Lightroom-Akademie Maximale Bildqualität per Photoshop

Bildrauschen, Unschärfe und objektivbedingte Mängel machen Fotografen das Leben schwer. In Lightroom 5 ist es jedoch so einfach wie nie zuvor, solche Probleme schnell und teilweise allein per Mausklick in den Griff zu bekommen.
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1. Eingabeschärfe

Um eine Scharfzeichnung richtig beurteilen zu können, müssen Sie immer in die 1:1-Ansicht wechseln. Importieren Sie Raw-Dateien, wird automatisch eine Scharfzeichnung mit der Stärke 25 angewandt, den Grund dafür haben Sie in der Einleitung erfahren. Bei allen anderen Bildformaten bleibt der Regler "Betrag" auf dem Wert 0. Damit wird verhindert, dass Lightroom ein eventuell bereits in der Kamera geschärftes Foto überschärft.

Foto: Christian Öser/ DOCMA
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2. Die Funktionsweise der Regler I

Für die Scharfzeichnung stehen vier Regler im Bedienfeld »Details« zur Verfügung. »Betrag« defniert die Stärke der Schärfung - dabei wird der Kantenkontrast schrittweise von 0 bis auf den Maximalwert 150 erhöht. »Radius« bestimmt, wie weit sich die Scharfzeichnung an den Kanten ausbreitet. Wählen Sie einen Wert zwischen 0,6 und 1,0 für Bilder mit feinen Details und einen höheren für Fotos, die größere Flächen aufweisen.

Foto: Christian Öser/ DOCMA
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3. Die Funktionsweise der Regler II

Wenn Sie den »Details«-Regler nach rechts ziehen, erhöht sich die Schärfe von Strukturen im Bild. Wählen Sie einen kleinen Wert, werden nur grobe Kanten geschärft, bei höheren Werten auch die feineren. Der letzte Regler, »Maskieren«, schützt glatte Flächen vor der Scharfzeichnung. Verschieben Sie ihn mit gehaltener Alt-/Options-Taste, um eine Kantenmaske einzublenden – weiße Bereiche werden geschärft, schwarze ausgenommen.

Foto: Christian Öser/ DOCMA
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4. Kreative Schärfung

Wie stark Sie Ihre Bilder nachschärfen, hängt ganz vom persönlichen Geschmack ab. Während bei Porträts eher eine dezente Scharfzeichnung sinnvoll ist, profitieren beispielsweise Landschaftsfotos oft von höheren Werten, die die zahlreichen Details voll zur Geltung zu bringen. Wollen Sie bestimmte Bereiche betonen (zum Beispiel Augen), verwenden Sie den Korrekturpinsel und erhöhen den Wert bei »Schärfe«. Malen Sie dann einfach über die gewünschten Stellen.

Foto: Christian Öser/ Dominique Hammer/ DOCMA
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5. Ausgabeschärfung

Die Scharfzeichnung im »Details«-Bedienfeld betrifft die Bildschirmansicht. Wollen Sie ein Foto drucken, kommt zusätzlich die Ausgabeschärfe ins Spiel. Sie finden entsprechende Optionen unter anderem im »Exportieren«-Dialog und im »Drucken«-Modul. Während Sie die Option »matt« oder »glänzend« je nach verwendeter Papiersorte wählen, müssen Sie die richtige Einstellung »niedrig«, »mittel« oder »hoch« durch Testdrucke auf Ihrem Drucker herausfinden.

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6. Bildrauschen entfernen

Bildrauschen spielt zwar bei den hochpreisigen Kameramodellen mittlerweile eine untergeordnete Rolle, bei vielen anderen Geräten aber eine große. Man unterscheidet zwischen Luminanz- und Farbrauschen. Ersteres fällt durch sein gleichmäßiges Muster unangenehm auf – im Gegensatz dazu wird Filmkorn durch seine Unregelmäßigkeit als harmonisch empfunden. Farbrauschen entsteht bei der Umwandlung der Sensordaten und äußert sich durch Farbmuster.

Foto: Christian Öser/ DOCMA
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7. Farbrauschen

Unter normalen Umständen ist die Chance groß, dass Sie nach dem Importieren Ihrer Fotos kein Farbrauschen in den Bildern erkennen können. Das liegt daran, dass Lightroom bei Raw-Dateien automatisch den Wert 25 bei »Farbe« anwendet. Das reicht bei den meisten Fotos aus, um die Farbflecken komplett zu entfernen. Nur in Härtefällen müssen Sie den Wert erhöhen, gleichzeitig aber auf eventuell verblassende Farben achten.

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8. Luminanzrauschen

Für das Entfernen des Helligkeitsrauschens bietet Lightroom drei Regler: Mit »Luminanz« geben Sie die Stärke der Rauschreduzierung an. Nehmen Sie zu Beginn ruhig einen etwas höheren Wert und nutzen Sie dann den »Details«-Regler, um verloren gegangene Strukturen wieder zurückzubringen. Wenn das Bild insgesamt zu weichgezeichnet aussieht, steuern Sie zusätzlich mit dem »Kontrast«- Regler entgegen.

