Holocaust Der Tag, an dem Auschwitz befreit wurde

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee Auschwitz und die dort verbliebenen etwa 8600 Internierten. Zehntausende Häftlinge waren noch kurz zuvor auf Todesmärsche geschickt worden.
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Tor zur Hölle: Im KZ Auschwitz ermordeten die Nazis mindestens 1,1 Millionen Menschen. Die Befreiung durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 wird daher seit 2005 als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust begangen. Für viele Auschwitz-Häftlinge war das Leiden aber nicht beendet: Die SS hatte Zehntausende noch kurz vor der Befreiung auf Todesmärsche Richtung Westen getrieben.

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SS Reichsführer: Den Befehl über die Konzentrationslager hatte Heinrich Himmler (vorn rechts). Das Bild entstand, als er 1942 Auschwitz besuchte. Zwei Jahre zuvor war das KZ Auschwitz auf einem alten Kasernengelände in Südpolen errichtet und stetig ausgebaut worden. Auschwitz-Birkenau wurde zum größten der von den Deutschen errichteten Vernichtungslager.

Foto: Galerie Bilderwelt/Getty Images
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Chemiegigant: Die Häftlinge wurden zur Arbeit auf Feldern, in Steinbrüchen und Kiesgruben gezwungen. Manche mussten in der Fabrik der IG Farben arbeiten, die im Lagerteil Auschwitz-Monowitz (Bild) Synthesekautschuk herstellte.

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Eingepfercht: Viele Häftlinge starben an Erschöpfung, Unterernährung und Gewalt durch die SS-Mannschaften. In den überbelegten Baracken breiteten sich zudem tödliche Krankheiten aus (undatiertes Foto aus Auschwitz-Birkenau).

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Selektion: 1942 baute die SS in Auschwitz-Birkenau ein Vernichtungslager für Juden aus fast ganz Europa. Wenn die Deportierten im Lager ankamen, mussten sie sich auf einer Rampe aufstellen (Foto). Dann entschieden SS-Angehörige, ob sie vergast werden oder Zwangsarbeit leisten sollten.

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Ohne Gnade: Auf ältere Frauen und Kinder wurde in Auschwitz keine Rücksicht genommen. Als Arbeitskraft - eine Chance zu überleben - kamen sie kaum in Frage. Dieses Foto aus dem Archiv eines SS-Mannes zeigt vermutlich eine Familie, die zu einer Gaskammer geführt wird.

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Menschenversuche: Der KZ-Arzt Josef Mengele nutzte Auschwitz-Häftlinge für seine menschenverachtenden medizinischen Experimente. Auf dieser Aufnahme von 1944 posierte er links neben den Lagerkommandanten Rudolf Höß und Josef Kramer und einem Unbekannten.

Foto: AP/U.S. Holocaust Memorial Museum
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Feierabend: Etwa 4000 SS-Angehörige bewachten und quälten die Häftlinge in Auschwitz. In ihrer Freizeit amüsierten sich die Wachmannschaften in einem SS-Erholungsheim in der Nähe (Foto von 1944). Das ist aus dem privaten Fotoalbum von Karl Höcker, dem Adjutanten des letzten Lagerkommandanten Richard Baer. Die Fotos zeigen

Foto: AP/U.S. Holocaust Memorial Museum
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Vormarsch: Nach ihrem Sieg bei Stalingrad im Winter 1942/1943 zog die Rote Armee nach Westen und begann im Januar 1945 ihre Winteroffensive. Das Foto entstand kurz vor Budapest.

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Befreier: Am 27. Januar 1945 erreichten Sowjetsoldaten Auschwitz und versorgten die im Lagerkomplex verbliebenen etwa 8600 verbliebenen Häftlinge. Obwohl sie nun medizinisch betreut wurden, starben viele von ihnen auch danach noch an den Folgen von Hunger, Mangelernährung und Krankheiten. Dieses Foto wurde vermutlich später nachgestellt.

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Stumme Zeugen: Bevor die jüdischen Gefangenen in die Gaskammern geschickt wurden, mussten sie sich ausziehen; was wertvoll erschien, wurde verwertet. Im Bild vom 28. Januar 1945 begutachten Sowjetsoldaten nach der Befreiung von Auschwitz Berge aus Schuhen und Kleidung.

Foto: Galerie Bilderwelt/ Getty Images
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Rohstoff Mensch: Selbst die Haare der getöteten Häftlinge verwendeten die Nazis. Soldaten der Roten Armee fanden in Auschwitz mehr als 7000 Kilogramm (Bild vom Mai 1945). Die Haare stammten Schätzungen zufolge von etwa 140.000 ermordeten Frauen.

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Die Letzten: Bevor die Sowjets eintrafen, hatte die SS das Lager weitgehend geräumt und noch Zehntausende Häftlinge auf Todesmärsche Richtung Westen getrieben. Von den vermutlich etwa 140.000 Häftlingen, die noch im Sommer 1944 im gesamten Lagerkomplex untergebracht gewesen waren, waren bei der Befreiung nur noch etwa 8600 vor Ort - wie diese Kinder (Foto kurz nach der Befreiung 1945).

Foto: AP/ Holocaust Museum
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Marschunfähig: Zurückgeblieben waren Häftlinge, die von der SS als zu schwach für eine erneute Verschleppung eingeschätzt wurden. Das Foto von Ende Januar 1945 zeigt Sowjetsoldaten und befreite KZ-Insassen vor der Krankenstation.

Foto: UIG/ Getty Images
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Gezeichnet: Bei der Befreiung waren die meisten Häftlinge abgemagert und in einem schlechten Zustand. Hunderte waren schon so geschwächt, dass sie in den folgenden Tagen starben (Foto aus einer Baracke).

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Todesmarsch: Die meisten Auschwitz-Häftlinge trieb die SS zu Fuß über vereiste Straßen. Wer diese Tortur überlebte, wurde mit Viehwaggons in andere KZ geschickt - etwa nach Mittelbau-Dora im Harz (Foto von 1944).

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Waffenproduktion: In Mittelbau-Dora mussten die ehemaligen Auschwitz-Häftlinge unter anderem an der "Vergeltungswaffe" V2 arbeiten, von der sich das NS-Regime noch eine Wende im Krieg erhoffte. Viele starben bei der Zwangsarbeit. Das Foto zeigt Raketenteile nach der Befreiung im April 1945.

Foto: imago/ Leemage
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Erneut geräumt: Als sich US-Truppen Mittelbau-Dora näherten, zwang die SS die Häftlinge erneut auf Todesmärsche. Zurückgelassen wurden Hunderte Kranke und Sterbende (Foto nach der Befreiung). Forscher schätzen, dass noch im Jahr 1945 mehr als ein Drittel der insgesamt verbliebenen, bis dahin nicht ermordeten 714.000 KZ-Häftlinge auf Märschen oder in den Lagern starben.

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Überlebender: Der Jude Werner Bab kam als 17-Jähriger nach Auschwitz, überlebte das Lager und die Todesmärsche. Befreit wurde er zwei Tage vor der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945. Das Foto zeigt seinen Führerschein, der ein Jahr später ausgestellt wurde.

Foto: MARKUS SCHREIBER/ AP
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Zeitzeuge: Bis zu seinem Tod im Jahr 2010 berichtete Werner Bab vor Schulklassen und im Jüdischen Museum in Berlin von seiner Zeit im Lager.

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