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Kritzelbilder Mit diesen Bildern bleiben Sie wach

Nichts hat so eine lange Tradition wie Einschlafen bei langweiligen Vorträgen. Schon in der Bibel wird ein junger Mann bei der Predigt des Paulus vom Schlaf übermannt. Viele SPIEGEL-ONLINE-Leser kennen ein gutes Mittel dagegen: Kritzeln. Das hält wach - und führt zu erstaunlich schönen Ergebnissen.
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Schmale Lippe: Christopher Moll ist Großkundenbetreuer in der Leasingabteilung einer Bank. Hier kritzelte er den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff. Im Original war das Zeichenpapier ein pinkes Post-It, den Mund des Politikers hat Moll mit Tipp-Ex verklebt. Schwarzweiß wurde die Zeichnung erst am Computer. "Das Bild entstand, während ich im Büro die Pressekonferenz zum Rücktritt Wulffs auf SPIEGEL ONLINE erwartet habe", schreibt Moll dazu.

Foto: Christopher Moll
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Heiligenschein: Auch zu diesem Kritzelbild ließ sich Christopher Moll durch einen SPIEGEL-ONLINE-Artikel inspirieren. Er zeichnete den griechischen Staatspräsidenten Karolos Papoulias, "hier mal ohne Haar".

Foto: Christopher Moll
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Wachbleiben! Bei einem Vortrag einzuschlafen ist kein neuzeitliches Phänomen, das beweist die Anekdote von Eutychus aus der Apostelgeschichte: Der junge Mann lauschte einer Predigt des Paulus, schlief dabei ein - und fiel aus dem Fenster. Claudia Drese hat es besser gemacht und bei einem Vortrag zum "Eutychus-Syndrom" fleißig gekritzelt. "Bei dem Vortrag ging es großenteils um die Frage, warum Leute schon vor 300 Jahren sich nicht auf Predigten konzentriert haben, sondern im besseren Fall schlichtweg eingeschlafen sind", schreibt die Theologin, die an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften in Leipzig forscht.

Foto: Claudia Drese
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Käfer auf Flipchart: Software-Produktmanager Marc Printz hat diesen großen Krabbelkäfer während eines Telefonats in einem leeren Sitzungszimmer auf ein Flipchart gekritzelt. "Die Mitte des großen Whiteboards bot sich so schön an", sagt er. Zu seiner großen Verwunderung überlebte der Käfer die nächsten Meetings. Sein zweites Werk, ein "relativ hässlicher und absichtlich großer Hundertfüßer" auf dem daneben hängenden Whiteboard wurde dagegen sofort weggewischt. Printz griff sofort wieder zum Stift - gespannt darauf, welches Bild wie lange überleben würde. "Ich hatte keinerlei Respekt erwartet", sagt er. Der wurde ihm überraschend doch zuteil: Ein Kollege fragte ihn, ob die Bilder wohl von ihm seien und er sie eventuell löschen dürfe. "Ja, was denn sonst!" sagt der Kritzelkünstler. Schließlich hat er seine Werke ja vorher fotografiert.

Foto: Marc Printz
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Häuserkampf: Alexander Jung ist Architekt, diesen eindrucksvollen Kämpfer kritzelte er bei einer Bauherrenbesprechung.

Foto: Alexander Jung
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Home, Sweet Home: Dennis Grasse ist Ingenieur, Kritzelkünstler und, nun ja, manchmal auch so etwas wie ein bildender Künstler. Hier hat er aus Radiergummi und Papierstreifen ein Wohnzimmer nachgebaut, "ein kreativer Ausbruch während einer Vorlesung in thermischer Verfahrenstechnik", wie er schreibt. "Ich meine mich zu erinnern, dass diese Vorlesungen an sich sehr gut waren, doch war mir an diesem Tag die Sehnsucht nach meinem Zuhause wohl so groß, dass ich mir mein Wohnzimmer nachbaute."

Foto: Dennis Grasse
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Gemeinschaftswerk: Dieses Bild hat Dennis Krasse zusammen mit einem Kommilitonen während einer Thermodynamik-Vorlesung gekritzelt. Die beiden haben in Berlin Verfahrens- und Umwelttechnik an der Technischen Fachhochschule studiert. "Geschadet hat uns die Kritzelei in keinem Fall. Wir haben beide in der Regelstudienzeit abgeschlossen und sind beide als Ingenieure angestellt", sagt Grasse.

