Jahren.
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BILDERBUCH

Revolutionäres Gewimmel

Brüllt ein Soldat in armeegrüner Uniform und Gewehr in der Hand: "HALT! Tut mir leid, aber es ist nicht gestattet, die rechte Buchseite zu betreten." Die knallbonbonbunte Filzstift-Bevölkerung ist irritiert. Dieser Befehl klingt absurd, er ergibt keinen Sinn.
Auf der linken Seite wird es immer voller, gereizter. Doch jenseits des Falzes, der Grenze mitten auf der Doppelseite, bleibt es weiß. Bis in einer Art samtenen Revolution die andere Buchhälfte jubelnd gestürmt wird.
Isabel Minhós Martins und der Illustrator Bernardo P. Carvalho haben mit "Hier kommt keiner durch!" das Genre Wimmelbuch umfunktioniert – mit der genialen Idee, den Buchraum selbst in die Dramaturgie einzubauen. Ganz nebenbei zeigen sie damit, was passiert, wenn eine Menschenmenge auf Grenzen und willkürlich scheinende Herrschaftsgesten stößt. In dem Mix aus Kindern, Radlern, Aliens, Bären und Opas scheint alles auf, von Flüchtlingscamps in Mazedonien bis hin zur deutschen Botschaft in Prag 1989. Und somit die Allgemeingültigkeit des Horrors, nicht frei zu sein. Anne Haeming

Anzeige Isabel Minhós Martins, Bernardo P. Carvalho: "Hier kommt keiner durch!" (Aus dem Spanischen von Franziska Hauffe), Klett 2016, 40 Seiten, 13,95 Euro. Ab vier Jahren.
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BILDERBUCH

Ideenwettbewerb

Kettengeschichten bilden eine beliebte Dramaturgie in Bilderbüchern, der Klassiker dieses Genres ist "Der Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf dem Kopf gemacht hat" - hier rennt der Maulwurf von Tier zu Tier, um zu erfahren, von wem der stinkende Haufen auf seinem Kopf stammt. Das hübsch gezeichnete Bilderbuch "Ein Loch gegen den Regen?" funktioniert auch nach diesem Muster.
Das Kaninchen ahnt, dass es bald regnen wird, und beginnt, ein Loch zu buddeln. Da kommen nacheinander die Tiere des Waldes und belehren es darüber, dass dies eine sehr schlechte Idee sei und sie eine viel bessere hätten. Der Dachs empfiehlt eine Höhle unter einem Baum, der Specht ein Loch im Baum und das Eichhörnchen ein Nest zwischen den Zweigen. Und als es zu regnen anfängt, diskutieren alle Tiere noch herum und werden nass. Bis auf eines natürlich: das Kaninchen, das trocken in seiner Höhle schläft.
Ein lustiges Buch über Besserwisserei - ein Phänomen, mit dem kleine Kinder sich täglich im Umgang mit ihren Eltern herumschlagen müssen. Marianne Wellershoff

Anzeige Daniel Fehr, Fancesca Sanna: "Ein Loch gegen den Regen?" Atlantis Verlag, Zürich; 32 Seiten; 14,95 Euro. Ab 3 Jahren.
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BILDERBUCH

Als America great war

In knallig bunten Farben üben Tiere menschliche Tätigkeiten aus: Mit dieser simplen Idee sind die Bücher des US-Autors Richard Scarry zu Bilderbuch-Klassikern geworden. So lernten Generationen amerikanischer Kinder, wie das Gemüse vom Feld auf den Markt kommt und worauf man im Stadtgewimmel achten muss. Und auch viele Jungs und Mädchen anderswo.
Dass die Geschlechterverhältnisse sich seit den Sechzigerjahren verändert haben, als immer nur Mutter Hase am Herd stand, haben Neuauflagen des Originals sanft korrigiert. Auf Deutsch fand man die Bücher des 1994 verstorbenen Scarry lange nur noch mehr oder weniger stark zerlesen aus zweiter Hand. Dass der Diogenes-Verlag, der nun zwei Scarry-Bände neu herausbringt, auf den Hasenvater in der Küche verzichtet, befriedigt wohl vor allem die Nostalgie der Eltern. Dennoch: Wie Scarry mit gezeichneten Mini-Geschichten zeigt, wie die Welt funktioniert, ist noch immer herrlich - auch wenn Toaster heute anders aussehen und Polizeibeamte auch Frauen sein können. Felix Bayer

