Familien im Duell Jetzt aber "Ruck Zuck" am Rad gedreht

Heute quälen sich B-Promis im "Dschungelcamp" und Halbstarke stellen bei "DSDS" ihre Stimmchen aus. Von Mega-Quoten wie bei "Dalli Dalli" oder "Ruck Zuck" kann das Peinlich-TV trotzdem nur träumen. einestages erinnert an die besten deutschen Fernsehshows - und erklärt, warum Millionen sie vermissen.
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Werner Schulze-Erdel begrüßt die Kandidaten und das Publikum im Studio zum "Familienduell". Bei der RTL-Spielshow treten jeweils zwei Familien gegeneinander an, hier die Mergehenns gegen die Hoffmanns. Sie müssen die sogenannte Top-Antwort erraten, also jene Antwort, die die meisten von 100 befragten Menschen gegeben haben. "Familienduell" ist eine jener deutschen Fernsehshows, die Millionen Zuschauer noch heute vermissen.

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Schulze-Erdel moderierte zuvor "Ruck Zuck". Später übernahm Jochen Bendel die Moderation. Mehr als 2300 Folgen wurden von 1988 bis 2005 ausgestrahlt - damit ist das TV-Quiz die am zweithäufigsten gesendete TV-Spielshow in Deutschland. Auf Platz eins drehte sich das...

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..."Glücksrad". In 15 Jahren wurden mehr als 4000 Folgen ausgestrahlt. Damit war die Show mit dem einfachen Spielprinzip - Kandidaten erraten Wörter in einem Gitter - das am häufigsten gesendete Quiz im deutschen Fernsehen. 2005 drehte sich das "Glücksrad" zum letzten Mal.

Das Foto zeigt Peter Bond (links), "Glücksrad"-Moderator der ersten Stunde, mit seinem Kollegen Frederic Meisner und der Assistentin Maren Gilzer am 10. Februar 1994 im Berliner Studio. Aus dem Off erklang sowohl bei "Glücksrad" als auch bei...

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..."Geh aufs Ganze!" die Stimme von Sprecher Sven Blümel, der in der Dauerwerbeshow die Preise kommentierte. Vor der Kamera stand Jörg Draeger (Foto) als Moderator, der nach seinem Wechsel zu RTL am 12. September 1996 von Elmar Hörig abgelöst wurde. Die Neuauflage auf Kabel eins wurde dann wieder von Draeger, einem ehemaligen Presseoffizier der Bundeswehr, moderiert. Eine Woche lang war...

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...der Zonk nicht rot, sondern grün und hieß Knoz. Wer den Zonk sah, hatte die Niete gezogen und sich für das falsche Tor entschieden.

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Moderator Harry Wijnvoord und der Preisansager Walter Freiwald posieren für die RTL-Spielshow "Der Preis ist heiß", 1996. Bei der Sendung mussten die Zuschauerkandidaten...

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...den handelsüblichen Preis eines Haushaltsgegenstandes erraten. "Der Preis ist heiß" wurde letztlich 1997 eingestellt - wegen zu hoher Produktionskosten. Doch bis dahin war die TV-Show derart beliebt, dass sogar...

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...ein gleichnamiges Brettspiel auf den Markt kam. Auch hier galt es, die richtigen Preise von verschiedenen Produkten zu erraten - wohlgemerkt noch in D-Mark. Eine ähnliche Dauerwerbesendung wie der "Der Preis ist heiß" war...

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..."Am laufenden Band", bei der sich ein Kandidat ähnlich wie bei dem Spiel "Ich packe meinen Koffer..." Konsumartikel merken musste, die an ihm auf einem Förderband vorbeirollten. Später übernahm Showmaster Carrell, der sich hier 1978 mit dem Roboter C-3PO aus dem Science-Fiction-Film "Krieg der Sterne" unterhält, die Moderation von...

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..."Herzblatt". Hier ist der Showmaster Rudi Carrell mit seiner Assistentin Susi Müller, die der Sendung ihre erotische Stimme aus dem Off schenkte, und seinem Nachfolger Rainhard Fendrich zu sehen. Ihren größten Erfolg verbuchte die seit 1987 ausgestrahlte Kuppelshow 1992, als das erste Paar, das sich in der Sendung kennengelernt hatte, heiraten wollte. Bis zum Ende der Show 2006 gab es nur ein weiteres Paar, das diesen Schritt ging. In einer anderen romantischen TV-Sendung hingegen...

