Kritiker Die Stars der alternativen Globalisierung

Viele der Kritiker, die in Heiligendamm gegen den G-8-Gipfel protestieren, engagieren sich schon seit Jahren gegen die Folgen einer ungebremsten Globalisierung. SPIEGEL ONLINE stellt die wichtigsten Köpfe der Bewegung vor.
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Naomi Klein: Die kanadische Journalistin gilt als eine der bekanntesten Globalisierungskritikerinnen weltweit. Sie wurde berühmt durch ihr Buch "No Logo!", das wahlweise als "das neue 'Kapital'" oder als "Bibel der Globalisierungskritiker" bezeichnet wird. Sie kritisiert darin den Markenwahn der westlichen Gesellschaften und die Verlagerung von Arbeitsplätzen in die Dritte Welt.

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Vandana Shiva: Die 54-jährige Physikerin, Umweltschützerin und Bürgerrechtlerin ist Vorstandsmitglied im Weltzukunftsrat und Trägerin des Alternativen Nobelpreises. Die gebürtige Inderin engagiert sich seit den siebziger Jahren in der Umweltbewegung, sie kämpfte vor allem gegen die Abholzung von Wäldern. Ihre Kritik gilt insbesondere transnationalen Unternehmen, die zunehmend Einfluss auf die indische Landwirtschaft nehmen.

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Walden Bello: Der Soziologieprofessor von den Philippinen ist vor allem auf der Südhalbkugel ein bekannter Globalisierungskritiker. Er fordert mehr Autonomie und Eigenbestimmung für die Länder der Dritten Welt. "Jedes Land muss die Möglichkeit haben, für seine eigenen Werte und seinen eigenen Rhythmus auch eine eigene Politik zu entwickeln", so sein Credo. Ihm geht es dabei vor allem um dezentrale wirtschaftliche Prozesse. Auch Bello ist Träger des Alternativen Nobelpreises.

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Joseph E. Stiglitz: Der US-Ökonom gilt als einer der führenden Forscher der Mikroökonomie und hat für seine Arbeiten den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften bekommen. Er wurde bekannt durch sein Buch "Die Schatten der Globalisierung", in dem er die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds kritisiert. Die Politik des IWF seit den achtziger Jahren sei das Haupthindernis zu Wohlstand und Entwicklung, schreibt Stiglitz.

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Maude Barlow: Die kanadische Schriftstellerin war Anfang der achtziger Jahre die erste Beraterin für Frauenfragen des kanadischen Premierministers. Nach dem Regierungswechsel wurde sie die Vorsitzende von "Council of Canadians", der größten Bürgerrechtsbewegung Kanadas. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Kritik an multilateralen Abkommen über Investitionen und an dem panamerikanischen Freihandelsabkommen.

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Noam Chomsky: Der Professor für Linguistik gilt als einer der bedeutendsten politischen Intellektuellen der USA und fällt seit Jahren durch scharfe Kritik an der US-amerikanischen Außen- und Wirtschaftspolitik auf. Gemeinsam mit Pierre Bourdieu und Jean Ziegler bildet der 78-Jährige den intellektuellen Überbau, der den Basisbewegungen die Argumente für ihren Protest liefert.

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Arundhati Roy: Bekannt wurde die Schriftstellerin mit ihrem Bestseller "Der Gott der kleinen Dinge", für den sie den Booker-Preis bekam. Das Preisgeld stellte die Inderin schon damals dem Widerstand gegen einen Staudamm zur Verfügung. Ihre Bekanntheit nutzte Roy, um sich gegen atomare Aufrüstung und den US-amerikanischen "Krieg gegen den Terror" zu engagieren. Nach Presseberichten soll Roy Anfang 2005 den höchsten Literaturpreis Indiens aus politischen Gründen abgelehnt haben.

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Jean Ziegler: Der 73-jährige Schweizer gilt als einer der schärfsten Globalisierungskritiker, der vor allem Institutionen und Konzerne angreift. Der Uno-Sonderberichterstatter für Ernährung wurde in der Schweiz für sein Buch "Die Schweiz wäscht weißer", in dem er die Schweizer Banken wegen ihrer Nazivergangenheit massiv kritisierte, sogar als Landesverräter angeklagt. Der Prozess endete allerdings mit einem Freispruch. In seinem neusten Buch, "Das Imperium der Schande", greift Ziegler die großen Konzerne und ihr Verhalten an.

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Elmar Altvater: Der emeritierte Politikwissenschaftler ist der Autor eines der Standardwerke der Globalisierungskritik. Unter dem Titel "Grenzen der Globalisierung" hat er sich schon 1996 mit den Auswirkungen der Globalisierung beschäftigt. Er war außerdem Mitglied einer Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages und engagierte sich bei den Grünen. Heute sitzt er im wissenschaftlichen Beirat von Attac und wirbt für das Weltsozialforum.

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Michael Moore: Der Filmemacher und angeblich "lauteste Oppositionelle" der USA beschimpft am liebsten den US-Präsidenten George W. Bush als kriegerischen Narren und kritisiert die mächtige US-Waffenlobby. Bekannt wurde Moore mit seinen Filmen "Bowling for Columbine", "Fahrenheit 9/11" und "Stupid White Men", in denen er immer wieder die Bush-Regierung und die mit ihr verbandelten Großunternehmen angriff. Moore wird der politischen Linken zugerechnet, Kritiker werfen ihm aber vor, zum Teil unsachlich und nicht immer wahr zu berichten.

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Klaus Werner: Mit seinem "Schwarzbuch Markenfirmen - die Machenschaften der Weltkonzerne" schrieb der Journalist, zusammen mit Hans Weiss, einen der Klassiker der Globalisierungskritik. Er prangert darin die Machenschaften von großen Firmen an und wirft ihnen Verstöße gegen die Menschenrechte vor, zum Beispiel Rohstoffe aus Bürgerkriegsgebieten zu importieren oder unethische Medikamentenversuche zu finanzieren.

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José Bové: Mit Traktoren gegen McDonald's - durch diese Aktion wurde der französische Bauer Bové 1999 weltweit bekannt. Aus Protest gegen die Agrarpolitik der USA wurde damals eine französische McDonald's-Filiale zerstört. Die USA hatten ein Import-Verbot gegen französischen Käse verhängt, weil die Franzosen sich geweigert hatten, genmanipulierte Nahrungsmittel zu importieren. Bové wurde bald zum Medienstar der links-ökologischen Protestbewegung. Wegen seines Aussehens wird er oft mit dem unbeugsamen Comic-Helden Asterix verglichen.

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