Anzeige Richard Scarry: "Mein allerschönstes Wörterbuch". Diogenes Verlag, 80 Seiten, 24 Euro. Ab 4 Jahren.
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Richard Scarry: "In der großen Stadt". Diogenes Verlag, 48 Seiten, 18 Euro. Ab 4 Jahren.
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ZUM VORLESEN

Tierliebe

Herr Albert hat seinen Kiosk verkauft und sich zur Ruhe gesetzt. Jetzt sitzt er zu Hause und fühlt sich einsam. Was soll er den ganzen Tag machen? Wie gut, dass ihn sein Vetter William zu sich ans Meer einlädt. Dort findet Herr Albert ein Seehundbaby, das keine Mutter mehr hat. Er nennt es Charlie und nimmt es mit nach Hause in die Stadt. Denn sonst wäre es verhungert. Doch nicht nur Pflege und Ernährung des Tieres sind ein Problem, sondern auch der Hauswart, der Tiere im Haus streng verbietet. Da lernt er seine Nachbarin kennen, die heimlich einen Kanarienvogel hält. Als sie den fiesen Hauswart nicht länger austricksen können, müssen sie ein anderes Zuhause für Charlie finden.
Judith Kerr, die Autorin von "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl", ist heute 93 Jahre alt. Diese zeitlos schöne Geschichte schrieb sie im Gedenken an ihren Vater, der vor gut hundert Jahren tatsächlich versuchte, in seiner Berliner Wohnung ein Seehundbaby zu halten. Das Experiment misslang. Alfred Kerr ließ den Seehund ausstopfen. Agnes Sonntag

Anzeige Judith Kerr: "Ein Seehund für Herrn Albert". Fischer Sauerländer. 12 Euro. Ab 6 Jahren.
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ZUM VORLESEN

Hanna hat den Durchblick

Jetzt erzählt die achtjährige Hanna mal, wie es eigentlich ist, ein Kind zu sein. Hanna ist gerade mit ihrer Mutter und ihrem Zweitpapa Eberhard umgezogen. Das Haus ist so schön, dass sie bestimmt niemals ausziehen wird - auch nicht, wenn sie groß ist. An dem Punkt irrt sich ihre ganz Mutter sicher. Genauso wie sich Oma geirrt hat, als sie dachte, Murkel sei ein Kater, keine Katze. Erst, als Oma eingeklemmt unter dem Sofa lag, und Murkels Junge selbst sah, hat sie Hanna geglaubt. Hanna hat also ganz gut den Durchblick.
In lakonischem Ton erzählt Jutta Richter zehn Anekdoten aus dem Leben einer ganz normalen Familie: von tollen Überraschungen und Enttäuschungen genauso wie vom Streit der Eltern und der blöden Daniela Roggenknecht. Ein richtig schönes Familien-Vorlesebuch. Agnes Sonntag

Anzeige Jutta Richter: "Ich bin hier bloß das Kind". Hanser Verlag. 10 Euro. Ab 8 Jahren.
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ZUM VORLESEN