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...haben sich die Kandidaten für die Ehe bereits entschieden: In "Traumhochzeit" mit Linda de Mol gab sich das Sieger-Hochzeitspaar vor laufenden Fernsehkameras das Ja-Wort. Die Show lief von 1992 bis 2000 bei RTL. Im Mai 2008 strahlte der Sender eine bislang einmalige Neuauflage der Gameshow unter dem Titel "Traumhochzeit 2008" (Foto) aus.

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Auch in der Samstagabend-Show "Vier gegen Willi" mit Moderator Mike Krüger traten zwei Familien gegeneinander an. Die Kandidaten mussten Aufgaben bestehen - zuweilen schlug die Redaktion dabei über die Stränge: Einmal wurde der alte Audi eines jungen Mannes verschrottet, ein anderes Mal trat die Punkrockband Die toten Hosen im Hause einer Kandidatenfamilie auf und verwüstete das Wohnzimmer. Trotz guter Einschaltquoten wurde die Show abgesetzt. Nach nur drei Jahren sendete die ARD 1989 die letzte Folge.

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Mit Moderator Frank Elstner erzielte die Fernsehshow "Wetten, dass..?", die die ganze Familie samstagabends vor den Fernseher lockte, Traumquoten. Als jedoch Wolfang Lippert Anfang der neunziger Jahre die wohl beliebteste Show Deutschlands übernahm, sanken die Quoten. Erst als Thomas Gottschalk wieder die Wetten ansagte und die Studiogäste interviewte, stiegen auch die Zuschauerzahlen wieder. Noch höher war die Sehbeteiligung bei...

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..."Der große Preis". Doch als Fernsehmoderator Wim Thoelke - hier 1974 - ging, schalteten immer weniger Zuschauer ein. Die TV-Show konnte an ihre früheren Erfolge aus den siebziger Jahren, als die Sehbeteiligung mitunter bei 61 Prozent lag, nicht anknüpfen. Selbst dann nicht, als der beliebte "Einer wird gewinnen"-Moderator Kulenkampff die Sendung 1993 übernahm.

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Hans-Joachim Kulenkampff, links, mit "Butler" Martin Jente in der ARD-Show "Einer wird gewinnen" (EWG), der Ende jeder Folge die Sendung sarkastisch kommentierte. EWG war auch die Abkürzung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft - eine durchaus beabsichtigte Analogie. Mit dem Fernsehquiz "Einer wird gewinnen", das von 1964 bis 1987 lief, wurde Kulenkampff einem Millionenpublikum bekannt. Zu einer Neuauflage...

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...kam es Ende der neunziger Jahre mit Jörg Kachelmann, hier bei seinem ersten Auftritt am 17. Dezember 1997 in Rotenburg an der Fulda. Der Wetter-Ansager moderierte allerdings nur drei "EWG"-Folgen.

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Auch Hans Rosenthal schrieb mit seiner "Dalli-Dalli"-Sendung im ZDF wie seine "EWG"-Kollegen Fernsehgeschichte: Der stes lächelnde Entertainer, der 1987 an Krebs starb, hatte bereits mehrere Quizsendungen im Hörfunk und Fernsehen moderiert, bis ihm im Mai 1971 mit "Dalli-Dalli" der große Durchbruch gelang. Sein Ausspruch "Sie sind der Meinung, das war spitze!", den er mit einem Luftsprung verband, wurde zu seinem Markenzeichen.

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Mit "Tutti Frutti", der ersten Strip-Show im deutschen Fernsehen, sorgte RTL in den neunziger Jahren für Aufsehen. Am 21. Februar 1993 lief die umstrittene Sendung mit Hugo Egon Balder, hier mit seinen halbnackten Show-Mädchen, zum letzten Mal.

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In der WDR-Spielshow "Spiel ohne Grenzen", die in den sechziger und siebziger Jahren in Deutschland populär war, traten Mannschaften aus ausgewählten Städten zu Geschicklichkeitsspielen und sportlichen Wettkämpfen gegeneinander an. Das Team, das den nationalen Wettbewerb für sich entschied, trat später beim internationalen Vergleich an.

