Abgesang auf Lancia Eine Marke stirbt

Einst war Lancia so sportlich wie Ferrari und so edel wie Rolls-Royce. In den Achtzigern begann der Abstieg, zuletzt siechte die Marke nur noch dahin, jetzt schaltet Konzernmutter Fiat die lebenserhaltenden Maßnahmen ab. SPIEGEL ONLINE erinnert zum Abschied an die spektakulärsten Lancia-Modelle.
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Lancia Flaminia, 1963: Das Oberklassemodell von Lancia, das nach der Römerstraße Via Flaminia benannt worden war, wurde zwischen 1957 und 1970 gebaut. Im Foto ist die zweite Generation (ab 1963) zu sehen. Die Wagen mit V6-Motoren galten als Luxuslimousinen und waren teurer als die meisten vergleichbaren Modelle auf dem damaligen Markt.

Foto: Lancia
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Lancia Delta S4, 1985: Der legendäre Lancia mit Allradantrieb und einem 480 PS starken Vierzylindermotor mit Turbolader und Kompressor gehörte zu den spektakulärsten Rallyeautos und bildete den Höhepunkt der sogenannten Gruppe B, ehe diese übermotorisierte Rallye-Rennwagenklasse nach mehreren tödlichen Unfällen 1986 eingestellt wurde. Der Lancia Delta S4 soll in einem Test in 2,4 Sekunden von 0 auf Tempo 100 beschleunigt haben. Die Straßenversion des Wagens trat mit 250-PS-Motor an.

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Vincenzo Lancia: Geboren 1881 in einem Bergdorf im Piemont, arbeitete Vincenzo Lancia zunächst als Buchhalter, dann als Mechaniker und Rennfahrer bei Fiat. 1906 gründete er gemeinsam mit Claudio Fogolin die Automobilfirma Lancia. Die Fahrzeuge galten als sportlich und zuverlässig, Lancia erwarb sich den Ruf als Ingenieursmarke. Der Firmengründer starb im Jahr 1937, worauf sein Sohn Gianni Lancia die Geschäfte übernahm.

Foto: Lancia
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Lancia Lambda, 1922: Auf der Motorausstellung in Paris 1922 wurde das Modell Lambda erstmals vorgestellt - und zwar in Form dieser Rohkarosserie, denn die war völlig neu. Erstmals konstruierte Lancia eine selbsttragende Skelettkarosserie, die wesentlich verwindungssteifer war als die bis dahin üblichen Rahmenkonstruktionen. Das Auto mit V4-Motor und Einzelradaufhängung gilt bis heute als Meilenstein in der Fahrzeugentwicklung.

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Lancia Thesis, 2001: Auf dem Autosalon in Genf 2001 wurde diese ungewöhnlich gestaltete Limousine präsentiert, zwischen 2002 und 2009 wurde der Wagen gebaut. Das Fahrzeug war überaus reichhaltig ausgestattet, doch fand es - vermutlich aufgrund des speziellen Designs - nur wenig Zuspruch.

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Lancia Flaminia presidenziale, 1961: Beim Besuch der englischen Königin Elizabeth II. in Rom fuhren die Queen und der italienische Staatspräsident Giovanni Gronchi in einem extralangen Lancia Flaminia presidenziale durch die Stadt. Insgesamt sechs Exemplare der Staatskarosse wurden gebaut.

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Lancia Beta Coupé, 1973: Im November 1969 rettete der damalige Fiat-Chef Giovanni Agnelli Lancia vor dem Bankrott. Das erste neue Auto, das unter Fiat-Regie entstand, war der Beta. 1972 kam der Wagen zunächst mit schrägem Stummelheck auf den Markt, im Jahr darauf folgte das Coupé (Foto).

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Lancia Stratos, 1971: Diesen keilförmigen Zweisitzer im Stile der Zeit konzipierte Lancia für den Einsatz bei Rallyes, und tatsächlich gewann das Auto in den Jahren 1974, 1975 und 1976 die Konstrukteurswertung (die damals als Weltmeistertitel zählte). Angetrieben wurde der Wagen vom 2,4-Liter-Sechszylindermotor aus dem Ferrari Dino 246, der rund 190 PS leistete und eine Höchstgeschwindigkeit von 248 km/h ermöglichte. Die Straßenvariante des Stratos kostete damals rund 15.000 Mark, heute werden gut erhaltene Exemplare für mehr als 100.000 Euro gehandelt.

