Villa "Rose House" in Beirut Die heruntergekommene Schöne

"Es ist ein Märchenhaus": Der britische Künstler Tom Young will eine der altehrwürdigen Villen in Beirut vor dem endgültigen Verfall bewahren. Jetzt sind erste Erfolge zu sehen - wie diese Bilder zeigen.
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Man kann erahnen, wie glanzvoll diese Villa einst gewesen sein muss. Heute sieht das "Rose House" in Beirut ziemlich heruntergekommen aus - aber das soll sich ändern. Der britische Künstler Tom Young will darin ein Kulturzentrum etablieren. Seine eigene Ausstellung macht den Anfang, sie ist noch bis zum 31. Dezember in dem Gebäude zu sehen. Young hat dafür 40 Bilder über das Haus und die Stadt gemalt.

Foto: ANWAR AMRO/ AFP
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Durch Zufall stieß Tom Young im April dieses Jahres auf das Gebäude, er war gemeinsam mit seiner Frau an der Mittelmeerküste unterwegs. Sie klopften an die Hintertür, und die 71-jährige Mieterin Fayza al-Khazen öffnete. Sie erzählte dem Paar von ihrem Bruder Sami: Er ist selbst Maler und hatte das Haus in den Sechziger- und Siebzigerjahren als Treffpunkt für Künstler genutzt. Khazen bot Young an, ebenfalls im Haus zu malen - und der Brite nahm an.

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Der Mietvertrag von Khazen lief allerdings Ende des Sommers aus. "Ich habe mir Sorgen darüber gemacht, was mit dem Gebäude geschehen würde", sagte Young. Doch der Eigentümer Hisham Jaroudi erlaubte dem Künstler, seine Gemälde in dem Gebäude auszustellen und es für die Dauer der Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. "Das Haus wird weiterleben", sagte Jaroudi der Nachrichtenagentur AFP. "Es wird renoviert und in ein Museum verwandelt, in dem die Geschichte Beiruts erhalten bleibt."

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Ausstellung im "Rose House": "Es ist ein Märchenhaus", sagte Künstler Young. "Gebäude wie dieses sind einzigartig im Libanon; sie sind wichtig für die kulturelle Identität des Landes." Der Brite Young stammt aus Northamptonshire und hat in Istanbul islamische Architektur studiert.

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"The Rose House" wird als Symbol für die Leichtigkeit und Schönheit angesehen, die in der Stadt einst herrschten. Das Haus hat den 15-jährigen Bürgerkrieg überstanden und auch den Bauboom, der auf sein Ende im Jahr 1990 folgte. Es steht an einem Hang, Besucher haben einen Blick auf das Mittelmeer.

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Ein Tom-Young-Gemälde im "Rose House": Zwischen den Jahren 1995 und 2010 sei die Zahl der traditionellen Villen im Stadtzentrum von Beirut von 1200 auf 400 zurückgegangen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

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Er sei fasziniert von der Widersprüchlichkeit des Libanon, sagte Künstler Young. "Wie kann ein Ort zugleich die absolute Hölle und so ein Paradies sein?"

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Einst waren der französische Präsident Charles de Gaulle und der amerikanische Künstler John Ferren, ein Freund von Picasso, zu Gast im "Rose House". Für Youngs Gemäldeausstellung wurde die Villa zum ersten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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