Macht herrlich zum Affen

Was abgedruckt steht, muss gelesen werden: Logo, das ist das banale Grundprinzip von Lesen und Vorlesen. Aber wohl keiner hat das bislang stringent zu Ende gedacht, geschweige denn, diese Idee zum Dreh- und Angelpunkt eines Kinderbuchs gemacht. Bis der Autor und Schauspieler B.J. Novak kam und mit seinem "Buch ohne Bilder" das wohl witzigste, hintergründigste Vorlesebuch der vergangenen Jahre geschrieben hat.
In der Tat gibt es null Illustrationen auf den 52 Seiten - und bevor jetzt einige zurückschrecken: Das ist das Beste daran. Denn es ist leicht vorstellbar, was passiert, wenn ein Erwachsener Sätze sagen muss wie: "Mein Kopf ist eine Blaubeerpizza" oder Gaga-Geräusche macht wie "BLUURF" und "BLORK": Die Kinder fallen vom Stuhl vor Lachen.
Somit macht Novaks Text die Kinder zu Verbündeten des Autors – und den Vorlesenden zum domptierten Affen. Was, seien wir mal ehrlich, ziemlich genau den Machtverhältnissen im alltäglichen "Noch eine Geschichte"-Vorlesezirkus entspricht.
Die besten Texte bringen uns dazu, ganz neu über ein Phänomen nachzudenken. Wer etwa bislang nicht vermutete, dass Lesen letztlich nur ein ausgebufftes Spieltheorie-Konstrukt ist, wird seine Meinung mit B.J. Novaks "Buch ohne Bilder" grundlegend ändern. Das muss ein Kinderbuch erst mal schaffen. Anne Haeming

Anzeige B.J. Novak: "Das Buch ohne Bilder" (Aus dem Englischen von Oskar M. Delossa), Blanvalet 2016, 52 Seiten, 12 Euro. 3-6 Jahre.
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FÜR ZIEMLICH GROSSE

Ein Stinktier zum Geburtstag

Morgen wird Zora zehn Jahre alt, und sie weiß, dass dieser Tag der große Wendepunkt in ihrem Leben sein wird. Fast erwachsen, wird sie dann nicht nur länger aufbleiben dürfen, sondern auch in Jessicas Clique aufgenommen werden. Und erst dann wird man auch zu ihrer Party eingeladen und steht in der Pause nicht mehr allein auf dem Schulhof herum. Der Geburtstag kommt und verändert Zoras Leben tatsächlich - allerdings ganz anders, als sie erwartet hatte. Doch eins ist trotzdem sicher: Zora wird nie mehr allein auf dem Schulhof sein.
Eine schön fantastische Geschichte, zum Vorlesen oder selbst lesen. Es gelingt dem Autor ziemlich gut, die Gedankenwelt eines Mädchens mit seinen Hoffnungen und Ängsten wiederzugeben. Und lustig ist es auch. Agnes Sonntag

Anzeige Rüdiger Bertram: "Gegen uns könnt ihr nicht anstinken". cbj. 10,99 Euro. Ab 8 Jahren.
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FÜR GROSSE

Wo ist Miss Bell?

Es ist das Jahr 1934. An dem englischen Mädcheninternat Deepdean herrschen Zucht und Ordnung. Die ziemlich unterschiedlichen Freundinnen Daisy und Hazel gehen in die 9. Klasse und haben eine geheime Detektei gegründet. Ihr erster Fall - eine verschwundene Krawatte - war allerdings ziemlich lahm. Entsprechend begeistert sind die beiden über den zweiten Fall, der sich ihnen anbietet. Denn Hazel findet die Naturkundelehrerin Miss Bell tot in der Turnhalle. Das allein ist schon ein guter Fall, doch als die Leiche der Lehrerin verschwindet, und niemand den Mädchen glaubt, wird es wirklich richtig interessant - und ein bisschen gefährlich.
Der Fall ist komplex und spannend aus der Sicht der braven Hazel erzählt und führt die Mädchen hinter die strengen Fassaden der Erwachsenen. Ganz nebenbei erzählt das Buch auch einiges über das Leben und die Moral zu jener Zeit, es bleibt aber immer vor allem eine lebendige und lustige Geschichte. Agnes Sonntag

Anzeige Robin Steven: "Mord ist nichts für junge Damen". Knesebeck. 14,95 Euro. Ab 9 Jahren.
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FÜR GROSSE