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Lancia Flavia, 1960: Diese Limousine war der letzte, völlig eigenständig von Lancia entwickelte Pkw, ehe der Einfluss von Fiat immer stärker wurde. Zugleich war der 1960 in Turin präsentierte Flaminia der erste italienische Serienwagen mit Vorderradantrieb. Und noch ein Novum hatte das Auto zu bieten, nämlich den ersten Boxermotor von Lancia.

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Lancia Theta 35 HP, 1913: Das Design dieses Autos stammt vom Firmengründer Vincenzo Lancia. Der Wagen gilt als eines der ersten Modelle in Europa mit elektrischer Anlage - also mit elektrischem Anlasser, beleuchteten Instrumenten und einer Innenraumleuchte. Es wurden 1696 Exemplare gebaut.

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Lancia 2000 Coupé, 1971: Eleganz und Stil waren das Markenzeichen der Lancia-Fahrzeuge, und besonders deutlich wurde das in den Coupé-Varianten der Marke. Hier im Bild das von Pininfarina entworfene Lancia 2000 Coupé, das von einem 125 PS starken Motor angetrieben wurde.

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Lancia Y10, 1985: Das in Italien als Autobianchi verkaufte Modell gilt als erstes Auto, in dem die Idee eines Lifestyle-Kleinwagens umgesetzt wurde. Technisch basierte der Wagen auf dem damaligen Fiat Panda. Neu und ungewöhnlich war die komplett glatte, meist in mattschwarz lackierte Heckklappe, die das kantig, markante Design betonte. Beim TÜV hingegen war das Auto als mängel- und rostanfällig bekannt.

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Lancia Aprilia, 1937: Comic-Kennern dürfte auffallen, dass dieses Auto auch bei "Tim und Struppi" vorkommt. Die Karosserie des Lancia Aprilia wurde damals bereits im Windkanal des Politechnikums in Turin getestet und verbessert. Technisch hervorzuheben ist außerdem der Motorblock aus Aluminium. Vom Aprilia wurden bis 1949 knapp 28.000 Einheiten gebaut.

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Lancia Thema, 1984: Der Mittelklasse-Wagen entstand als ein Teil eines Quartetts, das zudem aus den Modellen Saab 9000, Fiat Croma und Alfa Romeo 164 bestand. Das Karosseriedesign des Lancia Thema steuerte Giorgetto Giugiaro bei. Produziert wurde die Baureihe bis 1994. Seit 2011 ist abermals ein Lancia Thema im Angebot, bei dem es sich tatsächlich um einen Chrysler 300 handelt. Top-Version war der Thema 8.32, unter dessen Haube sich ein Achtzylindermotor von Ferrari verbarg.

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Lancia Fulvia Coupé, 1965: Die Fulvia Baureihe (ab 1963) gehört mit rund 340.000 produzierten Einheiten zu den erfolgreichsten Modellen der Marke Lancia überhaupt. Herausragend war das filigran designte Coupé, das Pietro Castagnero gestaltet hatte. Dieser Wagen war auch im Rallyesport sehr erfolgreich und errang 1972 den Marken-Weltmeistertitel.

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Lancia Aurelia B24 Spider, 1954: Die Aurelia-Baureihe wurde von 1950 bis 1958 gefertigt. Als ästhetisches Meisterwerk gilt der Spider der zweiten Serie. Die Fahrzeuge verfügten über V6-Leichtmetallmotoren - was ein deutlicher Beleg dafür ist, dass auch in den Nachkriegsjahren die luxuriös-sportliche Ausrichtung der Marke beibehalten wurde.

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Lancia Delta III: Als bislang letzte eigenständige Lancia Kreation wurde 2008 das Kompaktauto Delta präsentiert. Der auf der Bodengruppe des Fiat Bravu aufgebaute Wagen war mit einem für damalige Verhältnisse fortschrittlichen Multimediasystem ausgestattet. Außerdem fällt sein Design unter den sonst oft bieder gestalteten Kompaktklasseautos noch immer auf.

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Lancia Sportboot, 2009: Bei den Filmfestspielen in Venedig präsentierte Lancia dieses von zwei Fiat-Motoren befeuerte Sportboot, mit dem sich VIP-Gäste auf der Lagune herumfahren lassen konnten.