Foto: WDR
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Die Comedyspielshow "Alles Nichts Oder?!" mit Hugo Egon Balder und Hella von Sinnen, rechts, strahlte RTL von 1988 bis 1992 aus. In der Unterhaltungssendung war jeweils ein Prominenter zu Gast, der an verrückten und albernen Spielen, die an einen Kindergeburtstag erinnerten, teilnehmen musste - Tortenschlacht inklusive.

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Der niederländische Quizmaster Lou van Burg ("Onkel Lou") in seiner Fernsehshow "Der Goldene Schuss" am 25. Februar 1965 in der Berliner Deutschlandhalle. Mit der Ambrust, auf der eine Fernsehkamera befestigt war, schossen jeweils vier Kandidaten im Studio und vier Fernsehzuschauer, die per Telefon zugeschaltet waren, auf eine Zielscheibe. Diese war zu Beginn, angelehnt an der Apfelschuss-Szene aus "Wilhelm Tell" von Friedrich Schiller, noch ein Apfel. Nachfolger van Burgs als Moderator der interaktiven Sendung wurde...

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...der Schweizer Schlagersänger Vico Torriani. Er führte die populäre Sendung zwar erfolgreich weiter, war aber bei den Zuschauern weniger beliebt als sein Vorgänger "Mr. Wunnebar", wie Lou van Berg genannt wurde.

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Showmaster Jürgen von der Lippe erzielte in den neunziger Jahren mit seiner Kuppelshow "Geld oder Liebe" trotz manchmal platter Gags und modisch fragwürdiger Hemd-Garderobe Traumquoten, die er vor allem - ähnlich wie bei "Wetten, dass..?" - den Auftritten von prominenten Musikern wie Udo Lindenberg, Take That und Tina Turner verdankte.

Foto: Max Kohr/ WDR
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"Wer wird Millionär?": Eckhard Freise am 28. November 2000 auf dem Stuhl gegenüber von Günther Jauch. Nach 15 Fragen, deren letzte als Cliffhanger erst eine Sendung später ausgestrahlt wurde, ging der Professor für mittelalterliche Geschichte als Millionär schlafen - der erste in der Geschichte der erfolgreichen Quizsendung, deren zwölfte Staffel mittlerweile ausgestrahlt wird. Auch bei...

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..."Jeopardy" geht es um Wissen. Das Besondere: Die Kandidaten müssen die richtige Frage zu den vorgegebenen Antworten stellen. 2000 trat eine Auswahl an Quizkandidaten, die Besten der Klügsten, gegeneinander an und kämpfte in dem "Jeopardy"-Special um den Championstitel.

Foto: dpa/obs
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In "Was bin ich?" musste das Rateteam den Beruf eines Menschen, zum Teil auch von Prominenten, erraten. Mit 337 Folgen gehörte die Show zu den langlebigsten Quizsendungen im deutschen Fernsehen. Erst als Moderator Robert Lembke, hier circa 1952 mit Schauspielerin Ruth Leuwerik als Gast in seiner Sendung, am 15. Januar 1989 starb, wurde "Was bin ich?" eingestellt.

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102 Tage, von Februar bis Juni 2000, harrten die Kandidaten - hier im Bild Zlatko im weißen Pullover, John im gestreiften T-Shirt und Jürgen im karierten, gelben Hemd - im "Big Brother"-Container im Kölner Vorort Hürth aus. Die Zuschauer wählten schließlich John zum Sieger der ersten Staffel der voyeuristischen RTL-2-Show. Bereits 30 Jahre vor "Big Brother"...

Foto: REUTERS
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...wurde in "Wünsch Dir was" bereits mit ähnlichen Mitteln gearbeitet - etwa, indem eine Familienberatung heimlich gefilmt und anschließend in der Show vorgeführt wurde.

Foto: ZDF/ Georg Meyer-Hanno
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In den neunziger Jahren durften Kinder in der "Mini Playback Show" ihre Popidole imitieren. Mit Schminke und Kostümen verwandelten die Maskenbildner die kleinen in die großen Stars - hier interpretieren 1994 die damals achtjährige Marlene Danne, ihre Schwester und ihre Nachbarin das Lied "Rum and Coca Cola" von den Andrew Sisters. Die Sendung stand immer wieder in der Kritik. Moderatorin Marijke Amado wurde von vielen Zuschauern der Vorwurf gemacht, sie takele Kinder zu "Sexobjekten" auf.

Foto: TV NOW
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