Foto: Dennis Grasse
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Wenn der Kopf im Fernseher steckt: Dieses Bild enstand während eines Zivildienstlehrgangs. Der Kritzelkünstler schreibt dazu: "Der Lehrgang dauerte vier Wochen, war langweilig und ich war zwischenmenschlich zu nichts zu gebrauchen." Zum Glück sei das nun 20 Jahre her.

Foto: Christian Schmalohr
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Dreiklang: Roland Epper hat eine ganz eigene Form der Kritzelkunst entwickelt. Zunächst kritzelt er mit schwarzer Tusche auf eine Karteikarte, die er dann auf eine zweite Karteikarte drückt (Bild ganz links). Mit Filzstift zeichnet er die Konturen nach, so entstehen Figuren und Szenen. Anschließend scannt er das Bild und entfernt überflüssige Kleckse (Bild in der Mitte). Der letzte Schritt: "Ab in die Filterhöllen der Bildbearbeitung", so Epper. Hört sich kompliziert an, aber der Künstler versichert: "Geht alles auch beim Telefonieren!" Seine schönsten Werke zeigt er auf seiner Webseite eigenartich.de.

Foto: Roland Epper
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Formbar: "Während des Studiums und auch schon in der Schule habe ich oft tagelang an solchen Werken gesessen", schreibt die Kritzelkünstlerin dieses Bildes, eine Ingenieurin, die in einem kleinen Fahrzeugbauunternehmen arbeitet. "Das Faszinierende daran ist, dass ich oft ohne eine Idee angefangen habe und sich dann aus vielen unstrukturierten Formen ein Ganzes geformt hat. Es ist teilweise wie ein Automatismus, der deine Hand steuert und die künstlerische Kontrolle übernimmt."

Foto: Dude
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Formbar: "Puh", hat Horst-Christian Weisser zu diesem Bild geschrieben. Es entstand während einer Fortbildung. Der Politikwissenschaftler kritzelt nicht nur leidenschaftlich gern, sondern komponiert auch eigene Musikstücke. Die schönsten Werke zeigt er auf seiner Homepage soulbase.de.

Foto: Horst-Christian Weisser
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Alpenblick: Robert Völke macht eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, während des Unterrichts in der Berufsschule kritzelt er gerne auf seinem Handy. Dieses Bild entstand mit der App "PaintUp".

Foto: Robert Völke
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Labyrinth: Drei Stunden lang wurde diesem Kritzelkünstler, einem Senior Manager im Marketing eines großen deutschen Pharmakonzerns, bei einer internen Schulung das neue Betriebssystem seiner Firma erklärt. Dabei enstand dieses kleine Kunstwerk.

Foto: MTC
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Virtueller Frühlingsgruß: Martin Baucks hat dieses Bild nach einem Besuch in London auf seinem iPhone gekritzelt. "Ich war beeindruckt von den Pflanzen in einem Londoner Park, der Frühling war dort schon etwas früher gestartet als in Berlin", schreibt er dazu.

Foto: Martin Baucks
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Baum mit Ohren: Kritzelkünstlerin Olga ist IT-Consultant und kann sich bei den langen Monologen ihrer Kollegen nur konzentrieren, wenn sie dabei zeichnen darf. "Es ist, als ob mein Gehirn nicht still sitzen und einfach zuhören will", sagt sie. Diese muntere Zusammenstellung ist bei einem Telefonat entstanden.

Foto: Tea Double
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Rätselhafte Kneipenszene: Thomas Welskopp ist Historiker an der Universität Bielefeld. "Das Bild entstand während einer unendlich langweiligen Konferenz zur Geschichte der Weimarer Republik über drei Tage hinweg", sagt er. "Der Ausgangspunkt war das Konterfei eines besonders langweiligen Referenten, das sich in der bebrillten Figur hinter dem Dicken mit dem Peace-Abzeichen findet. Das Ganze wuchs sich dann allmählich zur 'enigmatischen Geschichte' aus, deren Rätsel ich immer noch nicht gelöst habe..."

Foto: Thomas Welskopp
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Frisurenkunde: Theresa Schäfer arbeitet als Online-Redakteurin in Stuttgart, dieses Bild hat sie während einer Redaktionskonferenz gekritzelt.

Foto: Theresa Schäfer
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Fahrspaß: Onno Fridrich hat Kunst studiert und arbeitet als Grafiker, Illustrator und Produktdesigner. "Bei meinen Bildern dürfte unschwer meine heiße und innige Liebe zu Autos auffallen", sagt er. Dass er auch Katzen oder Engel kritzeln kann, zeigt er auf seiner Homepage object-forming.com. Weitere Kritzelkunstwerke finden Sie hier. mehr...

Foto: Onno Fridrich
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