Leid, Champagner, Stacheldraht Die Mauer in 33 Bildmomenten

Am 13. August 1961 war es so weit: An jenem Sonntag wurde das letzte Schlupfloch der Grenze verriegelt, Deutschland durch einen gigantischen Wall aus Beton und Draht entzweit. Erst 1989 sollte er fallen, dazwischen liegen fast drei Jahrzehnte bewegter Mauer-Geschichte. SPIEGEL ONLINE zeigt sie - in 33 seltenen Momentaufnahmen.
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13.August 1961: Holzzäune und Betonwälle ziehen sich bereits durch weite Teile Deutschlands - an jenem Sonntag wird das letzte Schlupfloch der innerdeutschen Grenze abgeriegelt, Berlin in einer Blitzaktion zweigeteilt. Der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin ist Willy Brandt - er informiert sich über die Geschehnisse an der Sektorengrenze, geißelt diese als "empörendes Unrecht".

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8. August 1961: Wenige Tage vor der endgültigen Teilung Deutschlands warten Flüchtlinge der DDR im Notaufnahmelager Marienfelde in West-Berlin. In der Region entstanden damals Dutzende Lager für Ost-Bürger, die die letzte Chance zur Übersiedlung nutzen wollten.

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13. August 1961: Über Nacht war das Überschreiten der Demarkationslinie verboten - auf diesem Foto versucht ein älteres ostdeutsches Paar, die Grenze nach West-Berlin zu überschreiten. DDR-Grenzsoldaten verweigern ihnen den Zutritt, schicken die Rentner zurück.

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18. August 1961: Eine Ostberliner Mauerkolonne im Einsatz. Unter Aufsicht von bewaffneten Volkspolizisten errichten die Männer einen mannshohen Betonwall. Die sowjetisch-amerikanische Sektorengrenze wird mit einem Großaufgebot an Arbeitern und Material abgeriegelt.

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25. September 1961: Raus aus dem Sperrgebiet: Berliner, die in unmittelbarer Nähe zur Absperrung wohnten, waren gezwungen, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Hier im Bezirk Schönholz packen eine Frau und ihre Kinder ihr Hab und Gut auf einen Karren.

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Die Mauer sorgte für neue Spannungen zwischen den Gegnermächten - mehr als einmal drohte die Situation zu eskalieren. Das Archivbild vom 28. Oktober 1961 zeigt sowjetische Panzer am "Checkpoint Charlie". Tags zuvor waren mehrere amerikanische Panzer unmittelbar an der Grenzlinie aufgefahren.

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Unter dem Decknamen "Aktion Rose" riegeln DDR-Streitkräfte den Ostteil Berlins mit Straßensperren aus Stacheldraht in Richtung Westen ab. Der Bau des "antifaschistischen Schutzwalls" besiegelte die Teilung Deutschlands - sie endete am 9. November 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer.

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Polizisten bringen im August 1962 im Westteil von Berlin Stacheldraht an der Mauer an, um sich vor Demonstranten aus Westberlin zu schützen. Mehr Details und Geschichten zum Mauerbau finden Sie übrigens auch auf unserer Themenseite.

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Dieses Foto vom 26. Mai 1962 zeigt Bauarbeiter in der Bernauer Straße, die unter strenger Bewachung von DDR-Grenzpolizisten ein zwei Meter breites Loch in der Mauer ausbessern. Verursacht wurde es durch eine Sprengstoffexplosion.

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Jahrzehntelang patrouillierten DDR-Soldaten an der innerdeutschen Grenze, um die Flucht ihrer Landsleute zu verhindern. Fast tausend Menschen starben. Auf diesem Foto vom 17. August 1961 tragen Grenzposten den leblosen Körper von Peter Fechter weg, einer der ersten Mauertoten. Er wurde in Berlin bei einem Fluchtversuch niedergeschossen.

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Historischer Besuch am 26. Juni 1963: Der damalige amerikanische Präsident John F. Kennedy hält in Berlin seine berühmte Rede mit dem Ausspruch "Ich bin ein Berliner".

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Das Archivbild vom 9. August 1968 zeigt den damaligen 1. Sekretär der SED und Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Walter Ulbricht. Zuvor hatte er die Führungsspitze der Warschauer-Pakt-Staaten auf ihrem Gipfeltreffen davon überzeugt, dem Bau der Berliner Mauer zuzustimmen. Von Ulbricht stammt auch der legendäre Satz: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten".

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Walter Ulbricht prägte ein Vierteljahrhundert die Geschicke des "Ersten Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschem Boden" - an seinem Lebensende aber war der Sachse mit dem Spitzbart entmachtet. Eines der letzten Fotos zeigt ihn krank im Hausmantel in einem Sessel sitzend, während ihm Erich Honecker am 30. Juni 1971 zum 78. Geburtstag gratuliert.

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Die Mauer und die Grenzanlagen im Bezirk Spandau in Berlin, aufgenommen im August 1974.