Von rechts nach links

Der 17-jährige Shinichi ist Schüler und Hobbydetektiv. Sein großes Vorbild: Sherlock Holmes. Nachdem ihm zwei Männer aus der Unterwelt ein Zellgift verabreicht haben, verjüngt er sich um zehn Jahre und muss seine wirkliche Identität verbergen. Er nennt sich nun Detektiv Conan und hilft einem erfolglosen Privatdetektiv heimlich bei dessen Fällen und im Kampf gegen die "Männer in Schwarz".
Die Manga-Figur Detektiv Conan wurde 1994 von dem japanischen Zeichner Gosho Aoyama erschaffen. Die abgeschlossenen Episoden sind verständlich erzählt und gezeichnet. Natürlich werden auch die deutschen Mangas wie japanische Bücher gelesen: Man blättert von hinten nach vorne, liest von rechts nach links. Agnes Sonntag

Anzeige Gosho Aoyama: "Detektiv Conan. Sherry Edition". Egmont Manga. Ca. 6 Euro. Ab 10 Jahren.
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FÜR GROSSE

Wen gruselt's?

Kinder lesen gar nicht mehr, sondern hängen nur an ihren Geräten. Und richtig gruseln tun sie sich auch nicht, behauptet der verbitterte Mr. Rapscallion, Besitzer der abgedrehten Buchhandlung "Das Spukhaus der Bücher". Doch - ein Kind gibt es, das furchtbar gerne liest und sich gerne gruselt: Billy Shivers, ein freundlicher, etwas sonderbarer Junge. Geld für Bücher hat er nicht, darum verbringt er seine Tage im Laden und liest dort. Um das Geschäft anzukurbeln, ruft Mr. Rapscallion einen Gruselwettbewerb aus. Sind die Kinder wirklich so angstfrei, wie er meint?
Dieses Buch ist ein richtiger Schmöker, bis zum Schluss voller überraschender Wendungen und durchaus gruselig. Denn vielleicht gibt es Geister ja doch? Agnes Sonntag

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FÜR GANZ GROSSE

Es ist passiert

Feri ist 17, als sie sich im Urlaub in den gleichaltrigen Milan verliebt. Mit ihm kann sie sich stundenlang unterhalten, er ist lustig und interessant. Die heimlichen Treffen am See sind das Beste, was sie je erlebt hat. Beide sind aber eher die besonnenen Typen, außer Knutschen passiert nichts. Doch dann kommt es zum Streit mit den Eltern und die Besonnenheit ist dahin. Die beiden schlafen miteinander. Als Milan erfährt, dass Feri schwanger ist, freut er sich, doch verstanden fühlt sich Feri trotzdem nicht von ihm. Und von ihren Eltern sowieso nicht. Für die ist klar, dass sie abtreiben soll. Aber ist das wirklich so einfach?
Eine Geschichte, wie sie eben passiert - auch heute noch, obwohl wir doch alles wissen, und es die "Pille danach" gibt. Glaubwürdig beschreibt Kordon die vernünftigen Gedanken, die mit starken Gefühlen kämpfen und den schwierigen Weg zu einer Entscheidung, mit der Feri am Ende gut leben kann. Agnes Sonntag

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FÜR GANZ GROSSE

Eine schwierige Liebe

Nuri heißt eigentlich Nura, aber seit der Arzt im Hamburger Flüchtlingslager sie scherzhaft so nannte, ist der Name geblieben. Calvin heißt Calvin und sein Name ist ihm total egal. So wie ihm ziemlich vieles total egal ist. Außer vielleicht seine kleinen Geschwister, und dass Deutschland wieder "deutsch" werden soll. Daran ändert sich ganz sicher auch nichts, nur weil Nuri ihm fast das Leben gerettet hat. Aber es ist, als hätte sie ihn mit wenigen Worten verzaubert, denn Calvin kann Nuri nicht vergessen. Das darf nicht sein, denn mit "Ausländerpack" wollte er doch nie etwas zu tun haben - und für seine Freunde wäre er dann ein Verräter.
Abwechselnd erzählen Nuri und Calvin ihre Sicht auf das Leben, die unterschiedlicher kaum sein kann. Poetische Rückblenden beschreiben Nuris Leben in Syrien und ihre Flucht nach Deutschland. Das Buch erhielt dieses Jahr den Jugendliteraturpreis der Jugendjury. Agnes Sonntag

Anzeige Peer Martin: "Sommer unter schwarzen Flügeln". Oetinger. 19,99 Euro. Ab 16 Jahren.
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