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9. Chromatische Aberration

Der Abbildungsfehler chromatische Aberration betrifft eine Vielzahl von Objektiven. Nur bei sehr hochwertigen und teuren Linsen tritt dieses Problem nicht auf. Der Farbfehler entsteht an Hochkontrastkanten und macht sich durch blau/gelbe oder rot/grüne Ränder bemerkbar. Während bis Lightroom 3 noch eigene Regler für das Entfernen vorhanden waren, müssen Sie seit Lightroom 4 lediglich nur noch einen Klick machen, um die Korrektur durchzuführen.

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10. Farbsäume entfernen

Anders hat es sich bei der longitudinalen chromatischen Aberration (Farblängsfehler) verhalten, die erst seit Lightroom 4 schnell und effektiv entfernt werden kann. Hier handelt es sich um lila oder grüne Farbsäume, die sich am einfachsten mit der Pipette korrigieren lassen. Klicken Sie auf einen Farbsaum, und Lightroom wählt die passende Einstellung automatisch. Bei Bedarf erhöhen Sie den Wert bei » Intensität«.

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11. Profilbasierte Objektivkorrekturen

Die Profilkorrekturen aktivieren Sie in Lightroom 5 entweder in den Objektivkorrekturen-»Grundeinstellungen« oder im zweiten Reiter »Profil«. Sofern Lightroom das verwendete Objektiv erkennt, wird automatisch die Verzerrung und Vignettierung aus dem Bild gerechnet. Wenn Sie Perspektivkorrekturen anwenden wollen (siehe nächster Punkt), sollten Sie unbedingt vorher die Profilkorrekturen hinzuschalten, um eine exaktere Berechnung zu ermöglichen.

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12. Perspektivkorrekturen

Mit der Lightroom-5-Funktion »Upright« (deutsch „Aufrichten“) lassen sich voll automatisch stürzende Linien korrigieren. Dabei gibt es vier Optionen: Mit »Auto« werden vertikale und horizontale Linien so verändert, dass noch kein unnatürlicher Eindruck entsteht. »Ebene« begradigt einen schiefen Horizont, »Vertikal« entfernt Verzerrungen in senkrechten Linien komplett. »Voll« korrigiert alle senkrechten und waagrechten Linien, wirkt aber mitunter unrealistisch.

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13. Manuelle Perspektivkorrektur

Wenn die Upright-Funktion nicht zum gewünschten Ergebnis führt, oder Sie noch mit Lightroom 4 arbeiten, können Sie im Reiter »Manuell« eingreifen. In den meisten Fällen kommen Sie durch ein Verschieben der Regler »Vertikal« oder »Horizontal« zum Erfolg. Der neue Regler »Seitenverhältnis« wurde eingeführt, um durch die Upright-Funktion entstandene auffällige Verzerrungen auszugleichen. Auch Menschen im Bild lassen sich damit schlanker machen.

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14. Moiré-Muster abschwächen

Moiré springt sofort störend ins Auge und erscheint in Form von Farbschlieren und Musterbildung an bestimmten Stellen in Fotos. Oft tritt das Problem bei Kleidungsstücken oder engen Linienmustern auf. Zur Abschwächung wählen Sie den Korrekturpinsel und stellen einen ausreichend hohen Wert 100 bei »Moiré« ein. Die Farbschlieren verschwinden in der Regel – das Muster lässt sich in schweren Fällen aber nur in Photoshop komplett entfernen.

Foto: Dominique Hammer/ DOCMA
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15. Staubflecken bekämpfen

An der Entfernung von Sensorflecken hat sich in Lightroom 5 im Grunde nichts geändert. Sie wählen wie bisher den Bereichsreparaturpinsel aus und klicken mit geeigneter Pinselgröße die Staubflecken der Reihe nach an. Dennoch ist diese Arbeit in der neuen Version deutlich vereinfacht worden: Aktivieren Sie die Option »Bereiche einblenden «, um eine Art Konturenfilter über das Bild zu legen. Dadurch übersehen Sie garantiert keinen störenden Fleck mehr.

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16. Retusche mit Bereichsreparatur

Indirekt zu einer maximalen Bildqualität gehört auch, größere störende Bereiche aus dem Foto zu entfernen. Bis einschließlich Lightroom 4 war das in vielen Fällen der Zeitpunkt, an dem Photoshop zum Einsatz kam. In Lightroom 5 hat die Bereichsreparatur aber nun eine ähnliche Wirkung wie der gleichnamige Pinsel in Photoshop. Die Funktion ist zwar noch nicht perfekt, in der Praxis ist es nun aber kaum mehr notwendig, Lightroom zu verlassen.

Dieser Artikel stammt aus Docma, DocBaumanns Magazin für Bildbearbeitung 5/2013 .

Foto: Christian Öser/ DOCMA
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