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Einen Blick auf einen stark gesicherten Zaun an der deutsch-deutschen Grenze nahe Hof an der Saale in Oberfranken zeigt dieses Foto vom August 1984. Nach dem Abbau der berüchtigten Selbstschussanlagen machten zusätzliche Grenzzäune mit T-förmigen und mit Signaldrähten durchsetzten Abweisern, die teilweise noch mit Hundelaufzäunen gesichert wurden, eine Flucht in den Westen nahezu unmöglich.

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Das Bild vom August 1984 zeigt die Berliner Mauer mit einem Wachturm am Brandenburger Tor.

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Den Applaus von Bundestagspräsident Philipp Jenninger (links) und Bundeskanzler Helmut Kohl (rechts) nimmt hier US-Präsident Ronald Reagan entgegen. Er hält am 12. Juni 1987 vor dem Brandenburger Tor seine historische Rede - "Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor! Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!", ruft er Zehntausenden West-Berlinern zu.

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Die westdeutsche Botschaft in Prag am 30. September 1989 während der Ansprache von Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher - die Mauer wird Geschichte. Genscher verkündet den im Botschaftsgarten zusammengepferchten DDR-Flüchtlingen, sie dürften ab sofort in den Westen ausreisen.

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Bruderkuss vor Publikum: Der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow (links) wird in Ost-Berlin von dem Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker willkommen geheißen. Denn das 40-jährige Staatsjubiläum der DDR wird zu diesem Zeitpunkt, am 7. Oktober 1989, noch feierlich begangen.

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Honecker während der Feierlichkeiten. Nur wenige Wochen später, am 18. Oktober 1989, tritt der Staats- und Parteichef der DDR zurück.

Foto: A2955 Wolfgang Kumm/ dpa
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Den Funktionären entgleitet die Kontrolle: Günther Schabowski (rechts), Mitglied des Politbüros, spricht gemeinsam mit Honeckers Kronprinz und Nachfolger Egon Krenz zu den Demonstranten. Wenige Stunden später ist die DDR Geschichte.

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Ein ernstes Gesicht macht Schabowski auf der historischen Pressekonferenz am 9. November 1989. Auf ihr gibt Schabowski die Öffnung der Grenze bekannt.

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Das Archivbild vom 9. Novemer 1989 zeigt jubelnde Menschen vor dem Brandenburger Tor. Mit dem Fall der Mauer beginnt über Nacht der Wiedervereinigungsprozess des geteilten Landes.

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Ein Volk wird zusammengeführt: Nach der Öffnung der Grenze reicht ein Berliner am "Checkpoint Charlie" zwei ostdeutschen Grenzbeamten seine Hand.

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Es sind Bilder, die es nach dem Mauerfall in die Geschichtsbücher schafften: Trabant-Fahrer bahnen sich den Weg durch plötzlich offene Grenzübergänge und feiernde Menschenmassen.

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Durchbruch nach Jahrzehnten der Teilung: DDR-Grenzposten stehen auf der Mauer vor dem Brandenburger Tor - auf West-Berliner Seite haben sich Fotografen und Kameraleute aus aller Welt eingefunden.

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Die Mauer bricht, Segment für Segment: DDR-Grenzsoldaten schauen auf ein Meer an Demonstranten auf der anderen Seite. Mehr Zeitgeschichte finden Sie auf unserer Themenseite zum Mauerfall.

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Demo in Leipzig, wenige Tage nach dem Mauerfall: "Wir wollen freie Wahlen", skandiert die Masse.

Foto: HEINZ DUCKLAU/ ASSOCIATED PRESS
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In die Euphorie mischt sich Wut: Tausende Menschen stürmen am 15. Januar 1990 die Stasi-Zentrale in Berlin. Auf Schildern und Transparenten machen sie ihrem Hass auf den Spitzelapparat Luft.

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Champagner für die Herren der Einheit: Bundeskanzler Helmut Kohl, DDR-Finanzminister Walter Romberg und Bundesfinanzminister Theo Waigel (rechts) stoßen in Bonn darauf an, dass Bundesrepublik und DDR künftig eine "Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion" bilden sollen.

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Der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (links) und DDR-Staatssekretär Günther Krause am 31. August 1990: Im Palais Unter den Linden in Berlin besiegeln die Regierungen beider deutscher Staaten den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik.

Foto: Wolfgang Kumm/ picture-alliance/ dpa
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Im Moskauer Hotel "Oktober" unterzeichnen am 12. September 1990 die Außenminister der beiden deutschen Staaten und der vier Siegermächte den Vertrag über die äußeren Aspekte der deutschen Einheit. Von links nach rechts: James Baker (USA), Douglas Hurd (Großbritannien), Eduard Schewardnadse (UdSSR), Roland Dumas (Frankreich), Lothar de Maizière (DDR) und Hans-Dietrich Genscher (BRD).

Foto: Roland Holschneider/ picture alliance / dpa
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Mehr als 20 Jahre nach dem Mauerfall erinnern Denkmäler und Museen an knapp 30 Jahre deutsche Teilung: Reste des Betonwalls sieht man etwa in der Gedenkstätte Bernauer Straße in Berlin.

Foto: A9999 Robert Schlesinger/ dpa